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Fagottini und tenoroons

Kleine, vergessene Giganten. Erforschung von Geschichte, Repertoire und Gebrauch kleinformatiger Fagotte des 18. und 19. Jahrhunderts in Musikpraxis und Pädagogik

Über 70 kleinere Fagotte aus dem 18. und 19. Jahrhundert – bekannt als «fagottini», «bassonetti», «tenoroon», Quart-, Quint-, Sext- oder Oktavfagotte – sind weltweit in Museen und Privatsammlungen erhalten. Merkmale, Funktionen, Repertoire und Musikpraxis dieser kleineren Instrumente der Fagottfamilie sind bislang allerdings weitgehend unerforscht. Nachweislich wurden sie für pädagogische Zwecke eingesetzt, aber es finden sich auch Werke mit solistischer, kammermusikalischer und Orchester-Besetzung, in denen explizit kleinere Fagotte verlangt werden. Durch oftmals ungenaue Bezeichnungen und die Unkenntnis des musikalischen Kontextes bleiben vielfältige Fragen nach der jeweils angemessenen Instrumentengrösse, der Klanglichkeit und Ästhetik offen und erfordern die Neubewertung des Repertoires.

Ziel dieses anwendungsorientierten Forschungsprojekts ist demnach die organologische und musikalische Erforschung dieser kleineren Fagotte. Es wird zunächst ein detaillierter Katalog der erhaltenen Originalinstrumente erstellt werden. Die Auswertung der Messdaten und die systematische Durchsicht der musikalischen wie pädagogischen Quellen sollen ein klares Profil der kleineren Fagotte und ihres Repertoires ergeben und ihren musikhistorischen Kontext erschliessen. Das Projekt ist als Pilotstudie angelegt und soll dazu führen, die «fagottini» längerfristig in die musikalische Praxis und in die Pädagogik des Fagottspiels zurück zu bringen.

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