Die soziale Dimension nachhaltiger Quartiere und Wohnsiedlungen — eine internationale Vergleichsstudie
Die Leitbilder "Nachhaltige Siedlungsentwicklung" oder "2000-Watt-Gesellschaft" zielen auf eine Gestaltungsvision, die von Wissenschaft und Praxis gleichermassen als zukunftsfähige Formen des Bauens und Wohnens in der Schweiz anerkannt werden. Entgegen der Forderung nach einem integrativen Ansatz der Umsetzung nachhaltiger Entwicklungen, zielen diese Leitbilder vor allem auf energetische Ziele mit entsprechenden Kennzahlen ab (z.B. Energie-Label), während der Beitrag sozialer Aspekte und sozialer Indikatoren in einem Planungsprozess auf der Ebene des Siedlungsbaus und der Quartiersentwicklung weitgehend fehlt. Ziel der Studie war es, im Kontext des deutschsprachigen europäischen Siedlungsbaus konkrete Indikatoren zu benennen, die im Bereich Gesellschaft zu ähnlichen klaren und nachvollziehbaren Empfehlungen führen wie im Bereich Umwelt. Nur wenn soziale Themen nachhaltigen Wohnens in die Siedlungsplanung gleichgewichtig integriert werden – so die leitende These –, können Änderungen von Umwelt- und Konsumverhalten durch die Bewohnerinnen und Bewohner erst zur Anwendung kommen. Für die Studie wurden drei Fallbeispiele von Siedlungsprojekten in Deutschland (Rieselfeld, Freiburg in Breisgau), Österreich (Solarcity, Linz) und der Schweiz (Werdwies, Zürich) ausgewählt, die unter nachhaltigen Zielsetzungen in Form von national bedeutsamen Entwicklungsprojekten auf der Siedlungsebene umgesetzt wurden. Alle Siedlungen wurden anhand eines Mixed-Methods-Designs untersucht (Dokumentenanalysen, Begehungen, Quartierprofile und -biografien, längere Forschungsaufenthalte und leitfadengestützte Expertinnen-/Experteninterviews mit Vertreterinnen und Vertretern aus Stadtplanung, Architektur, Umweltämtern, Sozialen Diensten, Quartierarbeit, Vereinen und der Immobilienwirtschaft). In allen drei Siedlungen stand die Frage nach der Bedeutung und Integration sozial nachhaltiger Ziele auf planungsbezogener Ebene (zeitliche und prozesshafte Dimension), auf sachlicher Ebene (soziale Massnahmen und ihre Umsetzungen) und auf akteursorientierter Ebene (Verständnis der verantwortlichen Personen im Planungsprozess) im Mittelpunkt. Aus der Studie sind drei Fallberichte zu den Siedlungen, ein Zwischenbericht mit einer Sammlung von Bewertungssystemen und ein Synthesebericht hervorgegangen: Soziale Indikatoren mit entsprechenden Richtwerten wurden in den zeitlichen Kontext eines Planungsvorhabens auf der Ebene der Siedlungsentwicklung erarbeitet und in sozialplanerische Strategien und prozessorientierte Vorgehensweisen eingebettet.
| Finanzierung | Ortsplanung Riehen — Baudepartement Basel-Stadt Amt für Umwelt und Energie — Bundesamt für Wohnungswesen |
| Auftraggeberschaft |
Bundesamt für Wohnungswesen
Ortsplanung Riehen
Baudepartement Basel-Stadt Amt für Umwelt und Energie
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| Forschungsteam |
Daniel Blumer lic. phil.
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| Projekttyp | Auftragsforschung |
| Status | abgeschlossen |
| Dauer | 01.04.2009 bis 30.03.2012 |
| Schlagwörter | |
| Kontaktperson |
Matthias Drilling Prof. Dr.
(Persönliches Profil)
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| Organisatorischer Bereich |
Referenzen zu anderen Publikationen
- Die kulturelle Dimension nachhaltigen Wohnens. Überlegungen zu einer vernachlässigten Perspektive im Diskurs der nachhaltigen Quartiersentwicklung
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