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Mobiltelefone am Steuer: Auswirkungen auf das Fahrverhalten bei jungen Autofahrern und Autofahrerinnen

Ansprechpartnerin: Prof. Dr. Katrin Fischer

Das Projekt widmet sich der Problematik der Mobiltelefonbenutzung während des Autofahrens, speziell bei der Gruppe jugendlicher und junger erwachsener Autofahrerinnen und Autofahrern mit geringer Fahrerfahrung. Unfallstatistiken zeigen, dass diese Gruppe zu den am meisten gefährdeten im Strassenverkehr gehört – zum einen bedingt durch die mangelnde Fahrerfahrung, zum anderen bedingt durch jugendtypische Verhaltensweisen am Steuer, die ein hohes Gefährdungspotenzial besitzen (z.B. unangepasste Geschwindigkeit, Alkohol am Steuer usw.).

Die bisherige Aufklärung und Prävention im Bereich Verkehrssicherheit bezieht das Problem der Mobiltelefonbenutzung am Steuer, die Aufklärung über Auswirkungen, Unfallrisiken usw. nicht ein. Zwar gibt es Untersuchungen zum Telefonieren beim Autofahren, nicht jedoch zur Nutzung anderer Funktionen des Mobiltelefons und deren Wirkungen beim Autofahren. Die Erweiterung der Präventionsarbeit um das Thema „Handy am Steuer“ erscheint aus mehreren Gründen sinnvoll und notwendig:

Das Mobiltelefon findet zunehmend Verbreitung, gerade bei Jugendlichen. Das Telefonieren mit dem Handy ebenso wie das Versenden von SMS sind heute diejugend-typischen Kommunikationsformen, die von den Jugendlichen mehrmals täglich praktiziert werden.

Jugendlichen Autofahrer überschätzen sich insgesamt in ihrem Fahrkönnen und unterschätzen die Gefahren des Strassenverkehrs, vermutlich also auch die Risiken der Mobiltelefonbenutzung am Steuer. 

Ziele

Das Projekt verfolgt zwei wesentliche Ziele: Zum einen soll Aufschluss gewonnen werden über die Wirkungen der Mobiltelefonbenutzung am Steuer und deren Wechselwirkungen mit den Faktoren Alkohol und geringe Fahrerfahrung, handelt es sich dabei doch um Faktoren, die gerade bei jugendlichen Fahrzeugführern häufiger gemeinsam auftreten als in anderen Altersgruppen.

Zum anderen sollen aus den Befunden geeignete jugendspezifische Interventionen auf den Ebenen der Risikowahrnehmung und des Risikoverhaltens abgeleitet werden. Ziel ist es, die Präventionsmassnahmen für die Problematik der Handynutzung am Steuer so zu gestalten, dass sie es gestatten, die für diese Altersgruppe notwendigen Entwicklungsaufgaben (Neues ausprobieren, eigene Grenzen finden, Orientierung suchen)undsicherheitsförderliches Verhalten zu integrieren.

Zielgruppe

Untersucht werden jugendliche und junge erwachsene Autofahrer mit geringer Fahrerfahrung (weniger als 7 Jahre Fahrpraxis). Die Probanden sollen aus Gymnasien bzw. Berufsschulen der Kantone Zürich und Solothurn rekrutiert werden.

Das Alter der Probanden sollte zwischen 18 und 25 Jahren liegen, da sich die meisten Studien zum Fahrverhalten von Fahranfängern auf diese Altersgruppe bezieht und so eine Vergleichbarkeit der Daten möglich ist. 

Die Kontrollgruppe sind Autofahrer mit einer hohen Fahrerfahrung (mindestens 7 Jahre Fahrpraxis). Es wird ein annähernde Gleichverteilung männlicher und weiblicher Probanden angestrebt.

Theorie

Das Projekt soll die Auswirkungen der Faktoren „Fahrerfahrung“, „Alkohol“, „Nutzung des Mobiltelefons am Steuer (Telefonieren mit Freisprechanlage / Telefonieren ohne Freisprechanlage / Versenden von SMS)“ sowie „Risikowahrnehmung der Jugendlichen“ auf das Fahrverhalten nachweisen. Wichtig sind dabei nicht nur die Haupteffekte dieser Einflussgrössen, sondern deren Interaktionen untereinander. In welcher Weise verstärkt beispielsweise Alkohol die beeinträchtigenden Wirkungen des SMS-Sendens, wenn die Fahrerfahrung des Fahrers gering ist? Und welchen Zusammenhang gibt es zwischen der Risikowahrnehmung der jugendlichen Autofahrer und ihrem tatsächlichen Fahrverhalten?

Die Ergebnisse der empirischen Untersuchung sollen in präventive Massnahmen umgesetzt werden, die zum einen auf derWahrnehmungsebeneansetzen und die Jugendlichen über die Folgen der Mobiltelefonbenutzung am Steuer aufklären sollen, und die gleichzeitig die mögliche Selbstüberschätzung jugendlicher Fahranfänger aufzeigen. Zum anderen sollen die Ergebnisse in Massnahmen auf derVerhaltensebeneumgesetzt werden,die unmittelbar an dem risikoreichen Fahrverhalten der Jugendlichen verändernd ansetzen sollen.

Projektvolumen

CHF 150'000.--

Projektdauer

01.04. 2007 – 30.09. 2008

Projekt- und Finanzierungspartner

Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung SNF

DORE
Wildhainweg 20
Postfach
CH-3001 Bern

Fachstelle „Alkohol – am Steuer nie!“ Zürich
Ottikerstrasse 10
8006 Zürich

Projektleitung

Prof. Dr. Katrin Fischer, T +41 62 286 03 14

Kontakt

Katrin Fischer
Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW
Riggenbachstrasse 16
CH-4600 Olten
T +41 62 286 03 14

 

 

 

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