Macht Fleisch Hunger?
Tagung aus Anlass des Welternährungstages
Artikel der Aargauer Zeitung zur Tagung
Tagungsbericht der Bauernzeitung
Tagungsbericht des Schweizer Bauern
Tagungsbericht der Aargauer Landeskirche

Zum dritten Mal ging am Samstag, 15. Oktober, unter der Leitung von Thomas Gröbly die Tagung zum Welternährungstag über die Bühne. Rund einhundert Besucherinnen und Besucher reflektierten zusammen mit den Referentinnen und Referenten die Hintergründe der Fleischproduktion in der Schweiz und in der Welt.
Die Nachfrage nach Fleisch steigt. Die Schweiz kennt ein restriktives Tierschutzgesetz, den Bäuerinnen und Bauern hierzulande ist die Gesundheit der Tiere wichtig
und viele Konsumentinnen und Konsumenten schätzen Fleisch aus der Region. Leider lässt sich mit einer rein inländischen Produktion der enorme Konsum nicht
decken, Futtermittel- und Fleischimporte in grossen Mengen sind erforderlich. Hier beginnt die eigentliche Problematik. Die industrielle Massentierhaltung verbraucht weltweit gegen 50% der Getreideernten. Dafür werden landwirtschaftliche Fläche und Produktionsressourcen in ausserordentlichem Masse eingesetzt.
Die ökologischen Folgen sind bedenklich: Energie- und Wasserverbrauch, Gewässerverschmutzung, Bodenauslaugung und -erosion, Dürre, Klimaveränderung, landschaftliche Verelendung.
Damit nicht genug. Eine ethisch und sozial problematische Komponente kommt dazu. Oft wird in grossindustriellen Produktionsgebieten das Menschenrecht
auf Nahrung systematisch verletzt, wenn trotz exportierter Überproduktion die Grundnahrungs- und Futtermittel vor Ort fehlen oder unerschwinglich werden. Dabei wäre die Tierhaltung in übersichtlich bäuerlichen Verhältnissen auch für die
Bevölkerung des Südens eine entscheidende Existenzgrundlage.
Programm, Samstag 15. Oktober 2011
- 09.00 Uhr Eintreffen
- 09.30 Uhr Thomas Gröbly: Begrüssung und Einführung
- 09.45 Uhr Fritz Schneider: Fleisch und Milch weltweit im Spannungsfeld von Ernährungssicherheit und Umwelt
- 10.30 Uhr Martin Rufer: Sinnvolle Fleischproduktion in der Schweiz
- 11.00 Uhr Pause
- 11.30 Uhr Samuel Spahn: Die Zukunft der Tierhaltung
- 12.00 Uhr Sibyl Anwander: Appetit auf Fleisch!
- 12.30 Uhr Pause - Mittagslunch
- 13.30 Uhr Markus Arbenz: Ökointensivierung ernährt die ganze Welt!
- 14.30 Uhr Tina Goethe: Mehr Fleisch - mehr Hunger!
- 15.00 Uhr Pause
- 15.30 Uhr Podium mit Sibyl Anwander, Markus Arbenz, Tina Goethe, Renato Pichler, Martin Rufer, Fritz Schneider und Samuel Spahn
- 16.30 Uhr Schluss der Tagung
Ort
Campus Windisch der FHNW, Aula, Klosterzelgstrasse 2, 5210 Windisch
Referentinnen und Referenten
- Sibyl Anwander, Ingenieurin Agronomin der ETH Zürich, Promotion auf Agrarwirtschaft.
Nach Lehre und Forschung an der ETH, Leiterin der Bereiche Politik, Qualität und Nachhaltigkeit von Coop Schweiz - Markus Arbenz, Geschäftsführer der IFOAM (International Federation of Organic Agriculture
Movements). Zuvor Geschäftsführer von Bio Suisse und für Helvetas in Bhutan, Kirgisien und Afghanistan, Leitung des kirgisisch-schweizerischen Landwirtschaftsprogramms. Früher Geschäftsführer der Stiftung Pro Specie Rara - Tina Goethe, Soziologin und seit 2003 bei SWISSAID, der Schweizerischen Stiftung für Entwicklungszusammenarbeit. Verantwortlich für das entwicklungspolitische Dossier „Ernährungssouveränität“
- Thomas Gröbly, ehemaliger Landwirt, Dozent für Ethik an der Hochschule für Technik der FHNW und an der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft
- Martin Klöti, Dozent für Nachhaltigkeit an der Hochschule für Technik der FHNW, Leiter des Instituts für Geistes- und Naturwissenschaften
- Renato Pichler, Vizepräsident der Tierpartei Schweiz (TPS), Präsident der Schweiz. Vereinigung für Vegetarismus (SVV), Präsident der Europäischen Vegetarier Union (EVU)
- Martin Rufer, Ingenieur Agronom der ETH Zürich, Leiter des Departements Produktion, Märkte und Ökologie beim Schweiz. Bauernverband
- Fritz Schneider, Leiter Abteilung Agronomie an der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft SHL. Diverse Mandate in der internationalen Zusammenarbeit über die DEZA in Mongolei, Indien, Vietnam; diverse FAO-Mandate
- Samuel Spahn, Biobauer in Dietikon, Lokalpolitiker der Grünen
Tagungsorganisation
- Institut für Geistes- und Naturwissenschaften IGN der FHNW
- Schweizerischer Bauernverband SBV
- Schweizerische Hochschule für Landwirtschaft SHL
- Fachstelle Religion Technik Wirtschaft RTW
Besten Dank den Sponsoren dieser Tagung:
Brot für alle, Fastenopfer FiBL Greenpeace biovision Stiftung für das Tier im Recht uniterre abai KAG Freiland EvB Erklärung von Bern SVIL Vision Landwirtschaft SWISSAID Tischlein deck dich BioSuisse srakla demeter Bildung Mobil Kleinbauern-Vereinigung
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