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      Studierende bearbeiten Aufgabenstellungen aus der Praxis der Sozialen Arbeit

       

      22. Februar 2017

      Während ihrer praxisorientierten Ausbildung können Studierende der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW konkrete Projekte im Auftrag von Organisationen, Gemeinden oder Ämtern bearbeiten. Am 22. Februar fand in Olten die öffentliche Präsentation der Bachelor-Studierendenprojekte 2016/2017 statt, die für Auftraggebende in den Kantonen Basel-Stadt, Solothurn und Zürich umgesetzt wurden.

      Die Studierenden haben studienbegleitend drei Praxisprojekte durchgeführt:

      Hi Basel – Teilevaluation der Erstgespräche im Kanton Basel-Stadt aus der Perspektive des Prinzips «Fördern und Fordern»

      Auftraggeber: Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt, Fachstelle Diversität und Integration, Basel, www.entwicklung.bs.ch/integration

      Der Projektbericht stellt eine Teilevaluation zum Nutzen der Erstgespräche im Kanton Basel-Stadt dar. Im Auftrag der Fachstelle Diversität und Integration Basel-Stadt wurde eine quantitative Befragung mit ausländischen Neuzuziehenden durchgeführt, welche im Monat Juli und August 2016 an einem Erstgespräch teilgenommen haben. Diese gewährt Einblicke, wie die Neuzuziehenden das Erstgespräch wahrnehmen, einschätzen und was sie sich von dem Gespräch wünschen. Zudem wird ersichtlich, wie sich die Integration dieser Personen in Bezug auf die Sprache, den Nutzen des kulturellen Angebotes und den Kontakt zu den Einheimischen gestaltet.

      Seit April 2015 werden Neuzuziehende bei der persönlichen Anmeldung im Einwohneramt Basel vor Ort zu einem Erstgespräch eingeladen. Dieses erfolgt direkt und ohne Voranmeldung, wobei das Gespräch an die jeweilige Person und ihrem Informationsbedürfnis angepasst sein soll. Die Personen werden willkommen geheissen und mit den wichtigsten Informationen zum Alltagsleben in Basel ausgestattet. Für die Erstellung der Umfrage wurde auf die Daten der bereits existierenden Evaluationen der Kantone Luzern und Zürich zurückgegriffen. Die theoretischen Grundlagen wurden in erster Linie aus dem Prinzip «Fördern und Fordern» bezogen, da dieses im Integrationsleitbild des Kantons Basel-Stadt seit 1999 verankert ist. Nach diesem Prinzip wird die Integration der Neuzugezogenen einerseits gefördert und andererseits wird die Integration von den Neuzugezogenen gefordert.

      Die Aufarbeitung der Daten führte zur Erkenntnis, dass sich 96 % der Befragten durch die Erstgespräche willkommen geheissen fühlen und 26 % empfinden dieses als Kontrolle. Dies kann als Hinweis auf die Ambivalenz von «Fördern und Fordern» gesehen werden. Insgesamt 92 % schätzen die vermittelten Informationen als hilfreich ein. Jedoch haben 32 % der Befragten den Eindruck, die Informationen seien nicht auf ihre Situation angepasst. Dies könnte auf die Spontanität der Gespräche zurückzuführen sein, da zu dessen Beginn keine Angaben über die neuzuziehende Person und ihre Bedürfnisse vorliegen. Im Weiteren verfügen die Mitarbeitenden des Einwohneramtes über keinen Gesprächsleitfaden, an dem sie sich orientieren können. Die abgegebenen Informationsmaterialien werden eher als zu umfangreich denn als unzureichend eingestuft. Daher könnten themenspezifischere Informationen eher zum Ziel führen und die Personen würden nur noch die Informationen erhalten, welche für sie relevant sind.

      Bedürfnisanalyse zur studentischen Partizipation im Bachelor Studium Eine Befragung von Studierenden der Hochschule für Soziale Arbeit zu ihren Bedürfnissen hinsichtlich Partizipationsmöglichkeiten im Bachelor-Studium Soziale Arbeit

      Auftraggeber: Hochschule für Soziale Arbeit FHNW, Studienzentrum, Olten, www.fhnw.ch/sozialearbeit/szsa

      Das Studienzentrum der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW wünscht im Hinblick auf die Planung einer neuen Studienform, die Bedürfnisse der Studierenden der Sozialen Arbeit bzgl. studentischer Partizipationsmöglichkeiten im Bachelor-Studium besser zu kennen. Dieser Frage ist das Projektteam mittels einer breitangelegten explorativen Studierendenbefragung vor Ort sowie fünf Einzelinterviews und einem Gruppeninterview nachgegangen. Die Interviews wurden qualitativ-inhaltsanalytisch ausgewertet. Folgende Bedürfnisse der Bachelor-Studierenden sind festgestellt worden:

      • Verschiedene Partizipationsstufen (um eine möglichst ideale Anpassung an die jeweilige Situation der Studierenden zu ermöglichen)
      • Information und Mitsprache (Vorstufe von Partizipation)
      • Mitsprache bei den Leistungsnachweisen
      • Ausbau der Mitgestaltungsmöglichkeiten bei der Semesterplanung
      • Miteinbezug bei der Gestaltung der Modulinhalte
      • Partizipative Methoden der Wissensbildung
      • Vermehrter Austausch zwischen Dozierenden und Studierenden

      Diesen Bedürfnissen steht eine andere Realität entgegen: Aufgrund der Schwierigkeiten bei der Rekrutierung der Interviewpartnerinnen und -partner muss die Dringlichkeit des Wunsches nach mehr Partizipation – und insbesondere die Bereitschaft tatsächlich aktiv zu partizipieren – in Frage gestellt werden. Es tut sich ein Spannungsbogen auf, der beide Seiten, Studierende und Mitarbeitende der Hochschule, weiter beschäftigen muss.

      Neue Herausforderungen in der stationären Suchthilfe Eine ethnografische Untersuchung der Lebenslage der Klientel und des professionellen Angebots des Ur-Dörflis

      Auftraggeber: Ur-Dörfli, Pfäffikon ZH, www.swsieber.ch

      Was ist wenn sich der Bedarf einiger Klientel so verändert, dass dieser das leistbare Angebot einer Sozialeinrichtung übersteigt? Mit dieser Frage setzte sich die Suchthilfeeinrichtung Ur-Dörfli auseinander und wandte sich damit an die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW.

      Im Ur-Dörfli wird eine Veränderung der Bedarfslage der Klientel wahrgenommen. Die Ursache der Veränderung wird im Zusammenhang mit den immer älter werdenden substanzabhängigen Menschen und einer tendenziellen Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Klientel vermutet.

      Dieses Projekt erfasst mittels der ethnografischen Forschungsmethode die Lebenslage der heutigen Klientel im Ur-Dörfli sowie deren Bedarfslage. Ebenfalls wird das Angebot des Ur-Dörflis aufgezeigt. In der Gegenüberstellung dieser Ergebnisse wird deutlich, dass die Bedarfslage der Klientel das Angebot übersteigt. Basierend auf diesem Ergebnis können bedarfsgerechtere Versorgungsstrukturen eruiert werden.

      Wollen auch Sie ein Projekt einreichen, das von Bachelor-Studierenden der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW bearbeitet wird?
      Auf www.fhnw.ch/sozialearbeit/bachelor-und-master/bachelorstudium/studierendenprojekte können Sie sich informieren und online den Antrag ausfüllen.

      Weitere Informationen
      Beate Knepper
      Verantwortliche Studierendenprojekte
      T +41 61 337 27 15

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