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      Strategische Initiative «Alternde Gesellschaft»

      Alternde Gesellschaft

      Die Schweiz weist eine der höchsten Lebenserwartungen in der Welt auf. Während die Menschen immer älter werden, bleibt die Geburtenrate niedrig. Diese demografische Alterung wird zur Herausforderung für Individuum, Gemeinschaft und Gesellschaft. Einzelne Menschen sind in ihrer jeweiligen sozialen Umwelt ebenso betroffen wie das allgemeine Bildungs-, das soziale Sicherungs- oder das Wirtschaftssystem.

      Der Alterungsprozess ist auch eine Chance, denn er wird die Gesellschaft zu weiteren Innovationen veranlassen. Insofern lässt sich die Alterung als Motor gesellschaftlicher, das heisst kultureller, sozialer, technischer, ökonomischer Entwicklung begreifen und nutzen.

      Hier setzt diese Strategische Initiative an: Sie will einen Alters-Survey für die Kantone der Nordwestschweiz erarbeiten, der Erkenntnisse zu den Lebenslagen und den Lebensbedingungen der älteren Menschen dokumentiert und robuste Daten für die nötigen Planungen und Entscheidungen liefert. Ein Alters-Atlas soll den gesellschaftlichen Altersstrukturwandel und die Lebenssituationen älterer Menschen visuell und interaktiv darstellen.
      Weitere Arbeitsschwerpunkte befassen sich mit:

      • dem Arbeitsmarkt und dem Produktivitätspotenzial älterer Menschen (Ageing Workforce),
      • den Wohn- und Lebenssituationen älterer Menschen in ihren sozialen Netzwerken und Regionen (Ageing & Living in Place) und
      • den Integrations- und Teilhabemöglichkeiten älterer Menschen im sozialen Wohlfahrtsstaat (Ageing, Health & Social Welfare)

      Ziel ist es dabei immer, innovative Konzepte, Produkte und Serviceangebote zur Erhaltung beziehungsweise Verbesserung der Lebensqualität im Alter zu generieren.
      Bis 2017 will die Initiative beispielhafte und nachhaltige Verbesserungen der Lebenslage und Lebensqualität älterer Menschen herbeiführen.

      Die Strategische Initiative «Alternde Gesellschaft» wird es auch möglich machen, an der FHNW einen hochschulübergreifenden und interdisziplinär ausgerichteten Schwerpunkt Ageing in Society (Arbeitstitel) aufzubauen.

      Video «Strategische Initiative Alternde Gesellschaft»



      Video «Zwei Projekte kurz vorgestellt»

       

      Projekte

      Erste Staffel, Projektabschluss Ende 2016

      Projekt Nr. 1
      Erfahrungsunternehmen: Social Innovation and Design for a Social Change
      Projektbereich: Übergänge in Ruhestand und Karrieren in der Nacherwerbsphase
      Beteiligte Hochschulen: Hochschule für Soziale Arbeit (Lead), Hochschule für Gestaltung und Kunst, Hochschule für Wirtschaft
      Kurzbeschrieb: Es soll ein Weiterbildungsprogramm «Erfahrungsunternehmen» für Führungskräfte aus Unternehmen entwickelt werden, die sich am Ende ihrer regulären Erwerbstätigkeit auf eine (nachberufliche) unternehmerische Tätigkeit vorbereiten möchten. In der Pilotphase soll der Schwerpunkt für Unternehmensgründungen im Sozialwesen (Social Entrepreneurship) und in der Kreativwirtschaft gelegt werden, da hier die besten Chancen zur Umsetzung sowie der grösste Bedarf gesehen werden.

      Projekt Nr. 2
      Alternde Belegschaften und Einfacharbeit: Kompetenzaufbau und Ressourcenorientierung im Kontext von niedrig qualifizierter Beschäftigung und einfacher Tätigkeit in Unternehmen
      Projektbereich: Erwerbstätigkeit 50plus
      Beteiligte Hochschulen: Hochschule für Soziale Arbeit (Lead), Hochschule für Wirtschaft, Pädagogische Hochschule
      Kurzbeschrieb: Der demografische Wandel zeigt sich in Unternehmen zunehmend auch im Bereich einfacher Tätigkeiten. Bislang fehlen Untersuchungen darüber, welche Herausforderungen sich den Unternehmen hier stellen. Diese explorative interdisziplinäre Studie geht ‒ mit Fokus auf der Nordwestschweiz ‒ folgender Frage nach: Welche Herausforderungen, Potenziale und Handlungsmöglichkeiten haben Unternehmen im Zusammenhang mit niedrig qualifizierten Beschäftigten und einfachen Tätigkeiten im Kontext von alternden Belegschaften?

      Projekt Nr. 3
      Flexibel Arbeiten in der späten Erwerbs‐ und in der Nacherwerbsphase: Bedürfnisse, Potenziale und Risiken aus Unternehmens‐ und Beschäftigtensicht im wissensintensiven Sektor (WorkFlex50plus)
      Projektbereich: Erwerbstätigkeit 50plus und Arbeitsmarkt 64/65plus
      Beteiligte Hochschulen: Hochschule für Wirtschaft (Lead), Hochschule für Angewandte Psychologie
      Kurzbeschrieb: Den Flexibilisierungsbedürfnissen und ‐potenzialen von Mitarbeitenden in der späten Erwerbs‐ und in der Nacherwerbsphase dürfte angesichts des Fachkräftemangels künftig ein zunehmend grösserer Stellenwert zukommen. Diese Flexibilisierungen können zeitlicher, räumlicher, aufgaben‐ und vertragsbezogener Art sein. Über eine explorierende qualitative Analyse sollen Flexibilisierungspotenziale, ‐bedürfnisse und ‐risiken sowie Flexibilisierungsangebote und ‐praxis erhoben werden. Dies sowohl aus Perspektive von Unternehmen, Verbänden und Kantonen als auch aus Perspektive der älteren Beschäftigten. Eine Gap‐Analyse soll allfälligen Handlungsbedarf aufzeigen.



      Ageing Workforce: Fachkräfte in der späten Erwerbs‐ und in der Nacherwerbsphase erhalten wachsende Bedeutung.
      (Bild: Maria Rodriguez/Keystone)

      Projekt Nr. 4
      Ganzheitliche Lösungsszenarien für selbstbestimmtes Wohnen im Alter: Potenziale von Technik und Dienstleistungen
      Projektbereich: Ageing and Living im Smart House
      Beteiligte Hochschulen: Hochschule für Angewandte Psychologie (Lead), Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik, Hochschule für Technik, Hochschule für Soziale Arbeit
      Kurzbeschrieb: Dieses Projekt stellt die Unterstützung von Alltagsaktivitäten zur Steigerung der Alltagskompetenz älterer Personen in den Mittelpunkt. In die Analyse von Alltagsaktivitäten werden die Wohnung und das Wohnungsumfeld (Siedlung, Quartier, Nachbarschaft) einbezogen. Darauf aufbauend werden Lösungsszenarien für die Unterstützung älterer Personen generiert, die sowohl räumliche und technische als auch Dienstleistungsaspekte berücksichtigen.

      Projekt Nr. 5
      Mit den Augen betagter Frauen: Analyse und Visualisierung des öffentlichen Raums aus Sicht betagter Frauen zur Förderung des gesunden Alterns. Eine Pilotstudie
      Projektbereich: Wohnen, Mobilität und Partizipation im Alter
      Beteiligte Hochschulen: Hochschule für Soziale Arbeit (Lead), Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik, Hochschule für Wirtschaft
      Kurzbeschrieb: Ältere Menschen und insbesondere Frauen sind in erster Linie zu Fuss unterwegs. Die Gestaltung eines Quartiers oder Stadtteils hat nachweislich einen Einfluss auf die aktive Mobilität wie auch auf die Möglichkeit der Pflege von sozialen Kontakten. In dieser Pilotstudie sollen eine Sozialraumanalyse aus Sicht von betagten Frauen durchgeführt, die Ergebnisse sozialräumlich visualisiert und in einem partizipativen Verfahren mit der Zielgruppe validiert und diskutiert werden. Zu diesem Zweck müssen alters- und gendergerechte Verfahren der Erhebung, der Analyse und der Visualisierung sozialräumlicher Informationen entwickelt und getestet werden.

      Projekt Nr. 6
      Ageing in Community: Semi‐automatische Methoden zur allgemeinen und individuellen Lebensraum‐Charakterisierung
      Projektbereich: Wohnen, Mobilität und Partizipation im Alter
      Beteiligte Hochschulen: Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik (Lead), Hochschule für Soziale Arbeit
      Kurzbeschrieb: Lebensstile älterer Menschen verändern sich. Unterschiedliche Gruppen haben unterschiedliche Bedürfnisse und Wünsche unter anderem auch an den Lebensraum, zum Beispiel an das Quartier, in dem sie leben. Diese Machbarkeitsstudie hat zum Ziel, diese individuellen, aber auch allgemeine Bedürfnisse zu berücksichtigen und semi‐automatische (v.a. geoinformationsbasierte) Methoden zur Lebensraum‐Charakterisierung auszutesten.

      Ältere Menschen sind in erster Linie zu Fuss unterwegs. Das Quartier wird zum Mittelpunkt des Lebens. (Bild: Meinrad Schade/Keystone)

      Projekt Nr. 7
      Heimat und Identität in «alternden» Einfamilienhausquartieren: Der Beitrag eines Siedlungstyps für ein gelungenes Ageing in Place
      Projektbereich: Soziale Beziehungen, Identität und Heimat
      Beteiligte Hochschulen: Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik (Lead), Hochschule für Soziale Arbeit
      Kurzbeschrieb: Das Projekt richtet seinen Fokus auf jene Einfamilienhausquartiere, die von den 1950er- bis in die 1980er-Jahre entstanden sind. Nicht nur die Häuser, auch deren Bewohnerinnen und Bewohner sind gealtert und altern weiterhin. Die Untersuchung erschliesst am Beispiel von zwei kontrastierenden Einfamilienhausquartieren in der Nordwestschweiz den Zusammenhang von Alter, Heimat und Identität im Quartier. Die mit den Methoden der qualitativen Sozialforschung und der architektonisch‐stadtplanerischen Forschung gewonnenen Ergebnisse führen zur Entwicklung planerischer Szenarien für die zukünftige Gestaltung von Quartieren im Sinne eines gelungenen Ageing in Place.

      Projekt Nr. 8
      Lebenslage von älteren Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen
      Projektbereich: Korporale Lebenslagen
      Beteiligte Hochschulen: Hochschule für Soziale Arbeit (Lead), Pädagogische Hochschule
      Kurzbeschrieb: Ältere Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene sind eine besonders verletzliche Gruppe. In Studien zur Migration werden ältere Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene nur punktuell thematisiert, zum Beispiel bezüglich Integration in den Arbeitsmarkt, Bildung, physischer und psychischer Gesundheit, Wohnsituation oder sozialer Kontakte. Meist werden ihre Verhältnisse als prekär charakterisiert.
      Diese Untersuchung soll erste Aussagen über die Lebensverhältnisse dieser Gruppe generieren. Sie wird mithilfe von 25‒30 leitfadengestützten Interviews die Lebenssituation von älteren Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen untersuchen. Es handelt sich für die Schweiz um eine Pionierstudie.


      Mobilitätsverlust bedroht die Chancen auf aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. (Bild: Rainer Wiederkehr/Keystone)

      Projekt Nr. 9
      Hopp Silver Market: Gestaltungsprinzipien für Bewegungsprogramme für Ältere basierend auf Design-for-Behavior-Change‐Ansätzen
      Projektbereich: Korporale Lebenslagen
      Beteiligte Hochschulen: Hochschule für Angewandte Psychologie (Lead), Hochschule für Wirtschaft
      Eine hinreichende körperliche Gesundheit ist eine Voraussetzung für ein unabhängiges und sozial integriertes Leben. Ziel des Projekts ist es, Menschen im dritten Lebensalter darin zu unterstützen, durch regelmässige körperliche Betätigung ihre körperliche Gesundheit zu fördern. Es sollen Gestaltungsprinzipien für Bewegungsprogramme abgeleitet werden, die zu einer langfristigen Verhaltensänderung im Sinne einer dauerhaften Beteiligung an Bewegungsangeboten führen.

      Zweite Staffel, Projektabschluss Ende August 2017

      Projekt Nr. 10
      Alternde Belegschaften und Einfacharbeit: Fallstudien in Unternehmen
      (Fortführung von Projekt Nr. 2, erste Staffel)
      Projektbereich: Ageing Workforce
      Beteiligte Hochschulen: Hochschule für Soziale Arbeit (Lead), Hochschule für Wirtschaft, Pädagogische Hochschule
      Kurzbeschrieb: Unternehmen müssen zunehmend versuchen, ältere Beschäftigte und damit deren Arbeitspotenzial und Kompetenzen im Unternehmen zu halten. Das gilt auch für Beschäftige in einfachen Tätigkeiten.
      Auf der Basis der Resultate der ersten Forschungsphase werden sechs Fallstudien in ausgewählten Branchen erarbeitet. Dazu werden qualitative Interviews mit Unternehmen, Verbänden, Sozialversicherungen und Mitarbeitenden geführt und ausgewertet. Dann werden umsetzbare Empfehlungen zum Erhalt des vorhandenen Arbeitskräftepotenzials in Unternehmen formuliert. Die Studie leistet einen Beitrag, die mit alternden Belegschaften und Personalmangel einhergehenden Produktivitäts- und Qualifikationslücken zu schliessen.

      Projekt Nr. 11
      Älterwerden mit HIV: Lebensentwürfe älterer HIV-positiver Menschen
      Projektbereich: Ageing and Living in Place
      Beteiligte Hochschulen: Hochschule für Soziale Arbeit (Lead), Hochschule für Gestaltung und Kunst
      Kurzbeschrieb: In der Schweiz leben etwa 20ʼ000 bis 27ʼ000 Menschen mit dem HI-Virus. Dank der antiretroviralen Therapie hat sich die Lebenserwartung HIV-positiver Menschen in den letzten 30 Jahren deutlich erhöht; inzwischen ist in der Schweiz knapp die Hälfte der Betroffenen 50 Jahre und älter. HIV-positive Personen sind häufiger und früher von altersbedingten Beschwerden betroffen als HIV-negative Personen. Hinzu kommen oft Mehrfachdiskriminierungen: HIV-bezogene Diskriminierung, Altersstigmatisierung und Diskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Betroffenengruppe. Es bestehen Hinweise, dass das Alters- und Pflegesystem in der Schweiz nicht auf die alternden HIV-positiven Menschen vorbereitet ist.
      Diese Pilotstudie will einerseits wissenschaftliche Grundlagen für die Entwicklung eines Videofilms zur Sensibilisierung von in der Altenhilfe und Altenpflege tätigen Personen liefern und andererseits bestehende Wissenslücken im Bereich Leben mit HIV im Alter schliessen.

      Projekt Nr. 12
      Visualisierung von persönlichen Netzwerken älterer Menschen
      Projektbereich: Ageing and Living in Place
      Beteiligte Hochschulen: Hochschule für Soziale Arbeit (Lead), Hochschule für Wirtschaft
      Kurzbeschrieb: Die Analyse von persönlichen Netzwerken hat bereits eine jahrzehntelange Tradition. Mit solchen Analysen lässt sich erkunden, inwiefern Individuen in Netzwerke eingebunden sind. Darüber hinaus interessieren sich Forschende auch für die Qualität der Beziehungen zu den Netzwerkmitgliedern, die Interaktionen zwischen den Mitgliedern oder die vorhandenen Ressourcen in persönlichen Netzwerken.
      Für dieses Projekt sollen neuartige (analoge und digitale) Darstellungsformen von egozentrierten Netzwerkstrukturen entwickelt werden. Visualisierungen dienen dabei zum einen der Unterstützung der Datengewinnung durch Interviews mit älteren Menschen und zum anderen der Analyse der erhobenen Daten. Ziel ist es, das soziale und räumliche System älterer Menschen sowie Unterstützungspotenziale besser zu verstehen, um Unterstützungsangebote konzipieren zu können.

      Projekt Nr. 13
      Hochaltrigkeit und Kontaktmöglichkeiten in «alternden» Einfamilienhausquartieren
      (Fortführung von Projekt Nr. 7, erste Staffel)
      Projektbereich: Ageing and Living in Place
      Beteiligte Hochschulen: Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik (Lead), Hochschule für Soziale Arbeit
      Kurzbeschrieb: Aufbauend auf den Erkenntnissen des Projekts «Heimat und Identität in ‹alternden› Einfamilienhausquartieren», soll in diesem Nachfolgeprojekt das soziale Netz der hochaltrigen Bevölkerung von Einfamilienhausquartieren in der Nordwestschweiz in den Fokus gerückt werden. Die Fragestellung verbindet Problematiken der alternden Gesellschaft mit sozialräumlichen Themen der Siedlungsentwicklung.
      Der Siedlungstyp des Einfamilienhausquartiers ist überdurchschnittlich von der gesellschaftlichen Alterung betroffen. Das Projekt untersucht, welche Potenziale für Kontaktmöglichkeiten dieser Siedlungstyp hochaltrigen, in ihrem Mobilitätsradius eingeschränkten Personen bietet. Das Forschungsvorhaben soll einen weiteren Baustein für die Anpassung von Quartieren an die Bedarfe einer alternden Gesellschaft liefern und Grundlagen für einen Forschungsschwerpunkt «Alternde Einfamilienhausquartiere» generieren.

      Projekt Nr. 14
      Zeitvorsorge: Eine Analyse motivationaler Grundlagen und potenzieller Leistungen
      Projektbereich: Ageing, Health and Social Welfare
      Beteiligte Hochschulen: Hochschule für Wirtschaft (Lead), Hochschule für Soziale Arbeit
      Ziel des Projekts ist es, Wissen über sogenannte Zeitvorsorgesysteme am Beispiel des Projekts KISS (www.kiss-zeit.ch) zu generieren. Die Idee des Vereins KISS Schweiz ist, dass Menschen für freiwillige Tätigkeiten im Bereich der Begleitung und Betreuung älterer Menschen Zeitgutschriften erhalten, die sie später gegen Leistungen einlösen können, von denen sie selbst profitieren. Zwei Forschungsfragen stehen im Zentrum des Projekts:
      - Welche Beweggründe gibt es für eine Beteiligung an der Zeitvorsorge?
      - Für welche Tätigkeiten ergibt sich eine Übereinstimmung zwischen dem Angebot an und der Nachfrage nach Leistungen?

      Projekt Nr. 15
      Gefährdungsmeldungen bezüglich älterer Menschen im Erwachsenenschutz
      Projektbereich: Ageing, Health and Social Welfare
      Beteiligte Hochschulen: Hochschule für Soziale Arbeit (Lead), Hochschule für Angewandte Psychologie
      Infolge körperlicher und geistiger Abbauprozesse oder Krankheiten besteht im Alter ein erhöhtes Risiko, auf Unterstützung angewiesen zu sein. Es kann zu einer Gefährdung des Wohlergehens kommen. Um Schutzmassnahmen zu erwirken, gibt es in der Schweiz deshalb das Instrument der Gefährdungsmeldung. Das Projekt analysiert bei einer Erwachsenenschutzbehörde während zweier Monate die eingehenden Gefährdungsmeldungen. Auf dieser Grundlage soll geklärt werden, aus welchen Gründen Fachpersonen und Laien eine Meldung machen beziehungsweise warum sie von einer Meldung absehen.

      Projekt Nr. 16
      Körperliche Grenzerfahrungen im Angesicht der eigenen Endlichkeit
      Projektbereich: Ageing, Health and Social Welfare
      Beteiligte Hochschulen: Hochschule für Soziale Arbeit (Lead), Pädagogische Hochschule
      Das Projekt untersucht körperliche Grenzerfahrungen durch gravierende Einschränkungen infolge von Alter, Krankheit oder Unfall. Dabei stehen drei unterschiedliche Generationen im Fokus: jüngere Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren, Menschen des «dritten Alters» (60 bis 75 Jahre) und hochaltrige Menschen (über 80 Jahre). Gesucht sind Antworten auf die Frage, wie ältere und hochaltrige Menschen, aber auch jüngere, von Krankheit oder Unfall existenziell herausgeforderte Personen, mit den gesellschaftlichen Vorstellungen der Gegenwart von Aktivität, Jugendlichkeit, Fitness und Wellness umgehen, wie sie ihre korporalen Spielräume ausloten und welchen Stellenwert dabei Aktivierungs-, Bewegungs- und Sportprogramme haben.

      Projekt Nr. 17
      Nutzbarmachen von Quantified-Self-Daten für ältere Personen
      Projektbereich: Ageing, Health and Social Welfare
      Beteiligte Hochschulen: Hochschule für Life Sciences (Lead), Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik
      Kurzbeschrieb: Neue technologische Entwicklungen machen es möglich, fast jede Bewegung einer Person digital zu erfassen. Diese Möglichkeiten haben auch für ältere Personen ein grosses Potenzial: Sie lassen sich zur Förderung gesunder Verhaltensweisen nutzen. Das Projekt will bestehende visuelle und numerische Analysemethoden von Monitoringdaten erweitern und in einem prototyphaften Prozess zusammenfügen. Die aufbereiteten Analyseresultate können Ärzten und älteren Personen als Diskussionsgrundlage für die allfällig nötige Anpassung von Verhaltensweisen dienen.
      Die Zusammenarbeit mit dem Forschungsschwerpunkt «Dynamik Gesunden Alterns» der Universität Zürich ermöglicht den Zugang zu einem umfassenden Datensatz und Kontakte zu Praxispartnern.

      Alters-Survey und Alters-Atlas
      Beteiligte Hochschulen: Hochschule für Soziale Arbeit, Hochschule für Wirtschaft, Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik
      Die Grundlage einer jeden verantwortungsvollen Alterspolitik und Altersplanung sind solide Kenntnisse sowie repräsentative und belastbare Daten des Gestaltungsfeldes. Dazu sollen im Rahmen dieser Strategischen Initiative mit einem Alters-Survey und einem Alters-Atlas zwei hilfreiche Instrumente geschaffen werden.
      Die Verbesserung der Informationsgrundlagen auf regionaler Datenbasis ist von entscheidender Bedeutung, da in den Kantonen und Gemeinden sehr unterschiedliche Altersverteilungen existieren. Unter dem Motto: «Vorausschauen, vernetzen, informieren» dienen der Survey wie auch der Atlas der Erweiterung der Wissensbasis der Kantone und Gemeinden. So soll eine zukunftsgerichtete Alterspolitik unterstützt werden. Survey und Atlas sind zunächst begrenzt auf die Trägerkantone der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn.
      Mit dem Alters-Survey, einer sich auf die «zweite Lebenshälfte» (ab vierzig Jahren) konzentrierenden, regelmässig stattfindenden Untersuchung der Lebenssituationen älter werdender und älterer Menschen, werden die erforderlichen Daten erzeugt. Diese werden durch den Alters-Atlas, eine Art «Landkarte der alternden Gesellschaft», visualisiert sowie interaktiv, verständlich und ansprechend der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Erfasst werden sowohl die «objektiven» als auch die subjektiv wahrgenommenen und bewerteten Lebenslagen und Lebensbedingungen älterer und älter werdender Menschen. Themen sind unter anderem Wohn- und Einkommenssituation, Bildungs-, Erwerbs- und Gesundheitsstatus, soziale Partizipation, soziale und intergenerationale Beziehungen.

      Organisation der Strategischen Initiative

      Die Strategische Initiative «Alternde Gesellschaft» verfügt über eine Programmsteuerung, einen Programmleiter, externe Expertinnen und Experten, einen Beirat sowie Projektleiterinnen und Projektleiter.
      Sie wird gemeinsam mit den anderen drei Strategischen Initiativen der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW gesamthaft über den Lenkungsausschuss gesteuert, den der Direktionspräsident der FHNW leitet.
      Die Programmsteuerung setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Hochschulen der FHNW zusammen. Sie verantwortet die Projektausschreibungen und sorgt für die Projektevaluation Des Weiteren obliegen ihr die finanzielle Bewilligung und Abnahme der Projekte sowie die Rechenschaft gegenüber dem Lenkungsausschuss, der Direktion und dem Fachhochschulrat. Mitglieder der Programmsteuerung:

      • Prof. Dr. Klaus R. Schroeter , Hochschule für Soziale Arbeit FHNW, Institut Integration und Partizipation, Leitung Programmsteuerung
      • Prof. Dr. Martina Zölch , Hochschule für Wirtschaft FHNW, Institut für Personalmanagement und Organisation
      • Prof. Dr. Axel Schilling , Hochschule für Wirtschaft FHNW, Institut für Nonprofit- und Public Management
      • Prof. Heinz Eichin , Hochschule für Technik FHNW, Institut für Automatisation
      • Stefan Kobler , Hochschule für Technik FHNW, Institut für Produkt- und Produktionsengineering
      • Andreas Pfeuffer , Hochschule für Soziale Arbeit FHNW, Institut Integration und Partizipation, Programmleiter

      Die vom Fachhochschulrat und von den Strategischen Initiativen benannten externen Expertinnen und Experten unterstützen die Qualitätssicherung. Sie evaluieren die einzelnen Projekte und verfassen einen Mitbericht zum jährlichen Zwischenbericht. Als Expertinnen und Experten fungieren für die Strategische Initiative «Alternde Gesellschaft»:

      • Prof. Dr. (em.) François Höpflinger, Universität Zürich
      • Prof. Dr. Jörg Goldhahn, ETH Zürich
      • Prof. Dr. Harald Künemund, Universität Vechta
      • Prof. Dr. Pasqualina Perrig-Chiello, Universität Bern

      Dem Beirat gehören folgende Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Verbänden an:

      • Andreas C. Brändle, Wirtschaftsförderung Oftringen Zofingen
      • Thomas Buchmann, Leiter Amt für Wirtschaft und Arbeit Kanton Aargau
      • Sebastian Burnell, Procap Schweiz, Leiter Fachstelle Hindernisfreies Bauen Aargau/Solothurn
      • Johann Christoffel, Leiter Statistisches Amt Baselland
      • Marianne de Mestral, VASOS, Vereinigung aktiver Senioren- und Selbsthilfe-Organisationen der Schweiz
      • Barbara Gutzwiller, Direktorin Arbeitgeberverband Basel
      • Henri Gassler, Direktor, Mitglied des Stiftungsrates Palliativzentrum Hildegard
      • Dr. Susanne Hoffmann, Universitätsspital Basel, Abt. Praxisentwicklung
      • Gudrun Hochberger, Spital Zofingen, Leitung Departement Pflege und Therapien
      • Elisabeth Michel-Alder, lic. phil., Unternehmensberaterin, Silberfuchs-Netz
      • Diana Müller-Schramek, Pro Senectute Aargau, Bereichsleiterin Beratung und Dienstleistung
      • Dr. Falah Redha, Arzt
      • Renate Schwarz Landis, Arch. HTL, Procap Schweiz, Fachberaterin Hindernisfreies Bauen Aargau
      • Kurt Seifert, Pro Senectute, Leiter Forschung und Grundlagenarbeit
      • Andreas Sidler, Age Stiftung, Leitung Forschung & Wissensvermittlung
      • Eva Südbeck-Baur, Theologin, ehemalige Geschäftsführerin IRAS COTIS, Interreligiöse Arbeitsgemeinschaft in der Schweiz
      • Christina Zweifel, Kantonaler Sozialdienst Aargau, Leiterin Fachstelle Alter

      Koordination und Kontakt

      Leiter Programmsteuerung «Alternde Gesellschaft»
      Prof. Dr. Klaus R. Schroeter
      Hochschule für Soziale Arbeit FHNW
      Institut Integration und Partizipation
      klaus.schroeter@fhnw.ch

      Programmleiter
      Andreas Pfeuffer
      Hochschule für Soziale Arbeit FHNW
      Institut Integration und Partizipation
      andreas.pfeuffer@fhnw.ch

      Informationen für:
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