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Wann sind Kinder gefährdet?

Fachtagung am 1. Juli 2016 in Olten

In der Schweiz gibt es kein standardisiertes Verfahren für Kindeswohlabklärungen. Dafür zuständig sind seit 1. Januar 2013 die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) anstelle der bisherigen Vormundschaftsbehörden. Spätestens mit dieser Neuorganisation sind neue Ansätze und Perspektiven für Abklärungsprozesse im Kindesschutz erforderlich.

Eltern sollen in ihrer Verantwortung für das Aufwachsen und die Entwicklung ihrer Kinder unterstützt werden. Weiter muss geklärt werden, ob das Kindeswohl gefährdet ist und allenfalls Massnahmen dagegen zu ergreifen sind. Wie kann diese komplexe Aufgabe unter Mitwirkung aller Beteiligten methodisch angegangen und auf Augenhöhe der Betroffenen gestaltet werden? Diese Frage beschäftigt Fach- und Leitungspersonen aus abklärenden Diensten sowie aus Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden.

Abklaerungsprozesse

Projekt «Dialogisch-systemische Kindeswohlabklärung»

Um die Abklärungen von Gefährdungen des Kindeswohls anzuleiten und die Praxis des Kindesschutzes weiterzuentwickeln, wurde an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW unter Mitarbeit von vier verschiedenen Praxispartnern das Projekt «Entwicklung und Erprobung eines Prozess-Manuals zur dialogisch-systemischen Kindeswohlabklärung» realisiert. Das Projekt beschäftigt sich mit der professionellen Einschätzung der Lebenssituation von Kindern in der Familie und ihrem erweitertem Umfeld als auch der Gestaltung von vertrauensvollen Arbeitsbeziehungen zum Kind und seinen Eltern. Die Begegnungen mit diesen Kindern, ihren Familien und den fachlichen Partnern wurden im Forschungsteil des Projekts erkundet und differenziert wahrgenommen.

Fachtagung am 1. Juli 2016 in Olten
An der Fachtagung «Abklärungsprozesse im Kindesschutz auf Augenhöhe gestalten: neue Ansätze, neue Perspektiven» werden die Ergebnisse des Projektes vorgestellt und folgende Fragen diskutiert:

  • Wie kann Kindesschutz auf Augenhöhe methodisch gestaltet werden?
  • Welche Chancen und Grenzen bietet ein dialogisch-systemisches Vorgehen bei Abklärungen des Kindeswohls?
  • Welche organisationalen Rahmenbedingungen ermöglichen eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien im Kindesschutz?
  • Welche Herausforderungen stellen sich in der Zusammenarbeit zwischen abklärenden Diensten und Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden?

Die Fachtagung richtet sich an Fach- und Leitungspersonen aus Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden, aus sozialen Diensten, aus Fachdiensten und aus Beratungsstellen mit Abklärungsaufgaben im Kindesschutz.

Projekt «Entwicklung und Erprobung eines Prozess-Manuals zur dialogisch-systemischen Kindeswohlabklärung»
Projektdauer: 01.12.2013 - 31.08.2016
Projektlead: Hochschule für Soziale Arbeit FHNW
Praxispartner: Erziehungsdepartement Basel-Stadt, Bereich Jugend, Familie und Sport - Kinder - und Jugenddienst
Bildungsdirektion Zürich, Amt für Jugend- und Berufsberatung, Fachbereich Kinder- und Jugendhilfe
Zuger Fachstelle punkt Jugend und Kind
Abteilung Unterstützende Dienste des Amtes für Erwachsenen- und Kindesschutz des Kantons Zug
Soziale Dienste Aarau
Das Projekt wird vom Eidg. Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung unterstützt.

Links
www.kindeswohlabklaerung.ch
www.fhnw.ch/ppt/content/prj/s246-0046

Bildlegende
Legende: Wie kann das Kindeswohl erkannt werden?
Quelle: iStock.com/BraunS

Weitere Auskünfte
Prof. Dr. Kay Biesel, Institut Kinder- und Jugendhilfe, T +41 61 337 27 51,
Clarissa Schär, M.A., Institut Kinder- und Jugenhilfe, T +41 61 228 50 23,

Informationen für:
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