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Workshop: Gefährdungsmeldung bezüglich älterer Menschen – Entscheidungsfindung im Spannungsfeld von Schutz und Selbstbestimmung

Immer wieder gibt es Situationen, in denen Fachpersonen bei älteren Menschen einen Schwäche-zustand feststellen und sich fragen, ob allenfalls eine Schützbedürftigkeit vorliegt und ob es einer Gefährdungsmeldung an die Erwachsenenschutzbehörde bedarf. Meist bewegen sich diese Entscheidungen im Spannungsfeld von Schutz und Selbstbestimmung und sind nicht trivial. Im Workshop erhalten Sie Grundlagenwissen, um die Entscheidung fachlich begründet zu beantworten. Der Workshop richtet sich an Fachpersonen, die mit älteren Menschen arbeiten.

Inhalt

Wenn alternde Menschen durch körperliche und geistige Abbauprozesse oder Krankheiten den Anforderungen der eigenständigen Lebensführung nicht mehr gewachsen sind, können Familien-angehörige, Nachbarn und professionelle Dienste, wie Spitex oder Pro Senectute, Hilfe leisten. Doch nicht immer ist das von den Betroffenen gewünscht und nicht immer ist die Betreuung adäquat in Bezug auf die vorhandenen Schwächezustände. Um das Wohlergehen und den Schutz von Betroffenen in solchen Lebenslagen sicher zu stellen, gibt es Rechtsgrundlagen und Massnahmen des Erwachsenenschutzes. Mittels sogenannter Gefährdungsmeldungen können private Personen wie auch Fachpersonen und -dienste die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) auf die Schutzbedürftigkeit von Personen hinweisen.
Oftmals sind das keine einfachen Entscheidungen. Die Forschungslage zum Kindes- und Erwachsenen-schutz verweist darauf, dass die Entscheidung nebst dem jeweiligen Schwächezustand der betroffenen Person und der (nicht-)vorhandenen Kooperation mit dem Hilfesystem auch von Faktoren abhängig sind, die unter anderem in der meldenden Fachperson, ihrer Organisation, der regionalen Infrastruktur und Versorgungskette und bei der zuständigen KESB liegen und deren Einfluss schwierig einschätzbar ist.

Der Workshop richtet sich an Fachpersonen, die in ihrem Berufsalltag mit der Frage konfrontiert sind, ob sie eine Person, deren Möglichkeiten zur selbstbestimmten Lebensführung stark eingeschränkt sind, der Erwachsenenschutzbehörde melden sollen. Der Workshop behandelt diesbezügliche Beurteilungs-, Begründungs- und Entscheidungsfragen im Hinblick auf fachliche Perspektiven und ethische
Begründungen. Es geht um die Frage, welche fachlich begründbaren Standpunkte bei unsicheren
Beurteilungen einer möglichen Gefährdungslage eingenommen werden können. Zugleich wird der
Workshop vor dem Hintergrund eines abgeschlossenen Forschungsprojektes für das Zusammenspiel
von Bedingungsfaktoren auf der personalen, organisationalen und institutionellen Ebene im Hinblick auf
Gefährdungsmeldungen sensibilisieren und kann damit Impulse für eine proaktive Handhabung solcher
Meldungen innerhalb von Organisationen geben. Im Workshop wird Gelegenheit geboten, an Fällen der
Teilnehmenden zu arbeiten.

Zielpublikum

Fachpersonen bei Spitex-Organisationen, Pro-Senectute-Beratungsstellen, Psychiatrische Kliniken sowie Angehörige von anderen Organisationen, die mit älteren Menschen arbeiten.

Weitere Informationen

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Bemerkung

Änderungen und Preisanpassungen vorbehalten

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Standort

Hochschule für Soziale Arbeit FHNW, Olten

Riggenbachstrasse 16 4600 Olten
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