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Laufbahn Optionen

Die Pädagogische Hochschule FHNW bildet Lehrerinnen und Lehrer von der Eingangsstufe bis zum Gymnasium und Fachleute in Sonderpädagogik aus. Diese Lehrerinnen- und Lehrerbildung aus einer Hand ermöglicht angehenden wie etablierten Lehrerinnen und Lehrern veritable Laufbahnen und Entwicklungsmöglichkeiten nicht nur im System Schule. Exemplarisch werden hier sieben Laufbahn-Beispiele vorgestellt:

A) Von der Primar- zur Sekundarlehrerin
Während zehn Jahren war Barbara A. begeisterte Primarlehrerin. Sie mochte ihren Beruf, die Kinder, die Arbeit im Team und die Aufgaben ausserhalb des Unterrichts. Nach einem Auslandsaufenthalt tritt Barbara A. eine Stellvertretung an einer Sekundarschule an. Die Stufe gefällt ihr sehr gut und es erwächst in ihr der Wunsch, auf dieser Stufe dauerhaft zu unterrichten.
Sie entscheidet sich für das Zweitstudium zur Lehrerin an der Sekundarstufe I und absolviert dieses für den Bereich Gesellschaftswissenschaften sowie das Schulfach Englisch. Daneben unterrichtet sie mit einer 50-Prozent-Stelle im Jobsharing. Nach Abschluss des Studiums unterrichtet Barbara A. an einer Bezirksschule Englisch und an einer
Sekundarschule Geschichte und Geografie.

B) Vom Kindergärtner zum Bildungsforscher
Mario B. unterrichtet mit einer Lehrbefähigung für die Eingangsstufe im Kindergarten. In jüngster Zeit befasst er sich mit der Einführung der Eingangsstufe und der künftigen Bildung der 4- bis 8-Jährigen. Insbesondere die Hintergründe des Schrifterwerbs interessieren Mario B. Mit der Aufhebung der strikten Trennung von Vorschule und Schule ist voraussehbar, dass die Schriftförderung künftig früher als bisher einsetzen kann. Sein Wissensdurst ist geweckt. Mario B. entschliesst sich für den Master-Studiengang Educational Sciences und peilt nach einem Doktorat zum Thema «Schrifterwerb von 4- bis 8-Jährigen» eine Laufbahn in der Bildungsforschung an.

C) Studieren – Lebensunterhalt verdienen – Studieren
Nach der Fachmaturität Pädagogik freut sich Priska C. auf ihr Studium zur Lehrerin auf der Eingangsstufe. Mit 21 Jahren möchte sie aber möglichst bald von zu Hause ausziehen und auf eigenen Beinen stehen. Sie entscheidet sich nach zwei Semestern, ihr Studium im flexiblen Modell berufsbegleitend fortzusetzen und arbeitet – dem aktuellen Lehrermangel sei Dank – bereits während des Studiums zu 30 Prozent auf der Eingangsstufe. Mit dem Bachelor-Abschluss Eingangsstufe unterrichtet Priska C. mehrere Jahre erfolgreich an der entsprechenden Schulstufe. Nach einer Familienpause kehrt die leidenschaftliche Lehrerin an die Pädagogische Hochschule zurück, um sich in einem Zweitstudium zur Primarlehrerin ausbilden zu lassen.

D) Vom Bankkaufmann zum Logopäden
Schon während seiner kaufmännischen Banklehre merkt Lukas D., dass er lieber Lehrer geworden wäre. Er schliesst aber das KV und die Berufsmatur erfolgreich ab und hängt gleich die Passerelle dran. Mit dieser Voraussetzung startet Lukas D. die Verwirklichung seines Traumberufs an der Pädagogischen Hochschule. Den erreichten Lebensstandard möchte er nur ungern aufgeben und wählt darum den berufsbegleitenden, zeitlich flexiblen Studienweg. Zwei Tage die Woche arbeitet er als kaufmännischer Angestellter. Mit dem Bachelor auf der Primarstufe unterrichtet Lukas D. einige Jahre auf der entsprechenden Schulstufe, ehe er merkt, dass ihn die Lehrtätigkeit in der Eins-zu-Eins-Situation und die Arbeit mit Kindern mit Defiziten noch mehr reizt als das Unterrichten im Klassenverband. Zurück an der Pädagogischen Hochschule lässt er sich in drei Jahren zum Logopäden ausbilden.

E) Von der Mathematikerin zur Gymnasiallehrerin
Vanessa E. ist von der Welt der Zahlen fasziniert. Sie entscheidet sich nach ihrer Matur für ein Mathematikstudium an der Universität. Mit dem Fachmaster in der Tasche macht sie sich auf die Suche nach einem Job, in dem sie ihr Spezialwissen optimal einsetzen kann. Der kurze Abstecher in die Welt der Versicherungsmathematik behagt ihr nur halb. Sie möchte ihre Leidenschaft für Zahlen und komplexe Zusammenhänge weitergeben, am liebsten an junge Menschen. Also entscheidet sich Vanessa E. für die Ausbildung zur Gymnasiallehrerin und absolviert an der Pädagogischen Hochschule das Höhere Lehramt im Monofachstudium. Für ihr Doktorat kombiniert sie Mathematik mit Pädagogik und verfasst ihre Dissertation am Forschungs- und Studienzentrum Pädagogik, welches die Pädagogische Hochschule FHNW in Kooperation mit der Universität Basel betreibt.

F) Vom Sekundarlehrer zum Schulleiter
Rolf F. unterrichtet seit mehreren Jahren als Bezirkslehrer Mathematik, Geografie und Biologie. Sein Interesse entwickelte sich immer mehr in Richtung Naturwissenschaften. Er findet, es sei sinnvoll, neben Biologie auch Physik und Chemie zu
unterrichten und meldet sich deshalb für das Ergänzungsstudium der Sekundarstufe I im Bereich Naturwissenschaften an. Auf Grund seiner Vorbildung erhält er Dispensation für die Module in Biologie. Nach zwei Jahren schliesst er das Ergänzungsstudium ab und unterrichtet an der Bezirksschule Mathematik, Physik, Chemie und Biologie. An der Bezirksschule übernimmt er die Leitung einer Projektgruppe zur Qualitätssicherung. Durch die Leitungsaufgabe angeregt, entscheidet sich Rolf F. den CAS «Führung übernehmen – Führung gestalten» an der Pädagogischen Hochschule zu absolvieren. Mit 45 Jahren übernimmt Rolf F. die Schulleitung einer Gesamtschule in seinem Heimatkanton.

G) Von der Primarlehrerin an die EU-Generaldirektion Bildung und Kultur
Als Doppelbürgerin spricht Michelle G. fliessend Französisch und Deutsch und entscheidet sich nach der Matur für den Beruf der Primarlehrerin. Nach dem Bachelor-Studium an der Pädagogischen Hochschule unterrichtet sie einige Jahre auf der entsprechenden Schulstufe. Kurz vor 30 und nach einem dreijährigen Einsatz an der Schweizer Schule in Barcelona beginnt Michelle G., sich für die internationale Bildungslandschaft zu interessieren. Sie kehrt in die Schweiz zurück und absolviert an der Pädagogischen Hochschule das trinationale Master-Studium «Mehrsprachigkeit», welches sie unter anderem an
Partnerschulen und Universitäten in Deutschland und Frankreich führt. Als Absolventin des Master-Studiengangs «Mehrsprachigkeit» bewirbt sich Michelle G. als ausgewiesene Bildungsfachfrau an der EU-Generaldirektion für Bildung und Kultur in Brüssel.
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