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Italien: Florenz I

Raphael Menge verbrachte sein Auslandssemester in Florenz, wo er viele Fahrradtouren unternahm und oft am Wandern war.

Name: Raphael Menge
Studium: Sekundarstufe 1 PH: Musik, Mathe, Sport, Englisch, PH FHNW
Auslandssemester: Universitä degli Studi Firenze, Scuola di Studi Umanistici e della Formazione, in Florenz, Italien (Februar 2017 – Juli 2017)

Vorbereitung

Warum haben Sie sich für einen Austausch entschieden?
Die Option so einfach eine so lange Zeit im Ausland zu verbringen, kommt nicht alle Tage. Da ich am Ende meines Studiums noch die Masterarbeit verfassen musste, aber alle anderen ECTS bereits absolvierte, wollte ich die Arbeit nicht zu Hause schreiben.

Warum genau dorthin?
Als ich herausfand, dass man in Ländern, welche keine Partneruni der PH haben, die Studiengebühren selbst zahlen muss, fiel diese Option weg. In Kanada hätte mich ein Semester ~30'000 $ gekostet. In Florenz 0 CHF Semestergebühren.

Braucht man ein Visum oder Impfungen?
Für Italien nicht.

War es schwierig den Antrag zu stellen?
Der Teil in der Schweiz war einigermassen verständlich und durch gute Unterstützung von Frau Ronsdorf der PH erheblich erleichtert. In Italien verkomplizierten sich dann die Dinge extrem und es wurde viel Geduld, Passfotos, und ID-Kopien gebraucht.

Wann ging es mit den Planungen los?
Das Semester in Florenz begann ich ungefähr im Februar-März 2016 zu organisieren. Also in etwa 6 Monate vor Abreise.

Anreise/Ankommen

Wie war die Anreise?
Ich bin mehrmals hin und her gereist immer mit dem Zug. Interrailtickets eignen sich gut für das Reisen innerhalb Europas. Falls nur einzelne Strecken zurückgelegt werden müssen empfehle ich www.trenitalia.it dort fand ich Preise wie 25€ Milano-Basel ohne umsteigen.

Wie waren die ersten Tage?
Ein typisches italienisches Chaos, aber es entstanden bereits tolle Freundschaften, weil alle sitzen im gleichen Boot.

Wer ist Vorort Ansprechperson?
Das weiss niemand genau. Das eine Erasmusbüro: ZXJhc211c2Rlc2stcHJlc25vdm9saUB1bmlmaS5pdA== antwortet sehr schnell auf E-Mail. Dort spricht man aber, wie in eigentlich allen staatlichen Büros in Italien, nur Italienisch und alle anderen Sprachen werden ignoriert.

Um was muss man sich kümmern?
Betreffend der Anreise und Ankunft ist anfangs die Registrierung im Erasmusbüro sehr wichtig. Wenn dies mal gemacht ist, kann eigentlich mit dem Studium begonnen werden.

Unterkunft & Verpflegung

Wie war die Unterbringung?
Meine Priorität Nr. 1 war gut Italienisch zu lernen. 2. war meine Masterarbeit. Spass und Party kamen irgendwo weiter hinten. Ich versuchte also alles Mögliche und Unmögliche um mit Italiener*innen in eine Wohnung zukommen, um auch dort die Sprache zu lernen. Nach langer langer erfolgloser Suche kam ich in einem AirBnB unter für 500€ pro Monat etwas ausserhalb der Stadt (15’ Bus oder 10’ Fahrradfahrt).

Italiener*innen wollen nicht unbedingt mit Fremden wohnen, die kein Italienisch sprechen, nach 3 Monaten wieder weg sind und immer Party machen. Kann ich gut verstehen. Wenn ich nochmals gehen würde, würde ich eine Wohnung im Zentrum mit anderen Erasmusstudent*innen suchen. Diese haben auch keine Freunde, viel Freizeit und Lust die Gegend zu erkunden. Mit genügend Disziplin und sprachlichen Unterschieden, kann auch in so einer WG-Italienisch gesprochen werden.

Wie war das Essen?
Top. Ich esse vor allem Pflanzlich und kochte eigentlich immer für mich selbst. Morgens, Mittags, Abends aus dem lokalen Supermarkt nur lokales Essen ohne Fleisch oder Milchprodukte ass ich so gut wie gratis (~40€ pro Woche alles zusammen).

In Restaurants ist es auch billiger als in der Schweiz aber es summiert sich, wenn man oft geht.

Die Hochschule

Wie war der Unterricht?
Der Unterricht war in meiner Fakultät Blockweise organisiert, Italienisch und ausschliesslich vorgelesen.

Wie ist das Hochschulleben?
Wie auch bei der Wohnung haben viele Italiener*innen bereits ihre Freundeskreise und Hobbies. In Norditalien sind sie auch nicht so offen wie im Süden. Ich konnte mich aber mit etwas Effort und Offenheit Freunde machen.

Land & Leute

Florenz ist unglaublich touristisch. Nach einer Woche dort hatte ich bereits die Schnauze voll von den Touristen, die die Strassen verstopften und ein Durchkommen verunmöglichen. Die Toskana ist unglaublich schön. Ich unternahm viele Fahrradtouren und auch Wandern oder Auto/Motorradausflüge kann ich extrem empfehlen. Ich verbrachte selbst im Oktober jeden Tag eine halbe Stunde im Pool.

Die Stadt selbst ist abgesehen von der Altstadt super mit dem Fahrrad zu erkunden. Verkehrsregeln gibt es weniger als bei uns. Jedenfalls diese, die konsequent befolgt werden.
Der Rest von Italien ist auch mehr oder minder einfach zu erkunden z.B. mit einem Interrail-Italien-Pass. Mir sagen alte Städte persönlich gar nicht zu aber die Natur ist auch einen Besuch wert.


Freizeit

Welche Aktivitäten sind möglich?
Der Unisport im CUS ist nur zu besuchen mit einer Bescheinigung eines italienischen (!!!) Arztes, der bestätigt, dass man gesund ist. Dies kostet bis zu 80€. Ansonsten lohnt es sich den Erasmus-Whatsappgruppen beizutreten. Dort werden beinahe täglich Events und Ausflüge an den Wochenenden organisiert. Erasmusland Firenze, AEGEE Firenze, ESN Firenze sind drei Gruppen, die man sicher auf Facebook finden kann.

Was sollte man unbedingt (nicht) machen?
Geniessen. Das machen wozu man Lust hat und sich nicht sagen lassen was man unbedingt gesehen und gemacht haben muss. Für alte Architektur, Kunst und kulinarische Spezialitäten bin ich die falsche Person für Auskünfte. Mir gefielen die Natur und der Alltag mit meinen internationalen Freunden.

Persönliches Fazit

Wie zufrieden waren Sie auf einer Skala von 1-10 (1: schlecht, 10: top)
5

Was würden Sie jetzt anders machen?
Ich würde vieles anders machen. In erster Linie nicht wieder nach Florenz, sondern in ein Land wo die Amtssprache Englisch ist, damit ich dieses Muss meines Englischstudiums bereits erledigt habe. Die Menschen, die ich kennenlernte, sind mir trotzdem ans Herz gewachsen.

Welche Tipps haben Sie für andere Studierende?
Geht in eine Wohnung mit Ausländer*innen und verschwendet nicht zu viel Zeit mit Versuchen an Italiener*innen zu kommen.

Wollen Sie später (mit Ihrer Klasse?) nochmals einen Austausch machen und wenn ja, wohin?
Ich werde meinen (Sprach-)Schüler*innen immer empfehlen eine Sprache am Ort des Geschehens zu erlernen. Dies ist mit Abstand der einfachste und spannendste Weg.

Nützliche Links

Sprachkurse der Uni
Incoming Students Tipps

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