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Frauen-Power unter der Lupe

Die neuen Selbständigen 2010

Junge Unternehmerinnen und Unternehmer in der Schweiz: Nach der allgemeinen Bestandsaufnahme Ende 2009 «Die neuen Selbständigen 2009» folgt nun die zweite thematische Detail-Studie über die neuen Selbständigen in der Schweiz.

Im Fokus dieses Berichts stehen die geschlechtsspezifischen Unterschiede zwischen den Selbständigen, die sich ganz offensichtlich auf die Gründungstätigkeit und auch die Firmenführung auswirken. Denn von den 12'000 bis 15'000 Jungunternehmern, die jährlich in der Schweiz den Schritt in die Selbständigkeit wagen, sind nur 20 Prozent weiblich. Warum? Gleichzeitig aber beweisen Firmengründerinnen viel Geschick, Weitsicht und Durchhaltewillen. Sie sind sogar erfolgreicher als ihre männlichen Kollegen. Was machen sie anders? Vier zentrale Fragen liegen dieser Untersuchung zu Grunde:

  • Welche Unterschiede gibt es zwischen Frauen- und Männern, die sich selbständig machen?
  • Wodurch unterscheiden sich die jungen Unternehmen von Frauen und Männern?
  • Wie erfolgreich sind die neuen Unternehmen von Frauen?
  • Welches sind die Erfolgsfaktoren von Frauen und deren Unternehmen?

«Frauen-Power unter der Lupe» ist eine vertiefte Analyse, die auf der breit angelegten Studie «Die neuen Selbständigen 2009» basiert. Ende 2009 hat das Team des Instituts für  Unternehmensführung der Fachhochschule Nordwestschweiz unter der Leitung von Rolf Meyer einen erstmaligen Langzeitvergleich der jungen Unternehmerinnen und Unternehmer in der Schweiz vorgelegt.

Die Analyse der geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Firmengründung basiert auf der Auswertung von 326 Fragebogen, die von Personen ausgefüllt wurden, die ihr Unternehmen in den Jahren 2003 bis 2007 gegründet haben.

Die Studie der Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz wurde ermöglicht durch die grosszügige Unterstützung von Gebert Rüf Stiftung, Forum BGM Kanton Aargau, Aargau Services sowie vom Verlag Orell Füssli. Das Netzwerk für Einfrauunternehmerinnen NEFU Schweiz ist wie schon 1999 Partner dieser Studie.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick

Die neuen Selbständigen 2010

Frauen-Power unter der Lupe

  • Immer mehr Frauen wagen den Schritt in die Selbständigkeit: In den letzten zehn Jahren hat der Anteil der Gründerinnen zugenommen. Mit gut 20% aller Gründungen hinken sie jedoch immer noch deutlich ihren männlichen Kollegen hinterher.
  • Frauen sind die erfolgreicheren Unternehmer - zumindest wenn man die Überlebenswahrscheinlichkeit anschaut. Firmen, die von Frauen gegründet wurden, haben eine deutlich grössere Chance, die ersten fünf Jahre zu überleben als durch Männer gegründete Unternehmen.
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein zentrales Thema: Bei den Motiven haben familiäre Gründe bei den Gründerinnen in den letzten zehn Jahren sehr stark zugenommen. Sie streben häufig ein Teilzeitpensum an und behalten es auch nach mehreren Jahren bei. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu den Gründern.
  • Firmengründerinnen sind jünger als Firmengründer: Gründerinnen sind im Durchschnitt 39 Jahre alt – ihre männlichen Kollegen 41 Jahre alt.
  • Klein ist Trumpf: Die jungen Unternehmen der Gründerinnen sind zwar etwas grösser als noch vor zehn Jahren, jedoch immer noch deutlich kleiner als jene der männlichen Gründungspersonen. Gründerinnen haben seltener Mitarbeitende und wenn doch, dann tendenziell weniger als Gründer. Zudem investieren sie durchschnittlich deutlich weniger Kapital in ihre Unternehmensgründung.
  • Innovation ist Männersache: Während die jungen Unternehmen der männlichen Gründungspersonen in den letzten zehn Jahren deutlich innovativer wurden, d.h. deutlich öfter neue oder stark verbesserte Produkte oder Dienstleistungen auf den Markt brachten, war es bei den Gründerinnen genau umgekehrt: Der Anteil innovativer Firmen sank deutlich. Nur gerade 15 aller neuen Unternehmen, die von Frauen gegründet wurden, kamen mit Produktinnovationen auf den Markt. Bei den von Männern gegründeten Firmen war es mehr als doppelt so oft der Fall.
  • Frauen wählen Branchen im sozialen Bereich: Frauen gründeten vor allem in den Branchen Unterrichtswesen, Gesundheits- und Sozialwesen und sonstigen öffentlichen und persönlichen Dienstleistungen.
  • Bescheidene Einkommenswünsche: Die befragten Gründerinnen sind mit ihrer Selbständigkeit grossmehrheitlich zufrieden oder sehr zufrieden - ähnlich wie ihre männlichen Kollegen. Allerdings verdienen Frauen mit dem Schritt in die Selbständigkeit tendenziell weniger als zuvor. Bei den Männern ist dies genau umgekehrt: Sie verdienen tendenziell etwas mehr als zuvor.

Für weitere Informationen stehen Ihnen die Autoren gerne zur Verfügung

  • Prof. Dr. Rolf Meyer, Institut für Unternehmensführung, Hochschule für Wirtschaft an der Fachhochschule Nordwestschweiz: T 061 286 01 64, M 077 414 76 79
  • Adrian Urs Sidler, Institut für Unternehmensführung, Hochschule für Wirtschaft an der Fachhochschule Nordwestschweiz: T 056 462 42 24, M 079 797 42 24

Ein elektronisches Vorabexemplar für die Presse ist erhältlich unter: adrian.sidler@fhnw.ch
Download der Kurzfassungen, der Referate und der Studie «Die neuen Selbständigen
2009» unter: www.fhnw.ch/wirtschaft/ifu/forschung-und-entwicklung/projekte

Folgende Studien können über den regulären Buchhandel bezogen werden (Edition Gesowip):

  • Meyer, Sidler, Verkuil (2010): Die Rolle des Betrieblichen Gesundheitsmanagements bei Jungunternehmerinnen und Jungunternehmern (ISBN: 978-3-906129-55-6)
  • Meyer und Sidler (2010): Erfolgsfaktoren junger Unternehmen (ISBN: 978-3-906129-58-7)
  • Meyer und Sidler (2010): Frauen-Power unter der Lupe (ISBN: 978-3-906129-60-0)

Medienmitteilung, 4. Juni 2010

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