Skip to main content

gemeinsam kochen, gut zusammenleben

Migration ist eines der ältesten Themen der menschlichen Geschichte. Trotzdem fordern uns die kontroversen Haltungen und Diskurse darüber immer noch heraus. In der Schweiz beträgt der Anteil der ausländischen Bevölkerung 25 Prozent; weit mehr Personen haben zudem einen Migrationshintergrund.

In einer Zeit, in der die Globalisierung Mehrfachzugehörigkeiten schafft, werden gleichzeitig Mauern gebaut, Landesgrenzen verschärft und Menschen aufgrund ihrer Herkunft diskriminiert. Doch unsere Zukunft hängt im Wesentlichen davon ab, wie wir unsere Wahrnehmung verändern können und Migration als Chance begreifen lernen.

Das Projekt gemeinsam kochen, gut zusammenleben verschafft sowohl theoretisch als auch praktisch einen Einblick in den heutigen Umgang mit Menschen auf der Flucht. Zu Beginn stand die Idee, den Lebensraum geflüchteter junger Erwachsener partizipativ zu gestalten. Die Hauseigentümerinnen gestatteten jedoch keine Veränderungen an den Liegenschaften, weshalb das Vorhaben scheiterte. Beim gemeinsamen Kochen und Essen wurde rasch klar, dass sich die jungen Männer nach Gesprächen und einem Austausch mit Schweizerinnen sehnten. Sie hatten die Möglichkeit schätzen gelernt, Fragen zu stellen, zu diskutieren und die deutsche Sprache zu praktizieren. So kristallisierte sich unser Thema heraus: Wie können die Lebensumstände der jungen Erwachsenen konkret verbessert werden?

Unsere Antwort zielt auf die Inklusion und Mischung aller Menschen. Verständnis füreinander und Empathie werden durch den Austausch gefördert. Das gemeinsame Essen gewährt einen Einblick in die je andere Kultur mit ihren Traditionen, Sitten und Bräuchen. Gerüche können Erinnerungen wecken und beim Kochen wird die Partizipation gelebt: Die Teilnehmenden sind an Entscheidungsfragen beteiligt, die Selbstermächtigung wird gefördert und eine gesellschaftliche Vernetzung entsteht.

«Die Küche ist nicht allein ein Ort, an dem Essen zubereitet wird, sondern auch Schauplatz des individuellen und sozialen Lebens – ein Ort, an dem kulturelle Formen Gestalt annehmen, praktiziert oder neu kombiniert werden », schreiben die Kulturvermittler*innen M. Blohm, S. Burkhardt & C. Heil.

Autorin:
Katja Meile
Institut Lehrberufe Gestaltung und Kunst, BA Diplomarbeit 2019

Diese Seite teilen: