Ringvorlesung Heterogenität
Chancen, Probleme und Gefahren
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«Jede Gesellschaft hat die Schule, die sie verdient». Diese Aussage ist oft zu hören, also ein Gemeinplatz, und sie unterstellt, dass die Schule stark geprägt sei von den Bedingungen der Gesellschaft, in der sie als öffentliche Einrichtung existiert.
Solche Bedingungen sind u.a. die Aufträge, mit der die jeweilige Gesellschaft die Schule betraut und die personellen und materiellen Ressourcen, die sie ihr zur Verfügung stellt. Die Aufträge, welche die Gesellschaft der Schule erteilt, erfolgen in der Regel über einen Lehrplan, der - häufig von pädagogischen, gesellschaftlichen und lerntheoretischen Leitideen ausgehend – Ziele definiert und z.T. inhaltliche Angaben festhält. Lehrpläne - so auch der Lehrplan 21, der gegenwärtig erarbeitet wird - stehen in einem gesellschaftlichen Kontext. Sie haben einen kultur-, sozial- und religionshistorischen Hintergrund.
Veränderungen berücksichtigen
In einer sich rasch wandelnden Gesellschaft sind die Aufträge an die Schule und damit die Funktion der Schule den Veränderungen anzupassen. Weil dies angesichts steigender Heterogenität in vielen gesellschaftlichen Bereichen kaum zu erreichen ist, hinken zuweilen gerade schulische Lehrpläne der gesellschaftlichen Entwicklung hinterher. Vor diesem Hintergrund liegt die Aufgabe der Pädagogischen Hochschulen darin, in der Ausbildung von Grundschullehrerinnen und -lehrern gesellschaftliche Veränderungen zeitgerecht zu berücksichtigen und ihre Absolventinnen und Absolventen mit den entsprechenden Kompetenzen auszustatten.
Offen für alle
An der PH FHNW in Solothurn setzt sich seit Jahren eine Ringvorlesung mit dem Thema «Heterogenität in Schule und Gesellschaft» auseinander. Im nächsten Vortragszyklus, der im Frühlingssemester 2010 stattfindet, kommen neben Wissenschafter und Wissenschafterinnen auch Politiker und Politikerinnen von Nationalen Parteien zu Wort. Die Veranstaltungen sind öffentlich, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die PH FHNW freut sich auf Ihren Besuch.
Vollständiges Programm mit Kurzbeschreibungen zum Tagesthema PDF (155KB).
Frühlingssemester 2010
2. März, 15.40 – 17.15 Uhr
Einführung in die Ringvorlesung
Referenten:Prof. Dr. Hans-Ulrich Grunder, Leiter Zentrum Schule als öffentlicher Erziehungsraum, Prof. Adolf Gut, Leiter der auslaufenden Studiengänge Vorschule/Unterstufe und Primarstufe, PH FHNW, Solothurn
16. März, 15.40 – 17.15 Uhr
Heterogenität und der Umgang mit ihr aus Sicht der SVP
Referent: Oskar Freysinger, Gymnasiallehrer, Nationalrat der SVP des Kantons Wallis
23. März, 15.40 – 17.15 Uhr
Heterogenität und der Umgang mit ihr aus Sicht der SP
Referent: Andy Tschümperlin-Gamma, Schulleiter, Nationalrat der SP des Kantons Schwyz
30. März, 15.40 – 17.15 Uhr
Heterogenität und die Grüne Politik
Referentin: Silvia Kündig-Schlumpf, Heilpädagogin, Kantonsrätin der Grünen des Kantons St. Gallen
13. April, 15.40 – 17.15 Uhr
Heterogenität – Herausforderung an die soziale Gerechtigkeit
Referentin: Dr. Kathy Riklin, Bildungsexpertin, Nationalrätin der CVP des Kantons Zürich
20. April, 15.40 – 17.15 Uhr
Religionen – Vielfalt in der Pluralität
Referent: Guido Estermann, Leiter Fachstelle Ethik, Religion und Kultur an der PHZ, Schwyz
27. April, 15.40 – 17.15 Uhr
Der Konstruktivismus – Eine geeignete Grundlagentheorie zum Umgang mit Heterogenität im Unterricht?
Referent: Prof. Dr. Clemens Diesbergen, Professur für Lernen und Unterricht im Jugendalter am Institut Sekundarstufe I und II der PH FHNW, Basel
4. Mai, 15.40 – 17.15 Uhr
Wie lernt das Gehirn? – Zum Einfluss von Alter, Motivation und Emotion
Referent: Prof. Dr. Manfred Spitzer, Direktor des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen, Ulm
11. Mai, 15.40 – 17.15 Uhr
Das Kokosnuss-Schema – Wie Kinder in der Schweiz Afrika wahrnehmen.
Referentin: Dr. Eva Keller, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ethnologischen Institut der Universität Zürich
18. Mai 2010, 15.40 – 17.15 Uhr
Der Umgang mit Heterogenität aus der Sicht des Lehrplans 21
Referent: Dr. Anton Strittmatter, Leiter der Pädagogischen Arbeitsstelle LCH, Biel
25. Mai, 15.40 – 17.15 Uhr
Umgang mit Heterogenität – Ein methodisch-didaktisches Reflexionsmodell
Referent: Dr. Michael Eckhart, Heilpädagogisches Institut der Universität Fribourg
Organisation und Kontakt
Prof. Adolf Gut, PH FHNW, Leiter Abteilung Primarstufe, 4500 Solothurn
adolf.gut@fhnw.ch
oder T 032 627 92 11/14

