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      Mitten im Leben stehen und studieren

      Flexibles Studieren an der Pädagogischen Hochschule FHNW

      Lehrerin oder Lehrer werden: Wer sich mit diesem Berufswunsch trägt, wird von der Pädagogischen Hochschule FHNW bestens abgeholt, auch wenn – oder gerade wenn – er oder sie schon mitten im Leben steht. Personen mit vielfältigen Lebenshintergründen und Interessen sind besonders wertvoll für den Lehrberuf, lautet das Credo der Pädagogischen Hochschule. Deshalb ermöglicht die Hochschule Studiengänge, die sich flexibel gestalten und individuell mit eigenen Interessen kombinieren lassen. Durch den modularen Aufbau können angehende Lehrpersonen selber entscheiden, wie sie sich das Studium zusammenstellen.

      Eine Kombination, die Früchte trägt: Clarissa Janousch studiert an der Pädagogischen Hochschule und arbeitet Teilzeit als Lehrerin. Foto: André Albrecht

      In Eigenregie arbeiten
      Zum Beispiel Justine Manz aus Basel: Sie ist 29 Jahre alt und absolviert am Standort Liestal der Pädagogischen Hochschule den Bachelor-Studiengang Primarstufe, und zwar in der sogenannten Flex-Variante: Sie besucht den Präsenzunterricht an zwei festgelegten Wochentagen, an den übrigen Tagen erarbeitet sie sich den Stoff in Eigenregie. Justine Manz ist zurzeit im 4. Semester, daneben arbeitet sie Teilzeit in einem Büro, um sich das Studium zu finanzieren. Ursprünglich hat sie eine kaufmännische Lehre mit Berufsmatur abgeschlossen. Dass sie sich entschieden hat, beruflich umzusatteln und Primarlehrerin zu werden, hat einen persönlichen Hintergrund: «Ein Schicksalsschlag in der Familie hat bei mir den Wunsch ausgelöst, etwas Sinnstiftendes anzupacken; eine Aufgabe zu übernehmen, in der ich persönlich etwas bewirken kann.» Durch ihre bisherigen Praktika fühlt sie sich auf ihrem Weg bestätigt: «Der Lehrberuf passt zu mir», sagt sie. Das flexible Studieren setze gute Selbstdisziplin und einen hohen Grad an Eigenorganisation voraus, betont Justine Manz. Toll dabei sei, dass sie in den Lehrveranstaltungen interessante Leute treffe, die hoch motiviert seien und genau wüssten, was sie wollten. «Viele sind schon älter und weisen einen breiten Erfahrungshintergrund aus, sei es, dass sie schon eigene Kinder haben oder Wissen aus anderen Berufen mitbringen.»

      Vorlesung per Stream
      Ein Flex-Studium dauert nicht länger als der reguläre Studiengang. Bei Quentin Gaillard hat dieser Aspekt den Ausschlag gegeben, dass er sich für die Pädagogische Hochschule FHNW und den Studienort Liestal entschieden hat – nahe bei der Studentenstadt Basel mit ihrem weltoffenen, kulturorientierten Flair. Der 37-jährige Quentin Gaillard studiert seit 2011 für die Primarstufe, zurzeit absolviert er an der Schweizerschule in Rom das letzte seiner Praktika.
      Er sei früher Banker gewesen, erzählt Gaillard. Er hatte BWL studiert und machte Karriere mit Stellen in Wien, Paris und Zürich. In seiner Freizeit begann er, als Leiter eines Chors zu wirken. «Durch diese Tätigkeit wurde mir bewusst, dass mir das Pädagogische viel stärker entspricht als die Wirtschaft», sagt er. In seinen Träumen sah er sich als Primarlehrer, der «wie ein Chordirigent» in der Klasse einen Rhythmus sucht, andere begeistert und das Beste aus einem Individuum herausholt. Eines Tages durchfuhr ihn die Erkenntnis: «Das muss ich tun.»

      Die flexiblen Studiermöglichkeiten der PH FHNW sind dem Quereinsteiger dabei sehr entgegengekommen. Seinen Lebensunterhalt deckt er zum Teil weiterhin mit der Tätigkeit als Chorleiter. An zwei Tagen besucht er konzentriert Lehrveranstaltungen an der PH, Vorlesungen verfolgt er zu Hause am Laptop per Stream. «Das ist sehr vorteilhaft, denn ich kann mich voll auf das Vorgetragene fokussieren und zurückspulen, wenn ich etwas nicht auf Anhieb verstanden habe», sagt Gaillard, dessen Muttersprache Französisch ist. Nach dem Bachelor-Abschluss im Sommer will er sich in der Stadt Biel bewerben, die ihm wegen der Zweisprachigkeit sehr gefällt. Besonders angetan hat es ihm das «Filière Bilingue»-Programm einer Schule, die er besucht hat: Die eine Hälfte des Unterrichts ist auf Französisch, die andere auf Deutsch.

      In die Schule eingebunden
      Manche Studierende nutzen den modularen Unterricht der PH FHNW, um parallel zum Studium in einem Teilpensum in den Beruf einzusteigen. Zu ihnen gehört Clarissa Janousch, 22, die im 6. Semester den Studiengang Sekundarstufe I absolviert. Dienstags und donnerstags besucht sie Vorlesungen auf dem Campus Brugg-Windisch, montags, mittwochs und freitags unterrichtet sie an der Bezirksschule Wohlen als Klassenlehrerin Englisch und Geografie. «So gewann ich sehr viel Unterrichtspraxis und erkannte, dass ich für den Beruf geeignet bin», sagt Clarissa Janousch. Ihre Kollegin Nicole Koch, die in einer ähnlichen Konstellation Mathematik und Geografie unterrichtet, ergänzt: «Als Teilzeitlehrerin bin ich stark in das Geschehen der Schule eingebunden.» Koch und Janousch betonen beide, sie seien von den anderen Lehrpersonen in Wohlen gut aufgenommen worden und fühlten sich unterstützt.

      Kommen sich Studium und Arbeit nie in die Quere? «Es ist eine Herausforderung, beides unter einen Hut zu bekommen, vor allem zu Beginn des Studiums», sagt Clarissa Janousch. Doch mit der Zeit trage die Kombination Früchte: Das an der PH Gelernte lässt sich sogleich in der Praxis erproben, umgekehrt fliessen die Erfahrungen aus dem

      Schulalltag ins theoretische Wissen ein. «Es ist der beste Beruf überhaupt», sagt Junglehrerin Janousch. Und Nicole Koch setzt drauf: «Das Grösste.»

      – Irène Dietschi –

      Fachbeitrag
      Prof. Dr. Hermann Forneck, Direktor der Pädagogische Hochschule FHNW: Mit den Wahlmöglichkeiten erhalten die Studierenden mehr Eigenverantwortung
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