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Positive Ausgestaltung indirekter Steuerung

Neue Herausforderungen für das betriebliche Gesundheitsmanagement: Umgang mit indirekter Steuerung und interessierter Selbstgefährdung

Man kennt es von Freiberuflern und Selbständigen, besonders von Existenzgründern: Wenn Kunden abspringen und der Umsatz einbricht, wenn die Existenz der eigenen Unternehmung bedroht ist, dann wird oft ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit gearbeitet.

Diese Art von Rücksichtslosigkeit gegenüber der eigenen Gesundheit kommt auch bei Mitarbeitenden vor. Neue Steuerungsformen holen die Arbeitsdynamik von Selbständigen ins Unternehmen. Traditionelle Formen der Gesundheitsvorsorge gehen hier ins Leere, denn wer aus Angst vor Misserfolg oder in der Hoffnung auf Erfolg die Risiken für die eigene Gesundheit ignoriert, will sich dabei nicht stören lassen.

Die Leistungssteuerung kann auf eine Art und Weise modifiziert werden, dass die Risiken minimiert und die Vorteile zum Vorschein kommen (z.B. Übernahme von Verantwortung, Autonomie). Gleichzeitig müssen Mitarbeitende wie Führungskräfte für diese neuartigen Themen sensibilisiert und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

In Partnerbetrieben werden erstens die beiden Phänomene "Indirekte Steuerung" und "interessierte Selbstgefährdung" und die damit verbundenen Prozesse untersucht: Wir wissen inzwischen, welche Arbeitsbedingungen Selbstgefährdung reduzieren oder fördern. Zweitens wird erprobt, wie der Umgang mit Indirekter Steuerung erfolgreich und gesundheitsförderlich gestaltet werden kann.


Projektdaten

Leitung und Team Prof. Dr. Andreas Krause, Marcel Baumgartner, Dr. Martial Berset, Cosima Dorsemagen, Dr. Michaela Knecht, Samuel Zäch
Förderung Mehrere Unternehmen aus der Schweiz und Deutschland
Kooperationspartner Cogito – Institut für Autonomieforschung (Berlin)
Universität Hamburg, Medical School Hamburg, VBG (Berufsgenossenschaft, Hamburg)
Dauer Januar 2008 bis Januar 2021
Publikationen

Baeriswyl, S., Krause, A., Elfering, A., & Berset, M. (2016, April 7). How Workload and Coworker Support Relate to Emotional Exhaustion: The Mediating Role of Sickness Presenteeism. International Journal of Stress Management.
Advance online publication.

Deci, N., Dettmers, J., Krause, A., & Berset, M. (2016). Coping in Flexible Working Conditions – Engagement, Disengagement and Self-Endangering Strategies. Psychology of Everyday Activity, 9 (2), 49-65.

Dettmers, J., Deci, N., Baeriswyl, S., Berset, M. & Krause, A. (2016). Self-Endangering Work Behavior. In M. Wiencke, M. Cacace, & S. Fischer, Healthy at Work (pp. 37-51). Wiesbaden: Springer International Publishing.

Dorsemagen, C., Krause, A., Lehmann, M. & Pekruhl, U. (2012). Flexible Arbeitszeiten in der Schweiz. Auswertung einer repräsentativen Befragung der Schweizer Erwerbsbevölkerung. Bern: Staatssekretariat für Wirtschaft.

Feuerhahn, N., Berset, M., Krause, A. & Roscher, S. (2016). Merkmale indirekter Steuerung – Erhebungsinstrumente und Zusammenhänge mit selbstgefährdendem Verhalten bei der Arbeit. In R. Wieland, K. Seiler, & M. Hammes, Psychologie der Arbeitssicherheit und Gesundheit. Dialog statt Monolog. 19. Workshop 2016 (S .99-102). Kröning: Asanger.

Krause, A., Baeriswyl, S., Berset, M., Deci, N., Dettmers, J., Dorsemagen, C., Meier, W., Schraner, S., Stetter, B. & Straub, L. (2015). Selbstgefährdung als Indikator für Mängel bei der Gestaltung mobil-flexibler Arbeit: Zur Entwicklung eines Erhebungsinstruments. Wirtschaftspsychologie, 17 (1), 49-59.

Krause, A., Berset, M. & Peters, K. (2015). Interessierte Selbstgefährdung - von der direkten zur indirekten Steuerung. Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin, 50, 164-170.

Krause, A. & Dorsemagen, C. (2017). Herausforderungen für die Betriebliche Gesundheitsförderung durch indirekte Steuerung und interessierte Selbstgefährdung. In G. Faller (Hrsg.), Lehrbuch Betriebliche Gesundheitsförderung (3. Auflage, S. 153-164). Göttingen: Hogrefe.

 

Kontakt

Prof. Dr. Andreas Krause

zu Prof. Dr. Andreas Krause
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