Was ist ein Cluster?
Prof. Michael E. Porter von der Harvard Business School (HBS) definiert Cluster als geographische Konzentration miteinander verbundener Unternehmen, spezialisierter Zulieferer und Dienstleister, Unternehmen in verwandten Branchen und weitere Organisationen wie z. B. Universitäten, Standardagenturen, Industrieverbände in einem bestimmten Bereich (Branche, Technologiefeld), die miteinander im Wettbewerb stehen und gleichzeitig kooperieren. In Clustern sind unternehmensübergreifende Wertschöpfungsketten räumlich konzentriert. Solche Cluster können lokal auf einzelne Stadtteile oder Straßenzüge begrenzt sein, ganze Nationen umfassen oder sogar Ländergrenzen überschreiten. Wie die Cluster-Metastudie der HBS zeigt, sind die meisten Cluster jedoch auf der lokalen und regionalen, d. h. subnationalen Massstabsebene zu finden. Bedeutende Cluster in der Schweiz sind die Life Sciences im Raum Basel, die Finanzdienstleistungen im Raum Zürich oder die Uhrenindustrie im Jurabogen, aber auch kleinräumig finden sich oft wettbewerbsfähige Clusterstrukturen.
Unternehmen in Clustern profitieren von einem Pool spezialisierten Arbeitskräften, von spezialisierten Zulieferern und Infrastruktur wie z. B. Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie von Wissensaustausch durch Kooperation und Beobachtung von Wettbewerbern. Ein dynamisches Clusterumfeld kann Unternehmen produktiver und profitabler machen als nicht geclusterte Unternehmen. Um diese Prozesse zu formalisieren, schliessen sich Unternehmen eines Clusters häufig zu Clusterinitiativen zusammen, deren Arbeit häufig sogar durch ein spezielles Clustermanagement organisiert wird. Auch die öffentliche Hand betreibt auf den unterschiedlichsten Massstabsebenen Clusterpolitik, um den Wissenstransfer zwischen Forschung und Wirtschaft zu fördern und die Produktivität der Unternehmen zu unterstützen.

