Strategische Initiative «Energy Chance»

    Energy Chance

    Das Forschungs- und Entwicklungsprogramm «Energy Chance» widmet sich einer der grössten gesellschaftlichen und globalen Herausforderungen unserer Zeit: der Bereitstellung, Nutzung und Akzeptanz von neuen Energieressourcen bei schonendem Umgang mit der Umwelt.

    2012 haben Bundesrat und Parlament die Energiestrategie 2050 («Energiewende») beschlossen: Energieeffizienz, den Ausstieg aus der Kernenergie und den Umstieg auf erneuerbare Energien.

    Mit technologischen Lösungen allein lässt sich die Energiewende nicht verwirklichen. Das Ziel ist nur mit einem ganzheitlichen Vorgehen erreichbar, welches Energieressourcen, Technik, Ökologie, Ökonomie, Stakeholderinteressen sowie das Verhalten der Menschen berücksichtigt. Voraussetzungen für ein Gelingen der Energiewende sind insbesondere Verhaltensänderungen im Umgang mit Energieanwendungen. Dazu braucht es geeignete ökonomische Anreizsysteme und die Akzeptanz verschiedener Anspruchsgruppen (Bürgerinnen und Bürger, Gemeindebehörden, Energieversorger, Umweltverbände u.a.) für den Bau von Erzeugungs-, Speicher-, Übertragungs- und Verteilanlagen.

    Im Zentrum der Strategischen Initiative «Energy Chance» steht das Projekt Energieverbund: Erzeuger, Speicher und Nutzer von Energie sollen in einem regionalen Verbund einen hohen Selbstversorgungsgrad bei möglichst ausgeglichener Leistungsbilanz realisieren. Dazu sind neue Speicherkonzepte sowie «intelligente» Stromnetze (smart grids) und Verbraucher (smart homes) für den dynamischen Ausgleich von Verbrauch und Produktion unerlässlich. Im Sinne eines Pilotprojekts soll der Energieverbund als Machbarkeitsnachweis, Demonstrations- und Lernobjekt dienen.

    Die übrigen Projekte der Initiative sprechen den Bereich der Energiebildung an. Ziel ist es, über die Ausbildung junger Leute auf allen Bildungsstufen eine Wahrnehmungs- und Verhaltensänderung in der Gesellschaft zu begünstigen.

    Video «Strategische Initiative Energy Chance»



    Video «Zwei Projekte kurz vorgestellt»


    Projekte


    Projekt Nr. 1
    Regionaler Energieverbund
    Beteiligte Hochschulen: Hochschule für Angewandte Psychologie, Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik, Hochschule für Life Sciences, Hochschule für Technik, Hochschule für Wirtschaft
    Kurzbeschrieb: Das ist das «Leuchtturmprojekt» der Strategischen Initiative «Energy Chance». Es soll praktisch aufzeigen, wie die vorwiegend dezentrale Erzeugung, die Verteilung und Nutzung von Energie in einem regionalen Kontext im Jahr 2035 ökonomisch und ökologisch sinnvoll gelöst werden kann. Dabei wird von einer Verschiebung im Energiemix hin zu erneuerbaren Energien ausgegangen, wie sie den Szenarien der Energiestrategie 2050 des Bundes zugrunde liegt. Das Projekt widmet sich den Chancen und Risiken einer regionalen Kooperation von Energiedienstleistern aus technischer, wirtschaftlicher, psychologischer und ökologischer Perspektive. Die Schwerpunkte werden auf die wirtschaftlichen und die psychologischen Aspekte gesetzt.

    Um dem komplexen Anforderungsfeld gerecht zu werden, hat sich das Projektteam in drei Teilprojekten organisiert:

    • Modellierung: Kundenbedürfnisse, Verhaltensmodelle der Verbraucherinnen, Innovationen und Geschäftsmodelle sowie ein auf den Szenarien 2035 basierendes Endkunden-Strompreismodell
    • Technische Infrastruktur: technische Zukunftsszenarien 2035; technische Anforderungen, Nachweis der technischen Machbarkeit des regionalen Energieverbunds, Konzeptentwicklung
    • Partner: Einbindung von regionalen und überregionalen Energie- und Technologiepartnern, Adaption und Erprobung von Stakeholder-Prozessen im Energiemarkt

    Die dezentrale Erzeugung, Verteilung und Nutzung von Energie simulieren
    und real nachstellen: das Energy Research Lab der FHNW in Muttenz. 
    (Bild: Weisswert)


    Projekt Nr. 2
    E-Learning-Tool Energie am Bau
    Beteiligte Hochschule: Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik
    Kurzbeschrieb: Entwicklung und Einführung eines E-Learning-Tools Energie am Bau mit Schwerpunkt Grundlagenausbildung zu den aktuellen Berechnungsmethoden, zum Beispiel der Anwendung der Norm SIA 380/1 (thermische Energie im Hochbau) oder der Norm SIA 2032 (graue Energie von Gebäuden).

    Video «E-Learning Tool Energie am Bau»

     

    Projekt Nr. 3
    CAS Energie als Lerngegenstand in Kindergarten und Primarschule
    Beteiligte Hochschulen: Pädagogische Hochschule, Hochschule für Technik
    Kurzbeschrieb: Entwicklung und Einführung eines CAS-(Certificate of Advanced Studies)-Lehrgangs für Lehrpersonen, der das fachliche und fachdidaktische Grundwissen vermittelt, um Phänomene, Fragen und Problemstellungen rund um den Lerngegenstand Energie kompetent und begeisterungsfähig zu unterrichten.

    Kinder ans Thema Energie heranführen.

    Projekt Nr. 4
    Energietechnik und nachhaltige Bildung
    Beteiligte Hochschule: Pädagogische Hochschule
    Kurzbeschrieb: In diesem Projekt geht es um die didaktische Reduzierung und Bearbeitung relevanter Themen der Energieerzeugung, -wandlung, -speicherung, -weiterleitung und -nutzung für die allgemeinbildende Technikdidaktik der obligatorischen Schule. Dazu wird die breite Thematik in unabhängige Module unterteilt. Diese werden zum einen für Lehrerinnen und Lehrer mit und ohne technische Vorbildung und zum anderen für Schülerinnen und Schüler der Primar- und Sekundarstufe I aufbereitet.

    Projekt Nr. 5
    Energie als Themenbereich im «MobiLab»
    Beteiligte Hochschulen: Pädagogische Hochschule, Hochschule für Technik
    Kurzbeschrieb: Dieses Projekt will einen Beitrag dazu leisten, Kinder in ihrem lernfähigsten Alter an das in Naturwissenschaft und Technik bedeutsame Thema Energie heranzuführen. Dazu werden zwanzig innovative Experimente so konzipiert, dass sich Schülerinnen und Schüler der 4. bis 6. Klasse forschend und entdeckend mit Energieformen, Energieumwandlung und regenerativer Energie auseinandersetzen können. Die Experimente bilden den neuen Themenbereich Energie für das bestehende mobile Lernangebot «MobiLab».

    Spannende Experimente per Bringdienst: Das «MobiLab» bringt über 130 naturwissenschaftlich-technische Experimente in die Primarschulen.

    Organisation der Strategischen Initiative

    Die Strategische Initiative «Energy Chance» verfügt über eine Programmsteuerung, einen Programmleiter, externe Experten, einen Beirat sowie fünf Projektleiter.
    Sie wird gemeinsam mit den anderen drei Strategischen Initiativen der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW gesamthaft über den Lenkungsausschuss gesteuert, den der Direktionspräsident der FHNW leitet.
    Die Programmsteuerung setzt sich aus Vertretern der beteiligten Hochschulen der FHNW und dem Programmleiter zusammen. Sie verantwortet die Projektausschreibungen und sorgt für die Projektevaluation. Des Weiteren obliegen ihr die finanzielle Bewilligung und Abnahme der Projekte sowie die Rechenschaft gegenüber dem Lenkungsausschuss, der Direktion und dem Fachhochschulrat. Mitglieder der Programmsteuerung:

    Die vom Fachhochschulrat und von den Strategischen Initiativen benannten externen Expertinnen und Experten unterstützen die Qualitätssicherung. Sie evaluieren die einzelnen Projekte und verfassen einen Mitbericht zum jährlichen Zwischenbericht. Als Experten fungieren für die Strategische Initiative «Energy Chance»:

    • Daniel Clauss, Elektritzitätswerk des Kanton Schaffhausen AG (EKS AG), Leiter Vertrieb und Energiedienstleistungen, Mitglied der Geschäftsleitung
    • Dr. Philipp Dietrich, Philipp Dietrich Unternehmensberatung
    • Dr. Martin Kauert, BKW AG, Head Technology Scouting
    • Prof. Dr. Alexander Wokaun, Paul Scherrer Institut (PSI), Head Energy and Environment Research Department (ENE); ETH Zürich, Ordentlicher Professor am Departement Chemie und Angewandte Biowissenschaften

    Dem Beirat gehören folgende Vertreter aus den Verwaltungen der Trägerkantone der FHNW an:

    • Thomas Fisch, Leiter Energiefachstelle Kanton Basel-Stadt
    • Felix Jehle, Leiter Fachstelle Energie Kanton Baselland
    • Dr. Werner Leuthard, Leiter Abteilung Energie Kanton Aargau
    • Dr. Gustav Ruprecht, Leiter Energiefachstelle Kanton Solothurn

    Koordination und Kontakt

    Leiter Programmsteuerung «Energy Chance»
    Prof. Rainer Schnaidt , Hochschule für Technik FHNW
    rainer.schnaidt@fhnw.ch

    Programmleiter
    Prof. Stefan Roth , Hochschule für Technik FHNW
    stefan.roth1@fhnw.ch

    Informationen für:
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