Bewegungsspielraum
Bewegungsspielraum
Von der Uniform zur Polyform
Danielle Dreier, Renate Aebi NDS D | A + I, 2005
TNS Tellingnewstories
- TNS will mit dem Focus auf Mode und Forschung neue Geschichten erzählen.
- TNS stellt den Designprozess ins Zentrum der Kleidanalyse.
- TNS generiert ein Werkzeug, welches einem Dolmetscher gleich, durch das individuelle Faltenlegen des Kunden, Bewegung sowie die persönliche Signatur dessen auf die Schnittkonstruktion überträgt.
- TNS entwickelt eine interaktive Gestaltungsmethode und kreiert dadurch eine vielseitige Kleidsprache.
- Durch die Individualität der einzelnen Person wird das Kleidungsstück zum Unikat, zum wandelbaren, tragbaren Zeichen.
Als Modegestalterinnen und Absolventinnen des Nachdiplomstudienganges Design, Art und Innovation eingebunden in den aktuellen Diskurs über Forschung im Design, verstehen wir unsere progressive Auseinandersetzung als Diskussionsbeitrag.
Seit September 2004 thematisieren wir unsere Fragestellung anhand einer praktischen, gestalterischen Auseinandersetzung. Unsere Diplomarbeit sind Entwicklungen, Resultate und Erkenntnisse, die wir bis zum jetzigen Zeitpunkt erarbeitet haben, welche keinen Anspruch an Endgültigkeit erheben.
Untersuchungsfeld: Gestalterische und materielle Neuinterpretation einer semantischen Setzung in der Mode entwickelt am Objekt Veston.
Unsere Vorstellung von Mode entspricht nicht der Idee der ewigen Vollkommenheit eines ungelebten, statischen Ideals, sondern ist Ausdruck von organischem Leben. Bewegung beeinflusst den Körper und der Körper das Kleid. TNS will den Focus der Mode, welcher sich ausschliesslich über Ästhetik definiert, erweitern und das Alphabet der Körpersprache als lustvolle Reflexionsfläche in das Kleidungsstück integrieren – sprich einen adäquaten Bewegungsspielraum für das Alphabet der Körpersprache kreieren.
Unsere Kleidung ist etwas zwischen leicht zugänglich und schwer fassbar. Sie setzt ein Interesse voraus, welches über die gängigen Kriterien der Betrachtungsweise von Mode hinausgeht. Der schöne Schein ist sekundär. Diese Kleidung ist vielmehr eine Aufforderung, sich mit Mode auf einer weiteren Ebene auseinander zu setzen. Primär gilt unser Interesse der Beziehung zwischen konstruiertem und physischem Körper. Wir nennen die bestehenden Verhältnisse „physischer Kreislauf“, damit ist der konventionelle Ablauf einer Kleidherstellung gemeint, welche den beweglichen, individuellen physischen Körper ausschliesst und sich auf den statischen, stereotypen konstruierten Körper beschränkt.
Mit unserem Beitrag versuchen wir, den Bewegunsspielraum der bestehenden Begebenheiten von Körper und Raum zu erweitern. Das Repertoire der Reaktionsmöglichkeiten dieser Begebenheiten durch ein „out-of-focus“ Kleidungsstück zu vergrössern, das sich dem Raum anpasst, ihn stört oder dem Umfeld des Raumes, wie zum Beispiel öffentlich, privat oder intim, entgegentritt.
Das Diplomprojekt Bewegungsspielraum wurde nach dem MAS weiter entwickelt und hat folgende Auszeichnungen und Nominierungen erhalten:
2009 Ausstellung BESTFORM 09
2008 Preisträgerinnen Projektbeitrag 2008 des Kantons Bern für Design und Gestaltung
2007 Nomination Eidgenössische Förderpreise für Design 2007
2006 Wettbewerbs-Ausstellung Design Biennale Luzern
2006 Nomination Designcontest 06 FormForum
Ausserdem ist das Kleidteil zur Marktreife weiterentwickelt worden und kann heute in folgenden Konzeptstores erworben werden:
Schütz vêtements, Basel Bern

