01.12.2011
Publikation
Neu erschienen: Wenn Schriftaneignung (trotzdem) gelingt. Literale Sozialisation und Sinnerfahrung.
Hrsg. von Prof. Dr. Hansjakob Schneider, Leiter Zentrum Lesen
Was zeichnet gute Leserinnen und Leser aus? Wie verläuft eine günstige Sozialisation im Schreiben? Fragen wie diese stehen im Zentrum des Bandes «Wenn Schriftaneignung (trotzdem) gelingt». Mit dieser Ausrichtung des Buches bewegt sich die Diskussion weg von der Fokussierung auf Defizite und hin zur Perspektive der Ressourcen.
Gefragt wird nicht mehr, was Jugendliche im Lesen und Schreiben nicht können, vielmehr interessiert, über welche Ressourcen sie verfügen. Dies ist besonders im Hinblick auf Jugendliche mit schriftfernem sozialem Hintergrund interessant: Welche Eigenschaften sind typisch für sozial unterprivilegierte Jugendliche, die das Lesen und Schreiben sozusagen «trotzdem» gut beherrschen? Welche Umstände begleiten solche gelingenden Sozialisationsprozesse? Als Rahmenkonzept für günstige Entwicklungen wird dabei der Begriff der Sinnerfahrung fokussiert: Die Entwicklung im Lesen und im Schreiben verläuft v. a. bei solchen Jugendlichen positiv, die einen persönlichen Sinn in diesen Tätigkeiten erfahren. Gefordert wird demnach ein Unterricht, der die Vielfalt der literalen Tätigkeiten und ihrer Funktionen im schulischen und außerschulischen Leben der Jugendlichen sichtbar macht und anbietet. So können auch Jugendliche mit schriftfernem Hintergrund zu einer Identität als Lesende oder Schreibende finden.
Schneider, Hansjakob (Hrsg.) (2011): Wenn Schriftaneignung (trotzdem) gelingt. Literale Sozialisation und Sinnerfahrung. Beltz Juventa: Weinheim und Basel. (=Lesesozialisation und Medien)
Aus dem Inhalt
Die Situiertheit der literalen Sozialisation
- Schreiben als sinnhaftes und sichtbares Tun
- Schreiben für den Beruf
- «Zu Beginn wollte ich nur dem Jungen imponieren, aber dann fand ich Gefallen an Stephen King.»
- Peers als unterschätzte Ressource der Lesesozialisation
- Lese- und literarische Sozialisation in schriftfernen Lebenswelten: zur literaturbezogenen Kommunikation in der Hauptschule
Wenn Schriftaneignung trotzdem gelingt
- Die Forschungsstudie «Wenn Schriftaneignung trotzdem gelingt»
- Worin unterscheiden sich lesekompetente von nicht-lesekompetenten mehrsprachigen Jugendlichen aus Familien mit niedrigem sozioökonomischem Status?
- Einfluss der Lehrperson auf das Wirkungsgefüge Motivation, Selbstkonzept und literale Kompetenz beim Lesen und Schreiben
- Wenn Lesen trotzdem gelingt
- Literarisches Lesen und Sinnerfahrung
- Wenn die Schreibsozialisation trotzdem gelingt

