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Deutschland: Oldenburg

Pierre Mosoni erlebte nach einigen bürokratischen Hürden ein spannendes Auslandssemester in Oldenburg.

Name: Pierre Mosoni
Studiengang: Sekundarstufe II Wirtschaft und Recht
Auslandssemester: Universität Oldenburg, Deutschland

In Verknüpfung mit dem Erwerb meines pädagogischen Zusatzabschlusses in Wirtschaft und Recht an der FHNW (Sekundarstufe II) verbrachte ich das Winterssemester 2021/22 im Ausland – an der Universität Oldenburg. Ich entschied mich kurzfristig dazu und bewarb mich in Absprache mit der PH FHNW bei dem International Office der Universität Oldenburg.

Die Vorbereitung erwies sich als relativ kompliziert, da zwischen den beiden Hochschulen zu dem Zeitpunkt kein Partnerschaftsvertrag bestand und zuvor nur sehr wenige Studierende einen solchen Austausch im Rahmen des pädagogischen Studiums in Erwägung gezogen hatten. Da ich mich noch in der vorgegebenen Fristspanne befand und ein Vertrag zwischen den beiden Universitäten zustande kam, entschied ich mich dennoch dazu, das Vorhaben anzugehen. Einen Vorteil hat es: Die Komplexität eines solchen Austauschs führt unmittelbar dazu, dass die im Fach Pädagogik zur Verfügung stehenden Plätze selten ausgebucht sind, was die Chance, als Stipendiat angenommen zu werden, erheblich erhöht.

Da die schweizerischen Universitäten nicht am Erasmus-Programm teilnehmen, sondern über eigene Förderungsmittel verfügen (Swiss-European-Mobility-Programm) gewähren die Gasthochschulen, wie es in meinem Fall die Universität Oldenburg war, spätere Fristtermine, als sie für eine Erasmus-Kooperation vorsehen. Es lohnt sich, die Fristen einzeln zu prüfen. Die Auswahl von geeigneten Modulen für das Learning Agreement erwies sich als nicht immer einfach. Am Ende konnte ich dennoch viele Pädagogik-Module für mein PH-Studium anrechnen lassen und wurde durch den Auslandsaufenthalt im Vergleich zu anderen Studierenden in der Einhaltung der möglichen Studiendauer nicht benachteiligt.

Im Anschluss an das Basisseminar der PH-FHNW reiste ich Ende September mit der Deutschen Bahn von Lörrach nach Oldenburg. Dies gestaltete sich problemlos. Aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen waren sehr wenige Menschen unterwegs, sodass die Reise sehr entspannt verlief. Das International Office der Universität Oldenburg begrüsste uns am Anfang des Semesters, und wir erhielten grundlegende Informationen zum Ablauf des Studiums. Im Rahmen des Termins konnten unter anderem organisationsbezogene Fragen geklärt werden. Der Studierendenausweis und das Semesterticket wurden mir ein paar Tage später per Post zugesendet.

Während des Auslandsaufenthalts lebte ich in einer Zweier- Studenten-WG im Stadtteil Oldenburg-Bürgerfelde. Dieser ist bei Studierenden sehr beliebt und ideal gelegen, da mit dem Rad nur 10 Minuten zur Universität benötigt werden. Das Stadtzentrum lässt sich von dort aus ebenfalls gut erreichen. Der Kauf oder das Ausleihen eines Fahrrads ist für die Semesterzeit in Oldenburg absolut zu empfehlen, da die Stadt über viele Radwege verfügt. Darüber hinaus bietet das Semesterticket, welches am Anfang des Semesters von allen Studierenden erworben werden muss, viele Vorteile, da man mit ihm nicht nur Busse in und um Oldenburg entgeltfrei nutzen, sondern teilweise auch mit den regionalen Zug- und Busverbindungen bis nach Bremen, Münster oder Groningen (NL) fahren kann.

Das Studium an der Gasthochschule verlief unproblematisch – auch wenn es am Anfang des Auslandsaufenthalts viel klärender Kommunikation benötigte, da Kurse teilweise nicht wie geplant angeboten wurden und kurzfristig darauf reagiert werden musste. Zudem sollte man sich als Pädagogik-Studierende:r darauf einstellen, dass nur wenige Auslandsstudierende einen solchen Austausch angehen und es eine hohe Klärungsbereitschaft bei den Dozent:innen und Verantwortlichen benötigt.

Das Niveau der Kurse war angemessen. Zugleich erwiesen sie sich als sehr vielfältig und durch intensive Gruppenarbeit geprägt. Inhaltich ergaben sich selbstverständlich Unterschiede zu den Kursen in der Schweiz, sodass nicht immer eine ideale Vorbereitung für das Absolvieren der individuellen Arbeitsleistung (IAL) in der Schweiz gegeben war. In dieser Hinsicht sollte beachtet werden, dass ggf. Inhalte an der PH in der Schweiz nachgeholt oder parallel aufbereitet werden müssen.

Die Organisation bzw. Struktur der Kurse ist nicht immer nachvollziehbar und orientiert sich stark an den deutschen Vorgaben. Im Zuge der Kursauswahl sollten stets die Dozent:innen kontaktiert werden, um abzuklären, ob eine Teilnahme erwünscht bzw. möglich ist. Als herausfordernd erwies sich die Unsicherheit, ob die Kurse im Laufe des Semesters vor Ort stattfinden würden oder nicht. Am Ende fand ein Teil des Semesters in Präsenz und der andere Teil online statt. Dennoch wurde stets erfolgreich lösungsorientiert auf Probleme reagiert. Kulturell und menschlich brachte der Auslandsaufenthalt an der Universität Oldenburg einen hohen Mehrwert mit sich, sodass ich ihn als eine bereichernde Erfahrung ansehe. Den organisatorischen Aufwand bereue ich keinesfalls – obgleich dieser definitiv eingepreist werden muss und von vornherein klar sein sollte.

Oldenburg ist eine tolle Stadt und bietet viel Natur mit optimalen Anschlussmöglichkeiten im Nordwesten. Nicht grundlos schloss ich meinen Fachmaster dort ab und kann die Stadt sowie das Studierendenleben weiterempfehlen. Im Bereich Pädagogik bietet die Universität im Vergleich zu anderen Institutionen ein breites Spektrum an, das von Erziehungswissenschaft über Lehramt bis zur Fachdidaktik reicht.

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