{"id":5020,"date":"2018-10-05T10:32:59","date_gmt":"2018-10-05T08:32:59","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.fhnw.ch\/zl\/?p=5020"},"modified":"2020-06-14T11:22:26","modified_gmt":"2020-06-14T09:22:26","slug":"davide-morosinotto-verloren-in-eis-und-schnee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/davide-morosinotto-verloren-in-eis-und-schnee\/","title":{"rendered":"Davide Morosinotto: Verloren in Eis und Schnee"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5684 size-medium alignleft\" src=\"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/verloren_eis_schnee-190x300.jpg\" alt=\"\" width=\"190\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/verloren_eis_schnee-190x300.jpg 190w, https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/verloren_eis_schnee-768x1216.jpg 768w, https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/verloren_eis_schnee-647x1024.jpg 647w, https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/verloren_eis_schnee.jpg 1218w\" sizes=\"auto, (max-width: 190px) 100vw, 190px\" \/>Die Tagebucheintragungen der Zwillinge Nadja und Viktor beginnen in Leningrad, am 23. Juni 1941. Die deutsche Front n\u00e4hert sich und alle Kinder der Stadt m\u00fcssen sich am Bahnhof einfinden, um evakuiert zu werden. Vor der Abreise muss Viktor seinem Vater versprechen, immer bei seiner Schwester Nadja zu bleiben und gut auf sie aufzupassen. Aber schon bei der Aufteilung der vielen Kinder auf die hereinfahrenden Z\u00fcge werden die Zwillinge getrennt. Viktor landet im Zug Nr. 77 und wird in eine Kolchose in Tatarstan gebracht. Nadjas Zug kommt nicht weit, die Lokomotive bleibt bereits nach rund 70 Kilometern stecken. Nadja und all die andern Kinder aus dem Zug werden in ein nahegelgenes Dorf gebracht, das schon kurze Zeit sp\u00e4ter von den Deutschen eingenommen wird. Nadja gelingt die Flucht und sie rettet sich auf die Inselfestung Oreschek im riesigen Ladoga-See. Diese Festung ist noch immer in russischer Hand, wird aber st\u00e4ndig beschossen und bombardiert. Nicht erst hier entpuppt sich Nadja als \u00fcberaus mutiges M\u00e4dchen. Die Zwillinge waren noch nie voneinander getrennt, beide sehnen sich schrecklich nacheinander und deshalb will Viktor seine Schwester um alles in der Welt wiederfinden, auch weil er dies seinen Eltern verspochen hat. Nichts kann ihn dabei aufhalten. Er flieht aus der Kolchose, wird gefangen genommen, reisst aus, k\u00e4mpft sich, zusammen mit ein paar Kameraden, \u00fcber mehrere hundert Kilometer durch Eis und Schnee, \u00fcberlistet die Truppen an der Front und gelangt schliesslich in einem gestohlenen Lastwagen \u00fcber den mittlerweile zugefrorenen See zur Festung Oreschek, wo er seine geliebte Schwester Nadja lebend wiederfindet.<br \/>\nDie Geschichte wird von Nadja und Viktor in Tagebucheintr\u00e4gen erz\u00e4hlt, beide sind mit zahlreichen Fotografien, Zeitungsausschnitten und Karten erg\u00e4nzt. Der Autor hat sich \u00fcber weite Strecken an historischen Fakten gehalten, die Geschichte der beiden Geschwister ist aber frei erfunden. Was die beiden erleben und vor allem, was sie beim Kampf ums \u00dcberleben unternehmen, erinnert hier und da an ein Heldenepos, es macht dieses Buch aber unglaublich spannend. Oft geht der Autor an die Grenze des Beschreibbaren, er tut dies aber behutsam und geht \u00f6fters auf eine gewisse Distanz. Trotzdem erlebt man beim Lesen sehr eindringlich mit, wie schrecklich dieser Krieg war und wie Hunger, K\u00e4lte, Gewalt und Angst Menschen ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Vergangenes darf nicht in Vergessenheit geraten, weil sich Geschichte immer wiederholt, so die klare Botschaft dieser so eindringlich verfassten Erz\u00e4hlung. Der grosse Spannungsbogen, das fundiert recherchierte Hintergrundwissen und die wundersch\u00f6ne, spezielle Aufmachung, all dies kann hoffentlich viele jugendliche Leserinnen und Leser zum Lesen dieses Buches verlocken.<\/p>\n<p>Davide Morosinotto: Verloren in Eis und Schnee. Die unglaubliche Geschichte der Geschwister Danilow. Aus dem Italienischen von Cornelia Panzacchi. Thienemann 2018. ISBN: 978-3-522-20251-0<\/p>\n<p><em>Rezension: Maria Riss<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Tagebucheintragungen der Zwillinge Nadja und Viktor beginnen in Leningrad, am 23. Juni 1941. Die deutsche Front n\u00e4hert sich und alle Kinder der Stadt m\u00fcssen sich am Bahnhof einfinden, um evakuiert zu werden. Vor der Abreise muss Viktor seinem Vater versprechen, immer bei seiner Schwester Nadja zu bleiben und gut auf sie aufzupassen. 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