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Bauwesen

Soziotechnische Gestaltung des Digitalen Wandels im Bauwesen – Eine Modellentwicklung anhand der Erstellung und Nutzung von Bauwerken.

Strategische Initiativen der FHNW: Digitaler Wandel im Bauwesen

Welche Problemstellung wurde bearbeitet?

In der Planungs-, Bau- und Immobilienbranche ist im Zuge der Einführung des «Building Information Modelling» (BIM) ein Paradigmenwechsel im Gange. Die damit verbundene durchgängige, zentrale und objektbasierte Verwaltung und Koordination von Projektinformationen hat disruptive Auswirkungen auf die Arbeitsprozesse, auf die Rollenbilder aller Beteiligten (Auftraggebende, Handwerkerinnen und Handwerker und Baufirmen) sowie auf die Anforderungen an die Teamstrukturen und Projektmitarbeitenden.

Dabei ist die informationstechnische Seite der dreidimensionalen, digitalen, informierten Bauwerksmodelle schon weit. Zentrale Herausforderungen für die Einlösung des qualitäts- und kostenbezogenen Potenzials durch eine frühe Modellierung umfassender Bauprojekte liegen v.a. in einer fachlich interdisziplinäreren und firmenübergreifenden Zusammenarbeit sowie in einem weitgehend digitalisiert ablaufenden Projektmanagement.

Damit stellen sich neue Anforderungen an die Fachpersonen sowie interdisziplinären Teams, welche mit digitalen Bauwerksmodellen arbeiten wie auch an die Gestaltung der realen und virtuellen Orte, an denen diese Zusammenarbeit stattfindet. Dazu wurde die Strategische Initiative «Soziotechnische Gestaltung des Digitalen Wandels im Bauwesen» gestartet, welche von 2018 bis 2020 lief und u.a. in Form neuer Initiativen der FHNW wie dem Netzwerk Digitaler Wandel Bau (NWDWB) oder dem neuen Master-Studiengang MSC FHNW Virtual Design and Construction fortgeführt wird.

Grafik Digitaler Wandel im Bauwesen FHNW 01.PNG

Welche Ergebnisse und Impacts wurden erreicht?

Das Projekt verfolgte zwei Ziele: Zum einen wurde Wissen zu bestehenden und künftigen Zusammenarbeitsformen in der Planungs-, Bau- und Immobilienbranche zusammengetragen und evaluiert, zum anderen konnten auf der Grundlage der so gewonnenen Erkenntnisse neue Konzepte und Tools für die Anwendung in der Praxis ausgearbeitet werden.

Diese Konzepte und Tools wurden mit Partnerinnen und Partnern aus Bauunternehmungen und KMUs erprobt und werden diesen mit dem neu gegründeten Netzwerk Digitaler Wandel Bau (NWDWB) auch weiterhin zur Verfügung gestellt. Das Netzwerk entstand im Rahmen dieser Strategischen Initiative und strebt an, die Branche langfristig beim Transformationsprozess der Digitalisierung zu begleiten. Es verbindet Expertinnen und Experten aus der Praxis, aus Dienstleistungen und Aus- und Weiterbildungen zum Thema Digitales Bauen, regt deren Austausch an, hilft beim Entwickeln von disziplinübergreifenden Kompetenzen und Skills und steht Interessierten Unternehmen und Einzelpersonen zur Partizipation offen.

Die Strategische Initiative «Soziotechnische Gestaltung des Digitalen Wandels im Bauwesen» hat zudem folgende Wirkungen erzielt:

  • Den Wissensstand verbessert: Dank Literaturrecherchen, Fallstudien und Szenarios zum aktuellen Stand des Digitalen Bauens in der Schweiz wurden Erkenntnisse aus interdisziplinärer Perspektive für die Praxis und Forschung erlangt. Gemeinsam mit den Praxispartnerinnen und -partnern wurden dazu fünf Themenschwerpunkte ausgearbeitet, welche als grösste Hindernisse für die Digitalisierung der Baubranche betrachtet werden:
    • Informations- und Kommunikationsbrüche
    • Schwierigkeiten in der Kooperation
    • Übermässige oder fehlende Standardisierung der Bau- und Planungsprozesse
    • Fehlende Innovation
    • Fehlende Betriebsphase und die mangelnde Berücksichtigung der Nutzenden

  • Den Transfer zwischen Forschung und Praxis gestärkt: Mit dem neu gegründeten Netzwerk Digitaler Wandel Bau (NWDWB) haben wir eine wichtige Drehscheibe sowie Anlaufstelle für Praxis und Forschung geschaffen. Das Netzwerk ist an das Institut für Digitales Bauen der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW angebunden, setzt sich für die Gestaltung des Digitalen Wandels und Förderung der Interdisziplinarität im Bauwesen ein und richtet sich insbesondere an interessierte KMUs aus dem Bauwesen.
  • Die Forschung zum Thema vorangetrieben: Die Strategische Initiative hat den Grundstein für weitere, mit Drittmitteln finanzierte Forschungsprojekte gelegt, welche auf den erarbeiteten, theoretisch-methodischen Grundlagen basieren und diese gezielt weiterentwickeln oder ergänzen sollen.
  • Die Lehre ergänzt: Die FHNW bietet mit dem MAS Digitales Bauen sowie dem MSc Virtual Design and Construction (VDC) sowie weiteren Aus- und Weiterbildungsangeboten zum Digitalen Bauen bereits heute fundierte, zukunftsweisende und praxisorientierte Programme an. Die Strategische Initiative wirkte hier unterstützend, indem sie Erkenntnisse als Grundlage für Lehre und Weiterbildung lieferte, insbesondere für die Entwicklung interdisziplinärer Weiterbildungsprodukte.
  • Einen aktiven Beitrag zur Digitalisierung geleistet: Mit dem Projekt fand und wird auch weiterhin eine aktive Mitgestaltung des zukünftigen Planungs- und Bauprozesses stattfinden. Das interdisziplinäre Projektteam veranstaltet dazu u.a. einen Fachkongress und hat das Netzwerk Digitaler Wandel Bau (NWDWB) gegründet.

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Wodurch zeichnete sich die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Projekt aus?

Wie im Bauwesen selbst, war auch im vorliegenden Projekt eine interdisziplinäre Kompetenzstruktur unabdingbar. Aufgrund der bisher nur zögerlichen Digitalisierung von Planungs- und Bauprozessen brauchte es:

  • branchenspezifische Prozesskenntnisse (Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW)
  • Technikkompetenz insbesondere zur Visualisierung und Manipulation digitaler Daten (Hochschule für Technik FHNW sowie Hochschule für Life Sciences FHNW)
  • Kompetenz bezüglich Kooperation und Zusammenarbeit sowie zur Bestimmung neuer Kompetenzen der Beschäftigten (Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW) sowie Kompetenzen zu neuen Geschäftsmodellen (Hochschule für Wirtschaft FHNW), die durch die veränderten Prozesse und Kooperationsabläufe möglich werden

Eine auf die Veränderung von Arbeitsweisen und die konkreten Abläufe im Bauwesen ausgerichtete Zielstellung kann nur in interdisziplinärer Zusammenarbeit gelingen. Diese wurde im Projekt durch verschränkte Zielstellungen und Arbeitspakete, durch eine gemeinschaftliche Projektleitung, durch eine Lernphase der interdisziplinären Kooperation zu Projektbeginn sowie durch gemeinsame Fallstudien, Entwicklungsphasen und Pilotprojekte unterstützt.

Ansprechperson

Prof. Manfred Huber
Prof. Manfred Huber Leiter Institut Digitales Bauen
Telefon : +41 61 228 55 17 (Direkt)

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt

Aktuelle Ergebnisse, News und Hintergründe zum Projekt finden Sie auf der Projektseite

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