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    03.02.2017

    Gepäckkontrolle in 3D

    Bessere automatische Sprengstoffdetektion

    Die neuste Generation von Röntgengeräten für die Kontrolle von Passagiergepäckstücken an Flughäfen liefert dreidimensionale rotierbare Röntgenbilder. Forschende der FHNW untersuchten den Einfluss dieser neuen Technologie auf die Sicherheitskontrolle.

    Standardmässig werden heute für die Sicherheitskontrolle von aufgegebenem Gepäck an Flughäfen noch Röntgengeräte mit 2D-Technologie verwendet. Neue Geräte mit 3D-Technologie (Computertomographie) ermöglichen eine bessere automatische Detektion von Sprengstoff und liefern dreidimensionale Bilder, wodurch ein Gepäckstück aus  verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden kann. Den Einfluss der 3D-Technologie auf die Erkennungsleistung des Sicherheitskontrollpersonals im Vergleich zur Bildanalyse mittels 2D-Technologie untersuchte ein Forschungsteam der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW unter der Leitung von Prof. Dr. Adrian Schwaninger, Dr. Marcia Mendes und Nicole Hättenschwiler.

    Röntgentechnologie 3D

    2D vs. 3D: Mit der 3D-Technologie (rechtes Bild) kann ein Gepäckstück aus  verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. (Bilder: FHNW)

    Zusätzliche räumliche Information

    In den durchgeführten Tests erkannte das Sicherheitskontrollpersonal verbotene Gegenstände (Bomben) in den Röntgenbildern der Gepäckstücke mit Hilfe von 3D-Technologie sehr gut und ein wenig besser als mit 2D-Technologie (der Unterschied war allerdings statistisch nicht signifikant). Die geringere Bildauflösung bei 3D CT-Geräten gegenüber 2D konnte somit durch die zusätzliche räumliche Information kompensiert werden. Bedingt durch die Bildrotation bei 3D wurde dafür lediglich etwas mehr Zeit benötigt.

    Hohe Erkennungsleistung trotz unbekannter Technologie

    Die Studienergebnisse zeigten des Weiteren auf, dass sich die bereits vorhandene Erfahrung vom 2D Screening auf die Analyse der 3D Bilder übertragen lässt. Sicherheitskontrollpersonal, welches diese Technologie zum ersten Mal benutzte, erzielte eine ähnlich hohe Erkennungsleistung wie jenes, das die Bilder mit der ihm bekannten 2D-Technologie analysierte. Insgesamt geht aus der Studie hervor, dass die Analyse von Gepäckstücken mit 3D CT-Technologie empfohlen werden kann, weil sie eine bessere automatische Sprengstoffdetektion ermöglicht und gut von 2D Screenern ohne spezielles 3D CT-Training angewendet werden kann. Weiterführende Studien werden untersuchen, was zusätzliches spezifisches 3D CT-Training des Sicherheitskontrollpersonals bewirken kann.

    Kontakt und Information

    Prof. Dr. Adrian Schwaninger, Institut Mensch in komplexen Systemen,

    Nicole Hättenschwiler, Institut Mensch in komplexen Systemen,

    Kooperationspartner

    Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern CASRA und der Bundespolizei Deutschland (Lübeck) durchgeführt.

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