{"id":3065,"date":"2015-11-20T16:03:28","date_gmt":"2015-11-20T15:03:28","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.fhnw.ch\/zl\/?p=3065"},"modified":"2015-11-20T16:03:28","modified_gmt":"2015-11-20T15:03:28","slug":"peer-martin-sommer-unter-schwarzen-flugeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/peer-martin-sommer-unter-schwarzen-flugeln\/","title":{"rendered":"Peer Martin: Sommer unter schwarzen Fl\u00fcgeln"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"..\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/nuri.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3066\" src=\"..\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/nuri-222x300.jpg\" alt=\"nuri\" width=\"222\" height=\"300\" \/><\/a>Nuri und Calvin. Sie lernen sich kennen im Wartezimmer von Frau Silbermann. Calvin muss dort seine kleinen Geschwister von der Nachhilfe abholen und Nuri wartet, weil Frau Silbermann ihr Deutschunterricht erteilt. Beide sind sie auf unerkl\u00e4rliche Art und Weise voneinander fasziniert. Nuri ist noch nicht lange in Deutschland. Sie wohnt in einem Asylbewerberheim irgendwo im Osten Deutschlands. Nuri beginnt schon bei ihrer ersten Begegnung zu erz\u00e4hlen. Sie berichtet von ihrem fr\u00fcher so wundervollen Leben in Syrien, und dann von der Angst, dem Krieg und der langen Odyssee nach Deutschland.<\/p>\n<p>Calvin wohnt ganz in der N\u00e4he. Dort, wo die heruntergekommenen Wohnblocks stehen. Calvins Freunde br\u00fcllen Parolen, sie hassen alles, was fremd und anders ist. Und im n\u00e4chsten Jahr, da soll Calvin die F\u00fchrung der Truppe \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Calvin und Nuri. Sie verlieben sich ineinander. Niemand darf davon erfahren. Nur bei der alten Frau Silbermann oder draussen im Wald k\u00f6nnen sich die beiden heimlich treffen. Calvin verstrickt sich bei seiner Truppe immer st\u00e4rker in ein Netz aus L\u00fcgen. Und vor allem: Er selbst ist zutiefst verunsichert, all seine Ideale und \u00dcberzeugungen geraten ins Wanken, der bis anhin wichtigste Halt in seinem Leben, das Zusammensein mit der Gruppe, droht zu zerbrechen. Auch seine Kameraden beginnen, ihm zu misstrauen und schliesslich soll er beweisen, dass er noch immer treu zur Truppe steht: Ein Angriff auf diese Asylantenbrut ist l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig.<\/p>\n<p>Aktueller kann ein Jugendroman momentan kaum sein. Dem Autor ist es gelungen diese beiden unterschiedliche Figuren so \u00fcberzeugend darzustellen, dass man sie zu kennen glaubt. Peer Martin kennt sich aus in der rechten Szene. Er beschreibt eindringlich und absolut glaubhaft, wie stark der Gruppendruck sein kann. Zugleich schafft er es aber auch, dass die Lesenden an Nuris so anderer Welt teilhaben k\u00f6nnen. Nuri erz\u00e4hlt ihre Geschichte, ganz der arabischen Tradition verpflichtet, in einer wundersch\u00f6n gestalteten und bildhaften Sprache. Lesende erfahren dabei auch, wie der Konflikt in Syrien begann. Das Aufdecken von Hintergr\u00fcnden, das Aufkl\u00e4ren ist dem Autor ein grosses Anliegen, egal ob er von Calvins oder Nuris Welt erz\u00e4hlt. Man liest dieses dicke Buch in einem Zug, weil es von der ersten Seite an spannend ist, weil man die beiden Protagonisten so gern begleitet. Ein bisschen konstruiert wirkt vielleicht der Anfang der Geschichte, aber das tut der restlichen Qualit\u00e4t und der Wichtigkeit des Buches keinen Abbruch. Ein Buch, dem man ganz viele junge Leserinnen und Leser w\u00fcnscht, weil es nicht nur Lesegenuss bietet, sondern weil es aufkl\u00e4rt und so sehr viel zum Verstehen der momentanen politischen Situation beitr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Peer Martin: Sommer unter schwarzen Fl\u00fcgeln. Oetinger 2015. ISBN: 978-3-7891-4297-0<\/p>\n<p><em>Rezension: Maria Riss<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nuri und Calvin. Sie lernen sich kennen im Wartezimmer von Frau Silbermann. 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