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Arbeitsgebiet

Mit Kindergarten und Unterstufe beginnt verbindliche institutionelle Bildung. Wie Kinder diese erleben, hängt entscheidend davon ab, welche Kultur dort gepflegt wird. Diese zeigt sich als eine symbolische Ordnung, in der Werte, Normen, Regeln und Erwartungen auf spezifische Weise vermittelt und interaktiv bearbeitet werden. Im Kindergarten hat sich historisch bedingt eine andere Kultur als in der Schule entwickelt.

Aufgrund gesellschaftlicher und kultureller Dynamiken, die unter anderem zur Einführung von Bildungsstandards, der Harmonisierung der Volksschule und des damit verbundenen Kindergarten-Obligatoriums sowie des Lehrplans 21 geführt haben, entwickelt sich der Kindergarten tendenziell in Richtung Primarschulkultur. Dabei könnten auch Kulturen des Kindergartens für die Schulkultur fruchtbar gemacht werden. Nicht zuletzt stellt sich die Frage nach dem Verhältnis von Kindergarten- und Schulkulturen zu den kulturellen Ressourcen, die die Kinder täglich in die Institutionen mitbringen. So kann für beide Stufen u.a. nach dem Stellenwert des Spiels, den Partizipationsmöglichkeiten im Unterricht oder der Kooperation zwischen Lehrpersonen, aber auch mit Erziehungsberechtigten gefragt werden.

Vor diesem Hintergrund wird geforscht und gelehrt, wie in Kooperation mit den beteiligten Akteuren und Akteurinnen Unterrichts- und Schulkulturen weiterentwickelt werden können in Bezug auf

  • die Gestaltung von produktiven Spiel-Lernumgebungen und motivierenden Unterrichtskulturen, z.B. über das Classroom-Management,
  • ein Verständnis von Kindheit als ein kulturelles und soziales Konstrukt, dessen Dynamik im Unterricht berücksichtigt werden muss,
  • systemimmanente Herausforderungen, z.B. in Bezug auf Übergänge zwischen Familie und Kindergarten, Kindergarten und Primarstufe,
  • das Spiel von Kindern als kulturelles Gut in seiner historischen und gesellschaftlichen Bedeutung sowie als Medium von Lern- und Bildungsprozessen,
  • Möglichkeiten der Kooperation unter Kindern, zwischen Lehrpersonen, mit Eltern und anderen Erziehungsberechtigten sowie zwischen Institutionen mit den jeweiligen Potentialen und Herausforderungen.
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