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16.06.2020 | Pädagogische Hochschule

Der Karriereschritt führt in die Bundesliga

Pascale Wyder vereinbarte im Modell «Studium und Spitzensport» NLA-Handball mit ihrem Bachelor-Studium Primarstufe an der PH FHNW. Nun wechselt sie in die 1.Bundesliga nach Deutschland - und wird dort auch unterrichten.

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Als Pascale Wyder vor drei Jahren ihr Bachelorstudium Primarstufe an der Pädagogischen Hochschule FHNW begann, spielte sie bereits bei Spono Nottwil in der Spar Premium League, der höchsten Spielklasse im Schweizer Frauenhandball. «Als ich das Studium begonnen habe, hätte ich nicht gedacht, dass ich es in drei Jahren durchziehen kann», sagt sie im Rückblick. «Aber ich wollte versuchen, ob es geht.»

Vier Abendtrainings und zeitweise ein Mittagstraining in Nottwil standen da schon fix in ihrem Wochenplan, ebenso wie drei individuelle Athletik-Einheiten pro Woche, die sie in Aarau oder Brugg absolvierte. «Es gab Phasen, in denen ich zeitlich am Limit war, vor allem wenn ich noch mit der Nationalmannschaft unterwegs war», erzählt Wyder. Doch dank frühzeitiger Kommunikation, Kommiliton*innen, die sie bei Absenzen mit den nötigen Informationen versorgten und Dozierenden, deren Türen für Fragen offenstanden, klappte es von Beginn weg mit dem Studium parallel zum Spitzensport.

«Studium und Spitzensport» als Vereinfachung

Später führte die PH FHNW angepasste Rahmenbedingungen für «Studium und Spitzensport» ein, die es ermöglichen, sportliche Leistungen auf höchstem Niveau zu erbringen und zeitgleich das Studium innerhalb eines vertretbaren zeitlichen Rahmens abzuschliessen. «Das hat mir die Organisation und das Vereinbaren von Studium und Spitzensport nochmals deutlich vereinfacht», so Wyder. Von der Möglichkeit, das Studium zu verlängern, machte sie allerdings nicht Gebrauch.

«Ich habe mich vor einem Jahr entschieden, das Studium durchzuziehen und dabei darauf gehofft, dass sich nach dem Abschluss ein Türchen für ein neues Abenteuer öffnet», so die Handballerin. Einzig bereits während des Studiums ein fixes Teilpensum zu übernehmen, lag zeitlich nicht drin. «Ich habe jedoch ein paar kurze Stellvertretungen übernommen.»

Wyders Hoffnung auf ein Angebot erfüllte sich schliesslich tatsächlich: Dieser Tage schliesst sie ihr Studium ab und wechselt danach in die erste deutsche Bundesliga zu Frisch auf Göppingen. Auch wenn das geplante Kennenlern-Training mit dem Team und die Besichtigung aller Anlagen vor Ort im März aufgrund der Corona-Pandemie ausfielen, ist Pascale Wyder überzeugt, dass der Schritt richtig ist. «Handball hat in Deutschland einen viel höheren Stellenwert, das Niveau ist höher», beschreibt sie den Reiz der neuen Herausforderung. Und: «Ich habe gespürt, wie sich die Vereinsverantwortlichen um mich bemüht haben.»

Sport- und Matheunterricht geplant

Trotz grösserem Stellenwert und höherem Niveau: Die Spielerinnen in Göppingen sind keine Profis. Und so zahlt sich das abgeschlossene Studium für Pascale Wyder aus. «Es ist geplant, dass ich in einer Grundschule etwa in einem 50-Prozent-Pensum unterrichten werde», sagt sie. Fix ist derzeit noch nichts, Schulbeginn ist in Göppingen allerdings auch erst im September. «Die Verantwortlichen haben mir gesagt, dass es kein Problem sein sollte, eine Stelle zu finden und sie helfen mir auch dabei», so Wyder. Umschreiben lassen, will sie ihr Diplom jedoch nicht. «Schliesslich möchte ich nach der Karriere zurück in die Schweiz kommen und hier unterrichten», so Wyder.

Geplant ist, dass sie in Deutschland nur einzelne Fächer – etwa Sport und Mathematik – unterrichten wird. «Ich habe etwas Respekt schliesslich ist es ein anderes Schulsystem mit einem anderen Lehrplan und einem anderen Schulalltag», sagt sie. «Doch ich fühle mich gut vorbereitet und freue mich sehr darauf Erfahrungen sammeln zu können. Ich habe einzig darum gebeten, nicht das Fach Deutsch zu unterrichten», so Wyder lachend. Dass sie, die jeweils mit der Trikotnummer 25 aufläuft, ihren sportlichen und beruflichen Neustart an ihrem 25. Geburtstag am 25. Juni in Angriff nimmt, sollte dabei ein gutes Omen sein.

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