{"id":13975,"date":"2024-10-27T13:29:33","date_gmt":"2024-10-27T12:29:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/?p=13975"},"modified":"2024-10-27T13:29:34","modified_gmt":"2024-10-27T12:29:34","slug":"enne-kones-von-hier-aus-kann-man-die-ganze-welt-sehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/enne-kones-von-hier-aus-kann-man-die-ganze-welt-sehen\/","title":{"rendered":"Enne Kones: Von hier aus kann man die ganze Welt sehen"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"274\" height=\"392\" src=\"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/vcon-hier-aus.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13976\" srcset=\"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/vcon-hier-aus.jpg 274w, https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/vcon-hier-aus-210x300.jpg 210w\" sizes=\"auto, (max-width: 274px) 100vw, 274px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Alles beginnt mit einem Brief, den die etwa neunj\u00e4hrige Dee am Boden vor dem Briefkasten in der N\u00e4he ihres Wohnblocks entdeckt. Das Couvert ist hellblau, die Empf\u00e4ngeradresse ist mit schwarzem Stift durchgestrichen, der Absender unleserlich. Dee kann nicht widerstehen, sie nimmt den Brief mit hoch in ihre Wohnung und \u00f6ffnet ihn. Da stehen liebevolle S\u00e4tze drin, da vermisst jemand eine andere Person, bittet um Vergebung und hofft auf ein Wiedersehen, nur die Unterschrift ist nicht zu entziffern. Dieser Brief und sein Geheimnis lassen Dee nicht mehr los. Sie will herausfinden, an wen der Brief geschrieben wurde und beginnt, die Nachbarn zu befragen, ob sie jemanden vermissen. Dee spricht die Leute so direkt, mutig und eindringlich an, dass viele ihr kleine Geheimnisse oder gar ihre Lebensgeschichten anvertrauen. Es ist gut, dass ihr Freund Vito ihr dabei zur Seite steht und dass Vitos lebenslustige Mama immer einen Platz f\u00fcr Dee am Familientisch bereit h\u00e4lt. Dees eigene Mama k\u00fcmmert sich zwar gut um ihre Tochter, spricht aber nicht viel und auf die brennende Frage von Dee, wer ihr Vater sei und wie sie damals zur Welt kam, darauf gibt es nie eine Antwort. Dee, mit ihrem lockigen Haar und der dunklen Haut, \u00e4hnelt ihrer Mutter n\u00e4mlich gar nicht. Es gibt in der ganzen Wohnung nur ein Foto, auf dem Dee als Baby abgebildet ist. F\u00fcr Dee ist klar, sie wurde adoptiert oder vielleicht gar geraubt, und irgendwo auf der Welt laufen ihre echten Eltern herum. Erst ganz langsam und mithilfe von Eli, einer betagten Nachbarin, erf\u00e4hrt Dee Neues \u00fcber ihre eigene Herkunft. Jetzt wird ihr auch klar, an wen dieser r\u00e4tselhafte Brief adressiert war. Unter der schwarzen Tinte erkennt sie den Namen ihrer Mutter. Es ist Dee, die ihre Mutter schliesslich zum Reden bringt und die ihr damit so viel Erleichterung verschafft. Und Dee erf\u00e4hrt endlich, ganz am Schluss, wie es damals war, als sie geboren wurde.<br>Dee erz\u00e4hlt das alles aus ihrer Perspektive, in einfachen, daf\u00fcr umso poetischeren Worten. So schreibt sie etwa \u00fcber ihr Zuhause \u00ab<em>Bei uns ist es still. Das Beistelltischchen steht reglos neben dem Sofa. Die Vorh\u00e4nge schlafen und die B\u00fccher im Regal stehen dicht an dicht zugeklappt da<\/em>.\u00bb Dee ist eine sehr begabte und genaue Beobachterin, nicht nur von Dingen, sondern auch von den Menschen in ihrer Umgebung. Im Laufe der Lekt\u00fcre lernen Lesende deshalb auch Dees Nachbarn genauer kennen. Dees Empathie f\u00fcr andere \u00fcbertr\u00e4gt sich auf die Lesenden und das Gr\u00fcbeln \u00fcber ihre Herkunft wird in hohem Masse nachvollziehbar. Enne Koens hat ein wunderbares Buch geschrieben, das hoffentlich viele Leser:innen finden wird. Bei einzelnen Kindern braucht es vielleicht die helfende Hand eines Erwachsenen, damit sie einen Zugang zu dieser leisen, aber durchaus spannenden Geschichte finden und die Sch\u00f6nheit der Sprache entdecken. F\u00fcr Kinder ab etwa 9 Jahren. 208 Seiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Enne Kones: Von hier aus kann man die ganze Welt sehen. Mit Vignetten von Maartje Kuiper. Gerstenberg 2024. ISBN: 978-3-8369-6248-3<\/p>\n\n\n\n<p><em>Rezension: Maria Riss<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alles beginnt mit einem Brief, den die etwa neunj\u00e4hrige Dee am Boden vor dem Briefkasten in der N\u00e4he ihres Wohnblocks entdeckt. Das Couvert ist hellblau, die Empf\u00e4ngeradresse ist mit schwarzem Stift durchgestrichen, der Absender unleserlich. Dee kann nicht widerstehen, sie nimmt den Brief mit hoch in ihre Wohnung und \u00f6ffnet ihn. 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