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Technik Grosi und Naturkunde Nonno

Experimentieren mit der Technik-Grosi

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Jetzt sind die Grosseltern gefragt: In einem generationenübergreifenden Projekt der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW lernen sie, Kinder im Alter von 4 bis 10 Jahren für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. Dafür nutzen sie spannende Experimente, die mit Alltagsgegenständen möglich sind.

Nur wenige Jugendliche in der Schweiz entscheiden sich nach der Schulzeit für einen naturwissenschaftlichen oder technischen Berufsweg. Dies führt zu einem schweizweiten Mangel an Fachkräften auf diesem Gebiet. Die Gymnasiallehrerin und Molekularbiologin Dr. Maria Till vom Zentrum Naturwissenschafts- und Technikdidaktik der Pädagogischen Hochschule FHNW ahnt, warum sich die Jungen so wenig für Naturwissenschaften interessieren: «Das liegt vielleicht daran, dass sie im Kindesalter nicht genügend Möglichkeiten gehabt haben, naturwissenschaftliche Phänomene selbst und auf spielerische Art und Weise zu entdecken. Damit fehlt ihnen der emotionale Zugang zu den Naturwissenschaften.»

Unterstützung von Grosseltern

Um das zu ändern, holen sich Till und ihr Team nun Unterstützung von den Grosseltern. Im Rahmen des Projektes «Technik-Grosi und Naturkunde-Nonno» erklären die Forschenden Seniorinnen und Senioren, wie sie ihren Nachwuchs in puncto Naturwissenschaften und Technik fördern können. Die Grosseltern besuchen dafür Kurse, in denen sie spannende naturwissenschaftliche Experimente erlernen. Diese lassen sich auch zu Hause ganz einfach nachmachen und eignen sich vor allem für die jüngeren Kinder im Alter von 4 bis 10 Jahren.

In den Kursen lernen die Grosseltern, wie man die Küche im Handumdrehen in ein Minilabor verwandelt und mit alltäglichen Dingen – zum Beispiel Joghurtbechern und Schnur – oder mit Esswaren wie Eiern und Gummibärchen ganz leicht ein interessantes Experiment durchführt. Zudem erklärt das FHNW-Team den Seniorinnen und Senioren genau, welche chemischen und physikalischen Vorgänge bei den verschiedenen Versuchen ablaufen. Denn die Kinder sollen von ihren künftigen Technik-Grosis und Naturkunde-Nonnos nicht nur spassige, sondern auch lehrreiche Experimente gezeigt bekommen. «Das weckt bei den Kleinen die Neugier sowie das Interesse für die Physik, Chemie oder Technik», hofft Till.

Weiterführunder Expertenkurs

Damit die Grosseltern auch das pädagogische Rüstzeug erhalten, wie sie ihrem Nachwuchs etwas spannend erklären und die Kinder aktiv teilhaben lassen, bieten Till und ihr Team noch einen weiterführenden Expertenkurs an. Dort lernen die Pensionierten neben vierzig neuen Experimenten auch Grundlagen der Methodik und Didaktik, erfahren etwas zur Sicherheit beim Experimentieren und wie man einen Experimentanlass für Erwachsene und Kinder organisiert. Denn die frischgebackenen Expertinnen und Experten sollen künftig andere Grosseltern unterrichten und den Gedanken des generationenübergreifenden Projektes weitertragen.

In Zusammenarbeit mit der Seniorenorganisation Pro Senectute Schweiz fanden zwischen 2016 und 2017 an der FHNW in Basel bereits drei solche Kurse statt: Zwei Grundkurse an je vier Kursnachmittagen und ein Expertenkurs an drei Kursnachmittagen. Die Kurse stiessen jeweils auf grosses Interesse und waren gut besucht. Obwohl das Projekt vor allem auf die Nachwuchsförderung ausgerichtet ist, kommen auch die Seniorinnen und Senioren nicht zu kurz, denn die Kurse fördern das lebenslange Lernen. Bisherige Teilnehmerinnen und -teilnehmer beschreiben den Kurs als persönliche Bereicherung.

Kompetente Partner

Um das neue Angebot bei immer mehr älteren Menschen bekannt zu machen, haben Till und ihr Team mit dem «Akzent Forum» von Pro Senectute beider Basel und mit der Pro-Senectute Aargau auch für 2018 einen kompetenten Partner gefunden. In diesem Jahr finden weitere Kurse in Basel und in Brugg statt. Künftig sollen die Kurse auch in anderen Kantonen angeboten werden.

Hier können Sie das Fachposter als PDF herunterladen.

Ansprechperson

Dr.
Telefon : +41 61 228 51 03 (Direkt)
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