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      10.02.2016

      Aller Anfang ist schwer: So gelingt der Einstieg ins Studium

      Mit der Entscheidung für ein Studium beginnt für viele Studierende eine kritische Phase. Die Studienabbruch- und Wechselquoten dokumentieren dies. Eine Tagung an der FHNW thematisierte Möglichkeiten wie Hochschulen den Weg zum Studium besser gestalten können.

      Online-Tests vor Studienbeginn, die Gestaltung der Zulassung und eine durchdachte Betreuung im ersten Studienjahr: Diese drei Ansatzpunkte für Hochschulen, um Studienwahl und Studienbeginn von Anfang an besser zu unterstützen, sieht Prof. Dr. Benedikt Hell, Dozent für Personalpsychologie an der FHNW und Mitorganisator der Tagung.

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      Daniel Osterwalder dokumentierte die Tagungsergebnisse visuell. (Bild: Patrick Schnider)

      Mit Online-Selbsttests die Erwartungen klären

      Eine genaue Vorstellung davon, was sie im gewählten Studiengang erwartet, haben die wenigsten Studierenden. Studieneingangstests können helfen, die Anforderungen mit den eigenen Fähigkeiten in Einklang zu bringen. "Online-Tests können für Hochschulen und Universitäten ein Instrument sein, um Studierenden schon vor dem Studienwahlentscheid eine Orientierung zu bieten", so Prof. Dr. Benedikt Hell, der mit seinem Team an der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW solche Tests entwickelt.

      Gegenseitiges Kennenlernen im Zulassungsverfahren

      Eine weitere Möglichkeit für Hochschulen, passende Studierende zu finden, sind Zulassungsverfahren, Bewerbungsgespräche oder Studierfähigkeitstests wie der Medizinertest. Hell: "Hochschule und Studierende sehen wir als Partner in einem Partnerwahlprozess. Beide Seiten wollen die für sich passenden Partner finden. Selbsttests und auch Zulassungsverfahren unterstützen bei der Entscheidung und zeigen auf, ob man dauerhaft zueinander passt.

      Betreuung im ersten Studienjahr

      Haben die Studierenden Online-Tests und Zulassungsverfahren erfolgreich durchlaufen und beginnen mit dem Studium, können Einführungswochen und Mentoringprogramme, in denen fortgeschrittene Studierende die Neulinge betreuen, eine Hilfe sein. Erfolgreiche Modelle wurden von der LMU München, der PH St. Gallen sowie der Hochschule St. Gallen vorgestellt.

      Frage Publikum

      Im Zentrum der Tagung stand die Frage, wie Studierende zu Beginn des Studiums besser unterstützt werden können. (Bild: Patrick Schnider)

      Aktueller Stand an den Hochschulen

      Wie die Hochschulen selbst die Studieneingangsphase beurteilen, untersuchte Dr. Thomas Hildbrand, Geschäftsführer des Zentrums für Hochschulentwicklung. Für seine Studie befragte er 26 Schweizer Hochschulen mit dem Ergebnis: Die Studierenden unterschätzen den zeitlichen Aufwand für das Studium und bringen im Hinblick auf das notwendige Vorwissen, das im Studium benötigt wird, immer unterschiedlichere Voraussetzungen mit. Hildbrand empfiehlt den Hochschulen, die Studieneingangsphase auszubauen und diese mit Einführungstagen, Beratungen und Kursangeboten bewusst zu gestalten.

      Rolle der Mittelschulen stärken

      In den Diskussionen wurde deutlich, dass die Gestaltung der Studien-eingangsphase durch die Hochschulen sowohl für die Positionierung der Hochschulen als auch für die Unterstützung der Studierenden wichtig ist. Dabei ist auch die Rolle der vorbereitenden Schulen und der vermittelnden Dienstleistungen der Studien- und Berufsberatung zu stärken.

      In der von Prof. Dr. Otfried Jarren, Prorektor an der Universität Zürich, geleiteten Abschlussdiskussion wurde auch die Eigenverantwortung der Studieninteressierten hervorgehoben. Jarren führte aus, dass der Übertritt zwischen Mittelschule und universitären Hochschulen gezielter gestaltet werden sollte. Dazu sei der Dialog zu intensivieren. „Beispielsweise bieten sich Zusammenarbeitsformen bei der Matura-Arbeit an“.

      Dass das Tagungsthema bei den Schweizer Hochschulen einen Nerv trifft, zeigt die hohe Anzahl der Teilnehmenden. Statt der erwarteten 40 nahmen rund 80 interessierte Studiengangleiterinnen und Studiengangleiter an der Tagung teil.

      Kontakt:

      Prof. Dr. Benedikt Hell, benedikt.hell@fhnw.ch, Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW

      Dr. Thomas Hildbrand, thomas.hildbrand@zhe-zuerich.ch, ZHE Zürich, Zentrum für Hochschulentwicklung

      Detaillierte Informationen
      www.studieneingangsphase.ch

      Präsentationen der Tagung

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