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Ökodaten – Ökomedien – Ökoästhetik

Die Bedeutung von Technologien und techno - naturwissenschaftlichen Methoden in der Kunst für die Wahrnehmung und Ästhetik des Ökologischen.

Dieses Forschungsprojekt untersucht, welche Rolle künstlerische Spürtechniken für die Wahrnehmung nichtmenschlicher Existenzweisen spielen.

Es versucht, die Frage nach dem Technologischen in die ökologischen Künste, sowie ins ökologische Design, zu bringen und zwischen ihnen eine Brücke zu schlagen. Das Forschungsprojekt ist anwendungsorientiert und besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, der hier vorgestellt wird. Darin entwickeln die drei Forschenden Marcus Maeder, Rasa Smite und Aline Veillat in enger Zusammenarbeit mit dem WSL einen je individuellen ästhetischen Zugang zum alpinen « Pfynwald ». Dieser Wald im Wallis ist einer der einzigen weltweit, von dem seit über 25 Jahren relevante Daten bezüglich des Effekts der Klimaerwärmung auf Wälder gesammelt werden. Der Pfynwald ist alt, seine Föhren haben sich bereits nach der letzten Eiszeit angesiedelt. Doch die lokale Aluminiumindustrie seit 1908 sowie die extreme, durch die Klimaerwärmung zu genommene Trockenheit haben ihn so geschädigt, dass bereits 50 % des Föhrenbestands tot ist.

Dennoch ist er immer noch der grösste zusammenhängende Föhrenwald Mitteleuropas. Unklar ist, ob der Wald versteppen oder die Föhre durch die von Süden einwandernde trockenheitsresistente Flaumeiche ersetzt wird. Die Zukunft ist ungewiss. Gewiss ist nur, dass der Pfynwald ein global einzigartiges Langzeit - Outdoor - Laboratorium ist, in dem zukünftige Szenarien erforscht werden.

Unsere Fragen lauten: Wie affizieren uns die Daten? Was braucht es ästhetisch, damit sie Momente von Für- / Sorge, Solidarität und Empathie mit der Vielheit der Arten des Planeten Erde befördern?

Alle Künstler- und Design-Forscher*innen haben eine interdisziplinäre Methode. Marcus Maeder arbeitete bereits vor diesem Forschungsprojekt mit dem WSL zusammen. Dabei konnte er zeigen, dass die Öko-Akustik und die Sonifikation von Messdaten der Wissenschaft eine hilfreiche Analysekategorie liefern. Bestimmte Muster werden nämlich durch das Hören schneller erkennbar als durch andere Methoden der Datenerkennung, wie z.B. Visualisierung. Rasa Smite erfuhr, dass Bäume nicht nur CO2 in Sauerstoff umwandeln, sondern dass sie auch flüchtige Gase produzieren, die auf die Atmosphäre einwirken. Eine ihrer Methoden, um sich diesem Phänomen anzunähern, lautet, dass sie sich die Hände «schmutzig» macht und mit und durch diese Materialien, wie z.B. Harz, arbeitet. Aline Veillat begann mit der konzeptuellen Dekonstruktion des «Waldes» und der Frage nach der «Natur» im Anthropozän. Nun entwickelt sie eine künstlerische Form, die diesen konzeptuellen Zugang reflektiert: Wie kann man eine Verschränkung von Zeichen in die Kunst übertragen? Und wie kann man Zeichen aufspüren, erkennen und darauf reagieren?

Projektpartner :
Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL ; Institute for Computer Music and Sound Technology ICST / ZHdK; Haus der elektronischen Künste HeK; Rixc, Riga.

Team:
Yvonne Volkart ( Lead ), Marcus Maeder, Rasa Smite und Aline Veillat Institut IAeP, SNF - Forschungsprojekt 2017 – 2020

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