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Buchvorschläge für die Mittelstufe Frühling 2003

"Omps!" Ein Dinosaurier zu viel!

Hanna Johansen
Nagel&Kimche

Zawinul hat einen kleinen Dinosaurier, einen verwöhnten Kerl zwar, aber die beiden haben sich aneinander gewöhnt. Der Dinosaurier schlüpfte aus einem Osterei, damals im letzten Sommer. Aber jetzt versteckt sich da plötzlich noch ein blauer Hase unterm Schrank. Dinosaurier und blaue Hasen mögen sich nicht besonders, das weiss man ja eigentlich. Aber diese beiden können einander einfach keine Minute in Ruhe lassen, sie streiten den ganzen Tag, fast wie Geschwister. Für Zawinul wird das Leben nun kompliziert, tagsüber ginge das ja noch. Aber Schlaf braucht der Mensch, auch unser gutmütiger Zawinul macht da keine Ausnahme.
Hanna Johansen schreibt Kinderbücher in ihrer Sprache, präzise, mit einem ironischen Unterton und vielen witzigen Details. (Du hast nicht alle Löffel im Schrank!) Das Buch ist in Kapitel unterteilt, die fast alle eine abgeschlossene Episode erzählen. Sei es der Ausflug mit den beiden ungewöhnlichen Tieren ins Strandbad oder ein Besuch beim Tierarzt. Reisende soll man nicht aufhalten, heisst das zweitletzte Kapitel, soviel sei zum Ausgang der Geschichte verraten. Das Buch eignet sich sehr gut zum Vorlesen für Kinder ab 9 Jahren.

Ein Genie wie Emily Fischer

Linda Aranson
Schatzinsel

Auf einer Insel an der Küste Australiens lebt Emiliy Tate. Im Grunde genommen sind alle mit Emiliy verwandt, die Leute auf der Insel und auch die Bewohner des kleinen Dorfes auf dem nahen Festland. Alle Tates tragen eine Brille, alle Tates haben sehr viele Haare – und dies nicht nur auf dem Kopf, und ein bisschen verrückt sind sie alle auch. Das stört Emily nicht weiter, aber dass sie keinen Geschäftssinn haben, dass ihre Familie viel mehr Geld verdienen könnte mit ihrer Seetang-Fabrik, das ärgert Emily masslos. Emilys grosses Hobby sind nämlich die Wirtschaftsnachrichten, auf ihrem Nachttisch liegen Bücher über modernes Management und Börsengewinne. Als dann Grossvater stirbt und Emily zehn Prozent der Fabrikanteile erbt, als ihr gewiefter neuer Teilhaber John eintrifft, wird alles anders. John ist nicht nur Wirtschaftsexperte, John ist auch smart und wunderschön, ein Traummann eben. Es ändert sich vieles auf der Insel – und dies nicht nur im wirtschaftlichen Bereich der Seetang-Fabrik.
Die Geschichte enthält keine fantastischen Elemente, es könnte alles so gewesen sein. Trotzdem erinnert diese überaus starke und selbstbewusste Emily an Pipi Langstrumpf, eine australische Version eben. Ein wunderschönes Buch, witzig, leicht lehrreich im Bereich Marktwirtschaft und voller “Mädchenpower“ für ebensolche Leserinnen ab etwa 11 Jahren.

Molly Moon Hanser

Georgia Byng

Ein Waisenhaus. Eine böse Heimleiterin. Arme Kinder. Am ärmsten ist Molly Moon. Molly Moon geht in die Bibliothek und findet dort DAS BUCH. Ein Buch über Hypnose. Und genau das lernt Molly Moon, andere zu hypnotisieren. Damit hilft sie vorerst sich selbst. Sie wird stinkreich und berühmt, aber noch immer ist sie unglücklich. Hypnose sei Dank verhilft sie allen Kindern im Waisenhaus zu Wohlstand und einem glücklichen Zuhause. Am Schluss ist alles so, wie es sein sollte.
So weit die Handlung. Recht oberflächlich, meinen sie? Stimmt. Und trotzdem: Hypnotisiert wird man nämlich auch beim Lesen, so viele verrückte und witzige Abenteuer erlebt diese mutige, freche Molly auf ihrem Weg vom tristen Waisenhaus zum schillernden Broadway. Silbrigschimmernd strahlt der Schutzumschlag, silbrigschimmernd ist auch diese absolut verrückte, spannende, fantastische Geschichte. Ein Leseabenteuer für Kinder ab 10.

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