«Laag» von Thomas Jenni
| Nichts bleibt ewig jung, nichts dauerhaft neu. Gerne sähen wir die Oberfläche der Dinge als unveränderliche Konstante. Doch – ob wir es wollen oder nicht – Gegenstände verändern sich. Der Mensch hinterlässt Spuren des Gebrauchs oder auch des Missbrauchs, die sich mit der Zeit haptisch und optisch immer deutlicher bemerkbar machen. Den Zustand des Unangetasteten und Neuen konservieren zu wollen, funktioniert auf Dauer nicht. Der Tisch «Laag» ist das Resultat der intensiven Auseinandersetzung mit der altersbedingten Veränderung von Gegenständen. Wie machen sich die Spuren der Zeit bemerkbar? Wodurch werden die Veränderungen von Materialien ausgelöst? Und: Wie reagieren wir darauf? Über die reine Funktionalität hinaus übersetzt «Laag» diese Fragestellungen in eine dreidimensionale Form. Die runde Auflagefläche des Möbels ist aus vielen verschiedenen Schichten zusammengesetzt, die wiederum aus unterschiedlichsten Materialien bestehen. Die heterogene Mischung und die ungleichen Eigenschaften der verwendeten Werkstoffe schaffen einen sinnlichen Zugang zur Thematik. «Laag» verhält sich wie ein Speichermedium. Die materielle Abnutzung, die ihm durch den Gebrauch zugefügt wird, verändert ihn, füllt ihn aber gleichzeitig auch mit Inhalt: mit Gebrauchsgeschichte. Thomas Jenni Referent Praxis: Johannes Fuchs Referent Theorie: Mathias Remmele Fotografie © Hans-Peter Wyss |

