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      22.02.2017

      Digitaler Wandel und die Gestaltung der künftigen Arbeit

      Der Digitale Wandel und seine Gestaltung in der künftigen Arbeitswelt standen im Mittelpunkt des 63. Frühjahrskongresses der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft. Dieser wurde von der FHNW in Brugg-Windisch gemeinsam mit der ETH Zürich ausgerichtet.

      «Soziotechnische Gestaltung des Digitalen Wandels» lautete das Thema der Tagung. Über 300 Arbeitswissenschaftler und Arbeitswissenschaftlerinnen, darunter viele Arbeits- und Organisationspsychologinnen und -psychologen aus Deutschland und der Schweiz, Unternehmen und Interessensverbände beschäftigten sich während drei Tagen mit Themen der Arbeitswissenschaft auf dem Campus Brugg-Windisch der Fachhochschule Nordwestschweiz.

      20 Workshops, 16 Doktorandenwerkstätten und über 150 Vorträge, die von intensiven Diskussionen geprägt waren, fanden während dieser Zeit statt. Arbeit und Gesundheit, Arbeitsschutz und Gefährdungsbeurteilung, Arbeitsgestaltung und Führung, Sinnerleben in der Digitalen Arbeitswelt oder Kooperation und virtuell-informelle Kommunikation gehörten zu den Themen ausgewählter Symposien.

      Unterschiedliche Aspekte des Digitalen Wandels standen im Mittelpunkt der Eingangsreferate zur Tagung.

      Neue Perspektiven in der medizinischen Versorgung durch Roboter

      Robert Riener, Vertreter der Schulleitung und Leiter Departement Gesundheitswissenschaften und Technologie der ETH Zürich zeigte in seiner Grussnote, wie mit Therapierobotern und Assistenzsystemen Schlaganfallpatienten geholfen werden kann und in welcher Form die Entwicklung dieser Technologien Potentiale für die Patienten bereithält

      Robert Riener, Vertreter der Schulleitung und Leiter Departement Gesundheitswissenschaften und Technologie der ETH Zürich (sämtliche Bilder: Eleni Kougionis)

      Auch der Einsatz von Robotern braucht Grenzen

      Oliver Bendel, Dozent für Wirtschaftsinformatik mit Spezialgebiet Maschinenethik an der Hochschule für Wirtschaft FHNW nahm eine andere Perspektive ein: Er stellte verschiedene Prototypen von Robotern vor, beispielsweise Paket- oder Pflegeroboter, und präsentierte jeweils aus der Sicht der Roboter die dem Menschen zugedachten Aufgaben in der Kooperation mit ihnen. Er sprach sich eindringlich für rechtliche Regulationen von Robotik und künstlicher Intelligenz aus.

      Oliver Bendel, Dozent für Wirtschaftsinformatik mit Spezialgebiet Maschinenethik an der Hochschule für Wirtschaft FHNW

      Sinn, Verantwortung und Kreativität der Arbeit für den Menschen erhalten

      Heinz Schüpbach, Direktor der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW sprach sich in seinem Input dafür aus, den technischen und den sozialen Prozess des digitalen Wandels miteinander zu vereinbaren und gemeinsam zu gestalten. Für die Arbeitsmotivation der Menschen seien Sinn, Verantwortung und Kreativität der Arbeit enorm wichtig – auch wenn künftig Roboter einen Teil der Aufgaben der Menschen übernehmen.

      Heinz Schüpbach, Direktor der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW 

      Digitaler Wandel- Revolution oder Evolution

      Kommt der digitale Wandel revolutionär, also schnell und als gesellschaftliche Umwälzung oder eher als eine Entwicklung, die sich zwar schnell vollzieht, aber den Menschen ausreichend Zeit lässt, sich auf die kommenden Veränderungen einzustellen? Diese Frage zog sich als roter Faden durch den Kongress.

      Unternehmensvertreter schätzten die Situation eher so ein, dass die Veränderungen sich weniger schnell vollziehen als z.T. vorhergesagt oder befürchtet wird, da auch die Automatisierung und die Roboterentwicklung Zeit brauchen.

      Eric Scheidegger, stellvertretender Direktor des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO, präsentierte Zahlen zur Beschäftigung in der Schweiz und sah die Zukunft der Arbeit mit neuen Geschäftsmodellen optimistisch. Noch nie arbeiteten so viele Menschen in der Schweiz wie heute, obwohl sich die Arbeitsplätze in der Industrie halbiert hätten.

      Eric Scheidegger, stellvertretender Direktor des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO

      Lebenslanges Lernen

      Patrick Warnking, Direktor von Google Schweiz, skizzierte, wie sich künftig die Nutzung des Internets ausweiten werde und wie sich entlang dieser Entwicklung künftig die Geschäftsmodelle verschiedener Unternehmen ändern werden. Er stellte heraus, dass vor allem die Geschwindigkeit des technologischen Wandels für die Menschen eine Herausforderung darstellt und deshalb Qualifizierung und lebenslanges Lernen eine grosse Bedeutung erlangen.

      Patrick Warnking, Direktor von Google Schweiz

      Bildergalerie GfA Kongress 2017

      Kontakt:
      Friederike Triebel,

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