Skip to main content

Überzeugungen von Eltern und Lehrpersonen: Wie erklären sie herkunftsbedingte Leistungsdisparitäten von Schüler/-innen? - Kolloquium

Im Rahmen des Kolloquiums werden zentrale Ergebnisse aus der Dissertation vorgestellt und Implikationen für die Praxis diskutiert.

Der Schulerfolg von Kindern hängt massgeblich von deren familiären Herkunft ab – dieser Befund wurde zahlreich bestätigt. Welche Rolle spielen jedoch Lehrpersonen bei der Entstehung von sozialer Ungleichheit in der Schule? Frühere Untersuchungen weisen darauf hin, dass Lehrpersonen Schülerinnen und Schüler mit bestimmter sozialer oder sprachlicher Herkunft sowie deren Eltern anders wahrnehmen. Schätzen Lehrpersonen das familiäre Umfeld eines indes als wenig lernförderlich ein, richten sie geringere Leistungs- und Schulniveauerwartungen an diese Kinder. Aufgrund des Phänomens der selbsterfüllenden Prophezeiung wirken sich solche geringen Erwartungen für die betroffenen Kinder nachteilig auf deren Leistungen aus.

Es ist wichtig, Mechanismen herkunftsbedingter Benachteiligungen genau zu kennen, um Anhaltspunkte für die Praxis liefern zu können. In ihrer Dissertation untersuchte Edith Niederbacher daher die Bedeutung des Zusammenspiels von Eltern und Lehrpersonen in Hinblick auf die Entstehung von Chancenungerechtigkeit in der Schule. Im Fokus der quantitativen Untersuchungen standen Überzeugungen von Eltern und Lehrpersonen (bspw. Selbstwirksamkeitsüberzeugungen zur Lernunterstützung von Eltern oder Leistungserwartungen von Lehrpersonen). Datengrundlage waren zwei Forschungsprojekte der PH FHNW.

Es wurde folgenden Fragen nachgegangen: Wie hängen Überzeugungen von Eltern und Lehrpersonen mit verschiedenen Herkunftsmerkmalen (Familiensprache, Ausbildungsniveau, ISEI) zusammen? Welche Überzeugungen beeinflussen die Leistungen? Wie hängen die Überzeugungen von Eltern und Lehrpersonen zusammen und wie wirken diese gemeinsam auf die Leistungen?

Die Ergebnisse illustrieren, wie Eltern- und Lehrpersonenüberzeugungen sowohl separat als auch in Interaktion Leistungsdisparitäten aufgrund der sozialen und sprachlichen Herkunft von Schülerinnen und Schülern erklären. Es wird aufgezeigt, wie Lehrpersonen bei der Entstehung von Chancenungerechtigkeit in der Schule mitbeteiligt sind. Diese Befunde liefern zahlreiche Hinweise für die Praxis, wie Akteurinnen und Akteure in der Schule aktiv zu mehr Chancengerechtigkeit beitragen können.

Datum und Zeit

18.11.2020 16:00 - 17:15 iCal

Ort

Pädagogische Hochschule FHNW, FHNW Campus Brugg 5.0B15/16

Veranstaltet durch

Pädagogische Hochschule
Institut Forschung und Entwicklung

Zentrum Lesen und Sozialisation (ZLS)

Alle Informationen als PDF

Die vollständigen Informationen zu diesem Angebot sind auch als druckbares PDF verfügbar.

PDF herunterladen
Diese Seite teilen: