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Im Fokus: Internationalisierung

«Regionale Verankerung und internationale Ausrichtung gehören zwingend zusammen»

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Interview mit Prof. Dr. Ruedi Nützi, Direktor der Hochschule für Wirtschaft FHNW und
Leiter des Ressorts Internationales.


Die FHNW ist eine stark regional verankerte Institution. Gleichzeitig ist Internationalität Teil ihres Selbstverständnisses. Ist das kein Widerspruch?
Ganz und gar nicht, denn regionale Verankerung und internationale Ausrichtung gehören zwingend zusammen. Wir leisten einen wichtigen Beitrag zur Arbeitsmarktfähigkeit unserer Absolventinnen und Absolventen und zur Wettbewerbsfähigkeit unserer Partner, zum Beispiel der KMU. Dies ist Ausdruck der regionalen Verankerung der FHNW. Tauglich für den Arbeitsmarkt ist jedoch nur, wer im Rahmen eines praxisorientierten Studiums auch die internationale Dimension kennengelernt und erlebt hat.


Warum ist die internationale Ausrichtung so wichtig?
Die Schweiz ist gesellschaftlich, wirtschaftlich und kulturell äusserst international. Als eine führende Bildungsinstitution ist es daher unsere Aufgabe, unseren Studierenden internationale Erfahrungen und den Umgang mit Unterschiedlichkeit zu vermitteln. Dafür braucht es entsprechende Angebote in den Studiengängen vor Ort, aber auch ein internationales, weltweites Netzwerk von Partnerhochschulen.


Wie wird Internationalität an der FHNW konkret umgesetzt?
Internationalität ist Teil des vierfachen Leistungsauftrages und damit Teil aller Hochschulen der FHNW. Jede Hochschule setzt dies entsprechend ihrer Strategie und ihrer spezifischen Anspruchsgruppen individuell um. Die internationale Dimension findet sich dabei sowohl in der Aus- und Weiterbildung, als auch in der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung und in der Dienstleistung. Wir sprechen hier also nicht nur von Studierenden- und Dozierendenaustausch, sondern auch von dual degree Programmen mit ausländischen Partnern, von der Beteiligung an EU-Forschungsprojekten oder von Beratungsdienstleistungen für Schweizer Firmen im Ausland.


Inwiefern profitieren die FHNW, ihre Studierenden und ihre Mitarbeitenden von der internationalen Vernetzung?
Die starke Internationalität trägt massgeblich zur Reputation der FHNW bei. So konnten wir beispielsweise dank der englischsprachigen Studiengänge an der Hochschule für Wirtschaft in den letzten Jahren einen erheblichen Zuwachs an Studierenden verzeichnen. Die Studierenden profitieren von den vielfältigen internationalen Angeboten. Sie ermöglichen ihnen, wertvolle Erfahrungen zu sammeln und ihren persönlichen Horizont zu erweitern – zum Beispiel das tolle Angebot im Bereich der summer schools oder die studentischen Projektreisen wie Insight China, Explore ASEAN, Focus India und connectUS.
An der FHNW arbeiten und studieren zudem Menschen aus mehr als 60 Nationen. Die Mitarbeitenden bewegen sich hier sowohl in einem regionalen, als auch in einem nationalen und internationalen Umfeld. Diese Vielfalt ist bereichernd, inspirierend und wird geschätzt.


Nach welchen Kriterien wählt die FHNW internationale Partner aus und wie entstehen neue Partnerschaften und Kooperationen?
Bei den internationalen Aktivitäten steht grundsätzlich der inhaltliche Nutzen für die FHNW im Vordergrund. Oft basieren sogenannte strategische Partnerschaften der Hochschulen oder der FHNW zunächst auf persönlichen Kontakten einzelner Personen, die an einer bestimmten Fragestellung, zum Beispiel im Bereich der Ausbildung oder Forschung, interessiert sind. Daraus entsteht dann mittelfristig eine institutionelle Partnerschaft und über die Jahre schliesslich ein breites Netzwerk von Partnern – in diesem Fall sprechen wir von strategischen Partnerschaften.


Richtet die FHNW einen besonderen Fokus auf bestimmte Regionen und Länder?
Als Hochschule im Herzen Europas und mit grenznahen Standorten ist der europäische Wissens- und Forschungsraum für die FHNW natürlich besonders wichtig. Dazu kommen Nordamerika und Asien. Aktuell stärken wir zudem unsere Verbindungen mit Südamerika, insbesondere mit Kolumbien. Mehrere Hochschulen der FHNW bauen hier derzeit Kooperationen aus mit dem Ziel, langfristig ganz Südamerika als Partnerregion für die FHNW zu erschliessen.


Zum Abschluss noch ein Blick in die Geschichte: Wie sahen die Anfänge der internationalen Vernetzung aus – mit welchen Ländern und Regionen gab es die ersten Kontakte und wie haben sich diese im Verlauf der Jahre entwickelt?
Die Vorgängerinstitutionen der FHNW waren hinsichtlich der internationalen Ausrichtung in unterschiedlicher Form aktiv. Gemeinsam ist allen, dass sie Pionierarbeit geleistet haben. Ein Beispiel hierfür sind die trinationalen Studiengänge, welche von den Vorgängerorganisationen im Raum Basel ins Leben gerufen wurden und heute integraler Bestandteil des breiten Ausbildungsportfolios der FHNW sind. Ein weiteres Beispiel sind unsere Beziehungen zu China: Die ersten Kontakte knüpfte die Vorgängerorganisation der FHNW im Kanton Solothurn vor 25 Jahren. Daraus ist heute ein Netzwerk von 20 Partnerschaften in 13 chinesischen Provinzen und eine führende Rolle der FHNW im Asiengeschäft innerhalb der Schweizer Hochschullandschaft geworden.


Herr Nützi, vielen Dank für das Gespräch.

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