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Prof. Ambrose Akinmusire

Prof. Ambrose Akinmusire

Prof. Ambrose Akinmusire

More than trumpet

Ambrose Akinmusire ist 1982 als Sohn nigerianischer Eltern in Oakland geboren, wo er heute mit Frau und zweieinhalbjährigem Sohn wieder lebt. Nach der Berkeley Highschool ging er mit einem Stipendium an die Manhattan School of Music nach New York (Dick Oatts, Lew Soloff). Er spielte mit Steve Colemans Five Elements (Europatournee, CD "Resistance Is Futile", 2001), bevor er am Thelonious Monk, dem heutigen Herbie Hancock Institute of Jazz bei Terence Blanchard und Billy Childs studierte, mit Hancock und Wayne Shorter und im Postgraduierten-Programm an der University of Southern California arbeitete. 2007 gewann er die Monk-Competition und nahm sein erstes Album auf (Prelude … to Cora) u.a. mit Walter Smith III, Aaron Parks und Justin Brown). Er spielte mit Vijay Iyer, Esperanca Spalding und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. 2012 den Downbeat-Kritikerpoll als bester Trompeter.

Ein erstaunlicher Trompeter, das Instrument scheint Teil seiner selbst, gewissermassen die natürliche Verlängerung von Lunge, Luftröhre und Mund. Seine Musik ist so eigen und eindeutig wie manchmal auch sperrig, sie kommt oft herausfordernd, aber nie billig daher. Akinmusire ist einer, der voll in die Seile geht, ganz in die Musik hinein, da wo es nichts Geringes gibt und Oberflächliches keinen Platz hat. Trotzdem kommt seine Musik nicht tierisch ernst daher, zuweilen blinzelt Schalk hervor. Auf der Trompete kann der Mann alles, vom warmen, leichten, reinen Ton bis zur freien, heftigsten Expressivität. Er kann sein Instrument mit gequetschten Klängen spielen, wenn er zuweilen die Ventile nur halb drückt, er spielt sie, wenn die Musik dies braucht, in höchsten Tönen schneidend, rasend schnell oder lässt sie in Tiefen murmeln. Ambrose ist ein Akrobat auf seiner Trompete, wobei das Virtuose in keinem Augenblick Selbstzweck ist.

Zu Origami Harvests (2018), seinem letzten Album, erzählte Ambrose Akinmusire: "Ich hatte den Wunsch, ganz Gegensätzliches miteinander in Beziehung zu bringen: gegensätzliche Stile, gegensätzliche Themen, unterschiedliche Akteure: ein Rapper, ein modernes Streichquartett und natürlich Jazz." Eine Reaktion auf die gespaltene amerikanische Gesellschaft?" Alle meinen das – aber so ist es nicht. Wer immer auch Präsident war oder ist, für die Schwarzen änderte und ändert sich nichts. Meine Realität als Schwarzer bleibt dieselbe, ich bin afrikanischer Amerikaner: Zu allen Zeiten wurden und werden immer wieder Schwarze von der Polizei erschossen. Auf meinem Album 'The Imagined Savior Is Far Easier to Paint' habe ich ein Stück Oscar Grant gewidmet, den die Polizei am 1. Januar 2009 in Oakland erschossen hatte. Auf jedem Album habe ich so etwas gemacht, wer auch Präsident war.

ambroseakinmusire.com

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