{"id":13451,"date":"2024-03-28T16:01:44","date_gmt":"2024-03-28T15:01:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/?p=13451"},"modified":"2024-03-28T16:01:45","modified_gmt":"2024-03-28T15:01:45","slug":"christopher-paul-curtis-die-watsons-fahren-nach-birmingham-1963","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/christopher-paul-curtis-die-watsons-fahren-nach-birmingham-1963\/","title":{"rendered":"Christopher Paul Curtis: Die Watsons fahren nach Birmingham \u2013 1963"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"361\" height=\"555\" src=\"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Birningham.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13452\" style=\"width:301px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Birningham.jpg 361w, https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Birningham-195x300.jpg 195w\" sizes=\"auto, (max-width: 361px) 100vw, 361px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Geschichte spielt im Winter 1963 in Michigan. Der zehnj\u00e4hrige Kenneth ist ein sehr kluges, nachdenkliches Kind, das gern und viel beobachtet. In der Schule ist Kenneth meist allein, die Kinder lachen ihn aus, weil er schielt, gerne liest und alle Lehrer:innen ihn m\u00f6gen. Seine kleine Schwester Joetta ist der Sonnenschein der Familie. Meist dreht sich aber alles um den \u00e4lteren Bruder Byron, der in schier jeder Beziehung das exakte Gegenteil von Kenneth ist. Byron ist stark, gross, bei allen beliebt, frech und macht andren mit seinen Tricks und Streichen sehr oft das Leben schwer. Die Eltern m\u00fcssen zu immer h\u00e4rteren Erziehungsmassnahmen greifen, aber weder die Schl\u00e4ge von Dad noch die wirklich unbarmherzigen Strafen von Momma zeigen Wirkung. Momma erinnert sich an ihre eigene Kindheit in Alabama, wie streng ihre Mutter war und wie stark ihre Durchsetzungskraft. In ihrer Verzweiflung beschliessen die Eltern, dass nun wohl nur noch das Strafgericht der Grossmutter aus Birmingham in Alabama helfen kann. Byron soll ein halbes Jahr dort verbringen und endlich lernen zu gehorchen. Dad bringt sein uraltes Auto zum Gl\u00e4nzen und Momma packt diese alte Kiste bis unters Dach voll mit Lebensmitteln. Bis hierhin war es f\u00fcr niemanden ein Problem, dass Kenneth Familie schwarz ist. Nun in Alabama \u00e4ndert sich dies schlagartig. Die Kinder sehen nicht nur zum ersten Mal die Berge und das Meer, sie erfahren auch, wie gegenw\u00e4rtig der Hass gegen Schwarze in den S\u00fcdstaaten immer noch ist. Nur durch Zufall entgeht die Familie einem rassistisch orientierten Attentat auf eine Sonntagsschule. Wie liebevoll und voller Anteilnahme sich die Familienmitglieder danach gegenseitig helfen, mit diesem traumatischen Erlebnis umzugehen, ist ber\u00fchrend und wundersch\u00f6n nachzulesen.<br>Der etwa 10-j\u00e4hrige Kenneth erz\u00e4hlt diese turbulente, eindr\u00fcckliche Geschichte aus seiner Perspektive. Weil er nicht nur ein guter Beobachter ist, sondern auch gut schreiben kann, sind seine Aufzeichnungen sehr pr\u00e4zise und oft mit bissigem Humor versetzt. Im Zentrum seiner Erz\u00e4hlung steht seine Familie mit ihren so unterschiedlichen Charakteren: Dad kann ein richtiger Kindskopf sein, Witze reissen, gleichzeitig versucht er endlich ein strengerer Vater zu werden. Momma regt sich schnell auf, ist sehr temperamentvoll, sie kann laut schimpfen und k\u00fcmmert sich mit liebevoller Hingabe um alle und alles. Jottea ist sensibel und immer darauf bedacht, den Streit in der Familie zu schlichten. Byron ist frech, kann ohne schlechtes Gewissen l\u00fcgen, kann andere mit seinen Provokationen zur Weissglut bringen, hilft aber seinem kleinen Bruder, egal, was passiert und versteht ihn besser als alle andern.<br>Christopher Paul Curtis verkn\u00fcpft eine wundersch\u00f6ne Familiengeschichte mit wahren Fakten. Es gab in Alabama 1963 tats\u00e4chlich einen Bombenanschlag, bei dem vier kleine schwarze M\u00e4dchen ums Leben kamen. Der Autor erz\u00e4hlt behutsam und eindringlich von diesen schrecklichen Ereignissen. Das Buch erschien erstmals vor 30 Jahren und wurde mit dem Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Die vorliegende Neuauflage enth\u00e4lt Nachworte von bedeutenden Autorinnen und Autoren wie Jacqueline Woodson, Kate DiCamillo, Varian Johnson und Jason Reynolds. Alle haben in ihren Texten einen \u00e4hnlichen Tenor: Das Thema Rassismus ist leider immer noch \u00e4usserts aktuell und diese Geschichte kann Mut machen, sich dagegen aufzulehnen. Ein wichtiges Buch f\u00fcr Lesende ab 12 Jahren. 232 Seiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Christopher Paul Curtis: Die Watsons fahren nach Birmingham \u2013 1963. Deutsch von Gabriele Haefs. dtv, Neuauflage 2024. ISBN: 978-3-423-64116-6<\/p>\n\n\n\n<p><em>Rezension: Maria Riss<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte spielt im Winter 1963 in Michigan. Der zehnj\u00e4hrige Kenneth ist ein sehr kluges, nachdenkliches Kind, das gern und viel beobachtet. In der Schule ist Kenneth meist allein, die Kinder lachen ihn aus, weil er schielt, gerne liest und alle Lehrer:innen ihn m\u00f6gen. Seine kleine Schwester Joetta ist der Sonnenschein der Familie. 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