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Kommunikationsbarrieren reduzieren: Leichte Sprache im Kindes- und Erwachsenenschutz

Leichte Sprache als Möglichkeit, Kommunikationsbarrieren in Kindes- und Erwachsenenschutzverfahren und Behördenalltag zu reduzieren.

Informationen und Texte von Behörden erreichen wegen ihres zu komplexen Sprachniveaus oft ihr Zielpublikum nicht. Leichte Sprache kann Kommunikationsbarrieren im Kindes- und Erwachsenenschutzverfahren und im Behördenalltag allgemein reduzieren. Für interessierte Fachpersonen aus dem Kindes- und Erwachsenenschutz hat die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW in Kooperation mit der KOKES ein Weiterbildungsangebot ausgearbeitet, das für Fragen der adressatengerechten Kommunikation sensibilisiert.

Inhalt

Klientinnen und Klienten werden im Bereich Kindes- und Erwachsenenschutz immer wieder mit schriftlichen Informationen konfrontiert, deren Inhalte sie nicht oder nur unzureichend lesen und verstehen können. Dies kann die Kommunikation zwischen Behördenmitgliedern, Mandatstragenden und der von Abklärungen oder Kindes-und Erwachsenenschutzmassnahmen betroffenen Personen beeinträchtigen und erschweren. Schwer verständliche Texte stellen für die Betroffenen eine Barriere dar.

Für die Partizipation, Selbstbestimmung und Handlungsautonomie der von Kindes- und Erwachsenschutzmassnahmen betroffenen Personen ist es zentral, dass amtliche Texte und Verfügungen in einer für sie verständlichen Sprache zur Verfügung stehen. Ein Mittel dazu kann das Konzept der Leichten Sprache sein. Es dient der «Barrierefreiheit» und hat im deutschen Sprachraum und in der Schweiz in den letzten Jahren an Aufmerksamkeit gewonnen.

Die Forderung nach einer leichten und verständlichen Sprache wurde ursprünglich von Menschen mit Lernbehinderungen in Bezug auf ihre Möglichkeiten der Selbstvertretung gestellt. Das Konzept der Leichten Sprache findet seither breite Resonanz und in vielen Ländern werden mittlerweile unterschiedlichste Informationen in Leichter Sprache angeboten, wie beispielsweise Zeitungen, Bücher, Webseiten aber auch Übersetzungen von Behördentexten.

Die Personengruppen, die von Leichter Sprache profitieren, gehen weit über den Kreis der Menschen mit einer Lernbehinderung hinaus. So werden auch Personen mit Sehbehinderung, Hörbehinderung, funktionalem Analphabetismus, Legasthenie, Aphasie, Autismus, Demenz, Hirnverletzungen, oder Personen die noch nicht gut Deutsch können, im Sinne einer adressatengerechten Kommunikation zur potentiellen Zielgruppe Leichter Sprache gezählt.

Weitere Inhalte des Fachseminars sind:

  • Hintergründe und Bedeutung von Leichter Sprache im Kontext der UN- Behindertenrechtskonvention und des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG)
  • Zielsetzung von Leichter Sprache: Verständlichkeit von Texten für Menschen mit (noch) geringen sprachlichen Kompetenzen
  • Regeln für Leichte Sprache
  • Unterschiedliche Textsorten: Broschüren, Informationsmaterialien, Internetseiten, Briefschaften
  • Beispiele aus laufenden Projekten der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW und aus der Zusammenarbeit mit Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden
  • Arbeit an Textbeispielen

Zielpublikum

Das Fachseminar richtet sich an Mitglieder und Mitarbeitende von Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden, Mitarbeitende von Abklärungsstellen sowie an Mandatstragende.

Weitere Informationen

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Bemerkung

Änderungen und Preisanpassungen vorbehalten

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Standort

Hochschule für Soziale Arbeit FHNW, Olten

Riggenbachstrasse 16 4600 Olten
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