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Podium Interface mit Dr. Matthias Leese

Verbrechensbekämpfung mit Algorithmen: Predictive Policing in der Schweiz

Über den Referenten

Seit 2016 Senior Researcher für Sicherheitstechnologien und Governance am Center for Security Studies der ETH Zürich. Studium der Politikwissenschaft in Freiburg und Hamburg, anschlies-send Promotion im Fachbereich Internationale Beziehungen in Tübingen. Forschungsschwerpunkt: Technologieentwicklung und -implementation im Sicherheitsbereich und die damit verbundenen Auswirkungen auf Gesellschaft und Politik. Seit 2016 empirische Forschung im Bereich Predictive Policing.

Über das Refrat

Predictive Policing ist aktuell ein gern bedientes Thema, sowohl in der Politik als auch in den Medien. Es scheint, als seien schweizerische Polizeikorps im 21. Jahrhundert angekommen und nutzten endlich die «smarten», datengetriebenen Analyseverfahren, die aus Industrie und Dienstleistungssektor schon lange nicht mehr wegzudenken sind. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff «vorausschauende Polizeiarbeit»? Haben wir es bald mit einer Algorithmenpolizei zu tun? Der Vortrag hat zum Ziel, hinter die Kulissen von Predictive Policing zu schauen und Verbrechensbekämpfung mit Algorithmen in den Kontext der polizeilichen Alltagsarbeit zu setzen. Datengetriebene Kriminalitätsanalyse bringt neue Möglichkeiten für die Prävention, aber auch eine Reihe neuer Herausforderungen, die von Datenqualität bis hin zur Visualisierung von Risikoräumen reichen.

Podium 2019: Algorithmen

Den Rohstoff Daten gibt es schon lange und in Fülle. Bereits im Altertum erhob man Daten und fixierte sie in Keilschrift auf Tontafeln oder in Hieroglyphen auf Papyrus. Algorithmen gibt es ebenso lange. Schon die babylonischen Priester hielten nicht nur fest, wie viel Getreide sie erhalten hatten, sondern auch wie sie daraus schmackhaftes Bier brauten, und aus Ägypten sind Verfahren zur Lösung mathematischer Probleme überliefert. Über die Araber gelangte dieses Wissen im Mittelalter ins Abendland, und wer es dort anwendete, galt als Algorist. Heute gelten ihre Nachfahren, die Algorithmiker, gleichsam als Alchemisten unseres Jahrhunderts. Sie verarbeiten eine schiere Menge von digitalen Daten, die beliebig kopier- und transportierbar sind, zu Gold. Dazu verwenden sie bekannte, neue oder verbesserte Algorithmen; denn Algorithmen lassen sich entwickeln, verändern und kombinieren. Und wer den effizientesten Algorithmus besitzt, das heisst, wer für ein festgelegtes Problem mit begrenzter Rechenzeit eine Lösung findet, der hat am schnellsten reines Gold.

Wo sich überall Gold schürfen lässt, welche Algorithmen dabei zum Einsatz kommen und welche Folgen das haben kann: Davon handelt der diesjährige Interface-Zyklus.

Datum und Zeit

21.10.2019 17:15 - 18:30 iCal

Ort

Fachhochschule Nordwestschweiz
Gebäude 3, Aula (3.–111), Klosterzelgstrasse 2, 5210 Windisch

Veranstalter

Hochschule für Technik

Kosten

Eintritt frei. Es ist keine Anmeldung erforderlich.

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