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WEB! WEB! WEB!

Weben trifft Web. Analog geht online. Schwarzweiss wird bunt. Ein Projekt der Diplomierenden Anna Cordasco

Zentral im HyperWerk-Showroom hat die Installation «WEB!» ihren Platz gefunden am OpenHouse: Ein Webstuhl, drei bunt flackernde Röhrenbildschirme und ein Druckpodest, das fortlaufend Postkarten produziert. Wie passt das zusammen? Was passiert da? 

Leuchtende Augen gepaart mit Fragezeichen sammelten sich um die Installation. Auf kurze Einführungen und einigen detaillierteren Erklärungen folgen jedoch bald die Aha-Erlebnisse im Publikum.

Hinter WEB! steckt mehr als ein flacher Wortwitz: Das Weben hat in der Region Basel eine über 300-jährige Geschichte. Die ersten Jacquard-Webstühle, die um 1800 entstanden und mit Hilfe von Lochkarten angesteuert wurden, schlagen die Brücke zum Digitalen – dort setzt das Projekt an.

Das Binärsystem, bestehend aus 0en und 1en wird im Weben aufgegriffen mit weissen und schwarzen Bändern. Der von den Besuchern intuitiv gewobene Code wird per Echtzeit-Scan ins Hexadezimalsystem übersetzt – der Code #FF0000 steht zum Beispiel für ein sattes Rot –, so dass aus jeweils 24 schwarzen oder weissen Informationspunkten eine individuelle Farbe generiert wird. Diese wird auf den Bildschirmen angezeigt und auf eine Postkarte gedruckt, samt Link auf die Webseite textilesforschen.ch.

Das Institut für Textiles Forschen ist das Diplomprojekt von Anna Cordasco, HyperWerk-Studierende und Autorin im Sedici-Verlag. Es versteht sich als Schnittstelle zwischen dem traditionellen Textilhandwerk und dem postindustriellen Zeitalter. Durch das Gegenüberstellen und Kombinieren möglichst kontrastreicher Spannungsfelder wird das Handwerk innerhalb verschiedener Projekte in einen zeitgenössischen Kontext gestellt.

Mit dabei am OpenHouse war auch der «Vebshtul», ein studentisches Projektteam von Architekturschaffenden aus Wien. Der Kontakt ist an der Vienna Design Week 2016 entstanden, wo sie die Einladung, am WEB! mitzuwirken, spontan angenommen haben. Kooperationen wie jene mit dem Vebstuhl und dem Institut für Textiles Forschen sollen künftig noch vertieft werden.

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