topbild
You are here: pbgd → Veranstaltungen → Tagungsreihe "Erinnerung - Verantwortung - Zukunft" → Vergangene Tagungen → Die Schweiz und die Shoa. Von Kontroversen zu neuen Fragen
Artikelaktionen

Die Schweiz und die Shoa. Von Kontroversen zu neuen Fragen

Wissenschaftliche Tagung vom 22. Januar 2011

Die Schweiz und die Shoa
Von Kontroversen zu neuen Fragen

 

Tagung am 22. Januar 2011
Erinnerung – Verantwortung – Zukunft
Gedenktag an die Verbrechen gegen die Menschlichkeit 

Das Erinnern an die Shoa in der Schweiz war lange massgeblich von einer Identitätspolitik bestimmt, die davon ausging, dass weder Staat noch Zivilgesellschaft in die Shoa involviert gewesen seien. Demgegenüber zeigte die historische Forschung insbesondere zu den Wirtschaftsaktivitäten der Schweiz, dass die weltweit verflochtene Wirtschaft und ihre international agierenden Akteure im nationalsozialistisch kontrollierten Europa einen Umgang mit Partnern und Konkurrenten entwickelten und pflegten. Sie analysierte, dass dieser nur teilweise den damals geltenden Massstäben ethisch vertretbaren Wirtschaftsgebarens entsprach und erst
recht nicht den heutigen. Ebenso zeigte sich, dass die Respektierung der Neutralität der Schweiz durch Dritte weniger den militärischen Bemühungen als vielmehr dem allseitigen Nutzen geschuldet war, den die Kriegsparteien und insbesondere die Nationalsozialisten in ihr erkannten. So wurde deutlich, dass die Vorstellung einer zivilen wie politischen Distanz der Schweiz zum damaligen Weltgeschehen eine Fiktion war, was das Feld für die Diskussion der Frage öffnete, welchen Anteil die Schweiz an der Shoa habe.

Diese Frage ist eine historisch drängende, sie stösst aber auch ins Zentrum der heutigen Identitätssuche von Schweizerinnen und Schweizern bzw. der Schweiz. Das Zentrum Politische Bildung und Geschichtsdidaktik organisiert daher am Zentrum für Demokratie in Aarau eine wissenschaftliche Tagung zum Thema.

Die Tagung ist öffentlich. Sie richtet sich an Forschende, Lehrpersonen, Dozierende sowie an Vertreterinnen und Vertreter aus geschichtskulturellen Berufen. Darüber hinaus sind aber auch weitere Interessierte willkommen.
Kosten:  CHF 90, resp. 50 (Studierende) inkl. Essen. Für weitere Informationen klicken Sie bitte auf nachstehenden Link:
- Anmeldung, Kosten und Anreise.

 

Tagungsprogramm, inkl. Abstracts

08.30

 Begrüssungskaffee

09.00

 Eröffnung

Prof. Dr. Béatrice Ziegler, Leiterin Zentrum Politische Bildung und Geschichtsdidaktik, PH FHNW, am ZDA, Aarau

09.15

 1. Workshop

 

Holocaust und politische Bildung – Überlegungen zu einem komplexen Zusammenspiel

Dr. Miryam Eser Davolio, Institut Sozialplanung und Stadtentwicklung, Hochschule für Soziale Arbeit der FHNW, Basel

 

Der Zweite Weltkrieg und die Moral der Geschichte. Aspekte des Geschichtsbewusstseins von Schweizer Jugendlichen

Prof. Dr. Carsten Quesel, Leiter Zentrum Bildungsorganisation und Schulqualität, Schwerpunkt Bildungsorganisation, PH FHNW, Aarau

 

Holocaust-Erinnerung in der Schweizerischen Bevölkerung

lic. phil. Nicole Burgermeister, lic. phil. Nicole Peter, Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Universität Zürich

 

Moderation: Prof. Dr. Peter Gautschi, Leiter der Professur für die Didaktik der Gesellschaftswissenschaften und ihre Disziplinen, PH FHNW, Aarau

11.15

 2. Workshop

 

Volkstheater als Medium der Kritik an der Flüchtlingspolitik?

Dr. Beat Hodler, Neue Kantonsschule Aarau

 

"Unbesungene Heldinnen"? Hilfe für Verfolgte zur Zeit des Nationalsozialismus in der Schweiz und geschlechtsspezifische Erinnerungsdebatten nach 1945

lic. phil. Susanne Businger, Institut für Geschichte und Theorie der Architektur, ETH Zürich

 

Zwei Bilder, eine Realität oder: eine Realität in zwei Bildern – Jüdische Gemeinschaft und Öffentlichkeit in der Schweiz am Ende des Zweiten Weltkrieges

Dr. des. Zsolt Keller, Seminar für Kulturwissenschaften und Europäische Ethnologie, Universität Basel

 

Moderation: lic. phil. Bernhard Schär, Zentrum Politische Bildung und Geschichtsdidaktik, PH FHNW, am ZDA, Aarau

12.45

 Stehlunch

14.15

 3. Workshop

 

Die Schweiz im Zentrum der US-amerikanischen "Crusade for Justice"

Dr. des. Jan Surmann, Dissertation abgeschlossen bei Prof. Dr. Jürgen Martschukat, Historisches Seminar, Universität Erfurt

 

Erinnerungskultur und Psychotraumatologie: Der Wandel im Umgang mit NS-Verfolgten in der Schweiz zwischen 1960 und 2000

Dr. Patrick Kury, Historisches Seminar, Universität Bern

 

Moderation: Prof. Dr. Béatrice Ziegler

15.45

 Tagungsrückblick und Abschluss der Tagung

 

16.30

Rückblick und Ausblick: Die Schweiz und der Holocaust

 Prof. Dr. Thomas Maissen, Lehrstuhl für Neuere Geschichte, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

 

Moderation: Prof. Dr. Béatrice Ziegler

Weitere Informationen erteilt Claudia Schneider
claudia.schneider@fhnw.ch
T +41 62 836 94 47

Direkt zu
Suchportlet
Events
Übersicht Events