Forschungsprojekte
Übersicht
- Case Management am Übergang von der Sekundarstufe I zur Sekundarstufe II
- «Lernort» zwischen institutioneller Definition und subjektiver Aneignung – raumtheoretische Überlegungen zu einer zentralen pädagogischen Kategorie
- Crosslife: Cross-cultural Collaboration in Lifelong Learning and Work
- Projektgruppe: Aus- und Weiterbildung in Gesundheitsfachberufen
Case Management am Übergang von der Sekundarstufe I zur Sekundarstufe II – Eine Studie zur Schweizer Bildungspolitik
Vor dem Hintergrund einer steigenden Zahl von Jugendlichen mit Schwierigkeiten bei Übergang von der Sekundarstufe I zur Sekundarstufe II – insbesondere in die Berufsbildung – haben Bund und Kantone die Initiative zum Case Management Berufsbildung ergriffen. In zwei Fallstudien wird diese Initiative unter der Perspektive von Bildungssteuerung und Governance sowie als Annäherung der Berufs- an die Sozialpädagogik im Kontext gesellschaftlicher und ökonomischer Transformation untersucht.
Publikationen
- Kraus, Katrin (2010): Case Management Berufsbildung und Educational Governance in der Schweiz – Eine Fallstudie. In: Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik, Band 106, Heft 1, S. 53-69.
- Kraus Katrin (2010): Case Management Berufsbildung - Eine Reform im Kontext der Subjektivierung von Erwerbsarbeit. In: Schweizerische Zeitschrift für Bildungswissenschaften 32. Jg., Heft 1 (im Druck). nach oben
«Lernort» zwischen institutioneller Definition und subjektiver Aneignung – raumtheoretische Überlegungen zu einer zentralen pädagogischen Kategorie
Beim Lernort handelt es sich um einen pädagogischen Grundbegriff. Der «spatial turn», d.h. die Hinwendung der Sozialwissenschaften zu Fragen des Raums als sozialem Phänomen und seiner Konstitution, wurde in Bezug auf den Lernort jedoch bislang durch die Erziehungswissenschaft nur bedingt aufgegriffen. Der Beitrag, den das Verständnis des Lernortes als sozialem Raum leisten kann, steht daher im Zentrum des Forschungsprojekts. Denn über eine system- und institutionenbezogene Bestimmung von Lernorten hinaus können damit soziale Prozesse der Konstitution von «pädagogischen Räumen» durch die Lehrenden und Lernenden in den Blick genommen werden. Das Verständnis vom «pädagogischen Raum» als sozialem Phänomen vermittelt zwischen einer system- und institutionenbezogenen Definition von Lernorten und der didaktischen Gestaltung von Lehr-Lern-Umgebungen.
Durch diese veränderte Perspektive kann man auch die Konstitutionsprozesse stärker in den Blick nehmen, durch die pädagogische Räume – an definierten Lernorten, aber auch abseits von diesen – entstehen. Das Projekt zielt darauf (1) empirisch individuelle Praktiken der Raumkonstitution in Bezug auf pädagogische Räume zu identifizieren, (2) ein theoretisch erweitertes Verständnis des Lernorts zu entwickeln und (3) diese Erkenntnisse für die pädagogische Praxis nutzbar zu machen.
Publikationen
- Kraus, Katrin (2008): Lernort: Raumtheoretische Überlegungen zu einem Grundbegriff der Berufs- und Wirtschaftspädagogik. In: Münk, Dieter / Breuer, Klaus / Deißinger, Thomas (Hg.): Berufs- und Wirtschaftspädagogik – Probleme und Perspektiven aus nationaler und internationaler Sicht. Barbara Budrich, Opladen / Framington Hill. S. 112-122
- Kraus, Katrin (2005): Zur berufspädagogischen Bedeutung des Betriebs als Lernort – oder: Warum ein Krankenhaus kein Lernort im Sinne des berufspädagogischen Diskurses ist. In: Berufs- und Wirtschaftspädagogik @ (bwp@) 2 / 2005 (Ausgabe 9). S. 1-11
- Aneignung von Lernorten in der Erwachsenenbildung. Zur Empirie pädagogischer Räume (zur Begutachtung eingereicht)
Crosslife: Cross-cultural Collaboration in Lifelong Learning and Work (abgeschlossen, 2005-2008)
Im Rahmen eines EU-Curriculum Development Programms arbeiten die Universitäten Tampere (Finnland; Lead), London (UK), Malta, Aarhus (Dänemark), Monash (Australien) und Zürich (Schweiz) in einer Forschungs- und Entwicklungskooperation zusammen. Beim Curriculumdevelopment geht es um die Schaffung internationalen Rahmenprogramms, das MA- und Phd-Studierenden der beteiligten Universitäten zusätzlich die Möglichkeit gibt, Forschungskompetenz im Rahmen des internationalen Verbunds CROSSLIFE zu erwerben. Der Prozess des Curriculum Development und der Programmplanung ist gleichzeitig als reflexiver Forschungsprozess konzipiert mit dem Ziel, Bedingungen internationaler Kooperation im akademischen Bereich zu untersuchen.
Projektgruppe an der Universität Zürich: Prof. Dr. Philipp Gonon, Dr. Katrin Kraus und Dr. Markus Weil
Publikationen
- Kraus, Katrin / Sultana, Ronald G. (2008): Problematising «Cross-Cultural» Collaboration: Critical Incidents in Higher Education Settings. In: Mediterranean Journal of Educational Studies 13 (1) 2008. S. 59-83
- Weil, Markus (2008). Networking for Researchers of Vocational Education: Discovering divergence cross-culturally? In: Aarkrog, Vibe.; Jørgensen, Christian Helms (eds.). Divergence and Convergence in Education and Work. Bern: Peter Lang. S. 149-168
Projektgruppe: Aus- und Weiterbildung in Gesundheitsfachberufen (abgeschlossen; 1999-2004)
Finanziert durch European Employment Services EURES-Transfrontalier
Projektleitung: Dr Katrin Kraus und Prof. Dr. Philipp Gonon (Universität Trier)
a) Anerkannte Weiterbildungen in den Gesundheitsberufen als Mobilitätschance (AG mobil)
Im Rahmen dieser Studie werden anerkannte Weiterbildungen in Pflegeberufen in Rheinland–Pfalz und Luxemburg verglichen (Fachweiterbildung «Operative Funktionsbereiche», Fachweiterbildung «Intensivpflege», Spécialisation «Assistant/e Technique Médical/e de Chirurgie» und Spécialisation «Infirmièr/e en Anesthésie et Réanimation»). Diese Weiterbildungen wurden hinsichtlich ihrer öffentlich-rechtlichen Rahmenbedingungen sowie ihrer inhaltlichen und didaktischen Strukturen analysiert und darüber hinaus auf ihre Arbeitsmarktrelevanz untersucht.
Projektbericht: Gonon, Philipp / Kraus, Katrin / Bailey, Anke / Müller Susanne (2004): Anerkannte Weiterbildungen in Gesundheitsberufen als Mobilitätschance in der Region Trier/Rheinland-Pfalz – Luxemburg: AG Mobil. Universität Trier / Lehrstuhl für Berufliche und betriebliche Weiterbildung
b) Grenzüberschreitende Kooperationschancen in der Aus- und Weiterbildung in den Gesundheitsberufen in der Region Trier/Luxemburg
Kurzbeschreibung: Die Studie liefert einen systematischen grenzüberschreitenden Überblick (Rheinland-Pfalz und Luxemburg) über die Rahmenbedingungen und Strukturen der Aus- und Weiterbildung in folgenden Gesundheitsberufen: Krankenpflege / -hilfe, Kinderkrankenpflege, Altenpflege / -hilfe, MTA unter Berücksichtigung der Arbeitsmarktperspektive.
Projektbericht: Gonon, Philipp / Kraus, Katrin / Johner, Kerstin / Müller, Susanne (2003): Grenzüberschreitende Kooperationschancen in der Aus- und Weiterbildung in Gesundheitsberufen in der Region Trier / Luxemburg. Universität Trier / Lehrstuhl für Berufliche und betriebliche Weiterbildung
c) Neue Perspektiven der MTA-Schule Trier – eine Faisability-Studie. Grenzüberschreitende Perspektiven der MTA-Ausbildung (Trier-Luxemburg)
Ein Vergleich der Schulen für MTA-Ausbildung in Trier und Luxemburg unter Berücksichtigung der jeweiligen Ausbildungsbestimmungen und bildungspolitischen Rahmenbedingungen im Hinblick auf eine grenzüberschreitende Kooperation in der Ausbildung.
Projektbericht: Gonon, Philipp / Kraus, Katrin / Krahe, Evelyn (2000): Grenzüberschreitende Perspektiven der MTA-Ausbildung (Trier – Luxemburg). Universität Trier / Lehrstuhl für Berufliche und betriebliche Weiterbildung
Publikationen
- Kraus, Katrin (2007) «Funktionslogik» – Überlegungen zu einem Modell für die Weiterbildungsforschung. In: Wiesner, Gisela / Zeuner, Christine / Forneck, Hermann (Hg.): Empirische Forschung und Theoriebildung in der Erwachsenenbildung. Schneider Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler. S. 183-194
- Kraus, Katrin (2007): Tradition und Neuordnung der Berufsbildung für Gesundheitsberufe in der Schweiz. In: Berufsbildung. Zeitschrift für Praxis und Theorie in Betrieb und Schule. Themenschwerpunkt Personenbezogene Dienstleistungsberufe, Juni 2007 S. 42-43
- Kraus, Katrin (2006): Berufsbildung der Gesundheitsberufe: Vom «Sonderweg» zum integrierten Bestandteil des Systems? Ein Vergleich der Berufsbildung der Gesundheitsberufe in Deutschland, Luxemburg und der Schweiz. In: Gonon, Philipp / Klauser, Fritz / Nickolaus, Reinhold (Hg.):Kompetenz, Qualifikation und Weiterbildung im Berufsleben. Barbara Budrich, Opladen. S. 273-286
- Kraus, Katrin (2006): Zur Bedeutung der Lernorte Schule und Praxis – Ein Vergleich der medizinisch-technischen Ausbildung in Deutschland und Luxemburg. In: Kachler, Marco u.a. (Hg.): Qualität ist kein Zufall. Konzepte zur Qualitätsentwicklung und pädagogischen Umsetzung für den Lernort MTA-Schule. Mensch und Buch, Berlin. S. 79-89
- Kraus, Katrin / Müller, Susanne / Gonon, Philipp (2004): Gesundheitsberufe in der Grenzregion. Eine international-vergleichende Regionalstudie zur beruflichen Bildung. IKO-Verlag, Frankfurt/M / London

