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      12.05.2015

      Wenn Professoren zu Müllmännern werden

      Müll vernichten ist Verschwendung. Öl verbrennen ist nicht nachhaltig. Doch wie lassen sich aus Müll jene Stoffe zur Produktion von Kunststoffen und Konsumgütern gewinnen, die bislang nur Öl lieferte? Erstaunliche Antworten präsentiert die auf diesem Gebiet führende Hochschule für Life Sciences der FHNW.

      An ihrer TagungBiotechnologische Nutzung von brachliegender Biomasse für die Bioökonomie der Schweizzeigte die Hochschule für Life Sciences FHNW am 21. April 2015 in Zusammenarbeit mit i-net, dem Innovationsförderer Nordwestschweiz, das immense wirtschaftliche Potenzial der ungenutzten Biomasse für die Schweiz auf. Interessierte erfuhren, wie die biotechnologische Verwandlung von attraktivem Müll einen neuen Wirtschaftszweig begründen wird: die Bioökonomie.

      Ungenutzte Biomasse: die Schlüssel zur Schatzkammer

      Laut Prof. Gerda Huber, Direktorin Hochschule für Life Sciences FHNW, ist die Ausgangslage klar: "90 Prozent aller Kunststoffe, Medikamente, Waschmittel und Kosmetika stammen aus fossilen Rohstoffen. Die Folge sind Umweltverschmutzung und Ressourcenknappheit." Die Schweiz verbraucht aktuell 4,2-mal so viele Ressourcen, wie sie produziert. Der Wandel von einer erdölabhängigen Industrie zu einer, die nachwachsende Ressourcen und Biomasse verwertet, ist deshalb ein Muss. Die Schweiz besitzt wenig Rohstoffe, aber viel Biomasse. Wie die Schlüssel zu dieser Schatzkammer funktionieren, erklärten mehrere Referenten. Sie sind die Pioniere der konkreten Verschmelzung der Ökonomie mit der Ökologie.

       Aus Holzabfall Chemikalien herstellen 

      Christoph Gasser, preisgekrönter wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule für Life Sciences FHNW fand beispielsweise eine verblüffende Methode mit stillen Helfern: Enzyme von Pilzen, die den im Holz eingelagerten organischen Stoff Lignin abbauen. Die Abbauprodukte sind Chemikalien, die heute aus fossilen Ressourcen gewonnen werden und in der Industrie verwendet werden können. Das Potenzial ist immens: alleine in der Papierindustrie werden heute zirka 50 Millionen Tonnen Lignin jährlich verbrannt.

      "In den vergangenen Jahren ist das Bewusstsein für das ökonomische Potenzial ungenutzter Biomasse enorm gewachsen", erklärt Philippe Corvini, Professor für Umweltbiotechnologie an der Hochschule für Life Sciences FHNW. Die an der Tagung präsentierten Forschungsergebnisse legen den Grundstein für Technologien zur industriellen Nutzung von Biomasse. Die Hochschule hat sich zum Ziel gesetzt, sich schweizweit und international zu einem führenden Zentrum für Bioökonomieforschung zu entwickeln.

      Interview mit Philippe Corvini, Professor für Umweltbiotechnologie, HLS FHNW

      20 Minuten berichtetete am 22.05.2015 darüber

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