{"id":5465,"date":"2017-10-01T10:00:47","date_gmt":"2017-10-01T08:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/?p=5465"},"modified":"2020-11-03T10:01:24","modified_gmt":"2020-11-03T09:01:24","slug":"fachkonzept-integrierte-sprachfoerderung-auf-der-kindergarten-und-primarstufe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/fachkonzept-integrierte-sprachfoerderung-auf-der-kindergarten-und-primarstufe\/","title":{"rendered":"Fachkonzept Integrierte Sprachf\u00f6rderung auf der Kindergarten- und Primarstufe"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-7155 alignleft\" src=\"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/vsa_fachkonzept_hoch-217x300.jpg\" alt=\"\" width=\"217\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/vsa_fachkonzept_hoch-217x300.jpg 217w, https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/vsa_fachkonzept_hoch-768x1061.jpg 768w, https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/vsa_fachkonzept_hoch-741x1024.jpg 741w, https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/vsa_fachkonzept_hoch.jpg 827w\" sizes=\"auto, (max-width: 217px) 100vw, 217px\" \/><\/p>\n<div><strong>Das Wichtigste in K\u00fcrze<\/strong><\/div>\n<div>Sprache stellt \u2013 in gesprochener oder geschriebener Form \u2013 f\u00fcr das schulische Lernen das bedeutsamste Medium dar. Daher ist Schulerfolg unter anderem von einer angemessenen sprachlichen Gestaltung abh\u00e4ngig. Sie tr\u00e4gt dazu bei, dass alle Kinder mit ihren unterschiedlichen sprachlichen Voraussetzungen am Lernen teilhaben k\u00f6nnen. Zugleich sollen sie beim inhaltlichen Lernen auch ihre sprachlichen F\u00e4higkeiten schrittweise ausbauen k\u00f6nnen. Ein solcher (Fach-)Unterricht wird als \u00absprachbewusster (Fach-)Unterricht\u00bb bezeichnet. Gerade weil der gr\u00f6sste Teil des Schulunterrichts nicht Sprachunterricht ist, Sprache aber in jedem Unterricht eine zentrale Vermittlungsfunktion hat, kommt in allen Fachbereichen dem bewussten Umgang mit Sprache ein grosser Stellenwert zu. Besonders hervorzuheben sind folgende Punkte:<\/div>\n<h4>1. Sprache als Lernmedium bewusst gestalten<\/h4>\n<p>Schulisches Lernen gelingt unter anderem dann, wenn das inhaltliche Lernen sprachbewusst gestaltet wird. Dabei gewinnt nicht nur das inhaltliche Lernen an Tiefe, sondern so k\u00f6nnen insbesondere Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die noch M\u00fche mit der schulischen Bildungssprache haben, sowohl f\u00fcr ihr Sprach- als auch ihr Fachlernen profitieren. Ein solcher (Fach-)Unterricht bedenkt also beim fachlichen Lernen den Gebrauch von Sprache mit, er liefert sprachliche (Vor-)Entlastung und sprachliche Strukturierung. Daf\u00fcr gel-ten unter anderem folgende Grunds\u00e4tze:<\/p>\n<p><strong>Vorbereiten statt nachbereiten<\/strong>: F\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit Deutsch als Zweitsprache, aber auch f\u00fcr sprachschw\u00e4chere Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler m\u00fcssen Lernprozesse sprachlich gezielt vorbereitet werden.<\/p>\n<p><strong>Struktur bzw. Anleitung und Begleitung von Sprachhandlungsprozessen<\/strong>: Insbesondere sprachschw\u00e4chere Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler profitieren von einem hoch strukturierten und sprachlich expliziten sowie redundanten Unterricht. Mehrfache Repetition von sprachlichen Mitteln sowie das Verwenden der immer gleichen Begriffe und Satzmuster sind hilfreich, auch wenn das manchmal in Texten stilistisch nicht besonders elegant wirkt. Wiederholen und Festigen von Sprachmustern, zum Beispiel in Spielsituationen, sind insbesondere f\u00fcr Kinder mit Deutsch als Zweitsprache n\u00f6tig. Dabei kann auch explizit korrigiert wer-den, damit sich falsche Formen nicht verfestigen (Fossilierung).<\/p>\n<p><strong>Verarbeitungszeit f\u00fcr sprachliche Aufgaben den Bed\u00fcrfnissen der Kinder anpassen<\/strong>: Zugunsten des sprachlichen Lernens sollte auf eine zu schnelle inhaltliche Progression verzichtet werden. Eine solche Verlangsa-mung zahlt sich in Bezug auf ein vertieftes Verstehen wie auch im Hinblick auf den weiteren (Sprach-)Lernverlauf aus.<\/p>\n<h4>2. Sprachlernen in bedeutsamen Situationen<\/h4>\n<p>Sprache lernt man nicht durch den additiven Aufbau von Teilfertigkeiten, sondern Sprache lernt man in sprachlich reichen, sprachdidaktisch gut strukturierten und in f\u00fcr die Lernenden (sozial) bedeutsamen Situationen. Das heisst, Sprache erwirbt man prim\u00e4r, aber nicht nur, in kommunikativ und inhaltlich relevanten Situationen. Der (Fach-)Unterricht ist thematisch ausgerichtet, und beim Behandeln der Themen entstehen bedeutsame kommunikative Situationen, die f\u00fcr das Sprachlernen wertvoll sein k\u00f6nnen, wenn sie denn sprachbewusst gestaltet sind. Daher kommt jedem Unterricht f\u00fcr das situierte und integrierte Sprachlernen ein hoher Stellenwert zu.<\/p>\n<h4>3. Sprachliche Teilkompetenzen und Strategien explizit vermitteln<\/h4>\n<p>Sprache soll nicht nur integriert und situiert gelernt werden, sondern gewisse Aspekte des sprachlichen Lernens m\u00fcssen gezielt kleinschrittig eingef\u00fchrt, teilweise isoliert ge\u00fcbt und vor allem regelm\u00e4ssig repetiert werden, damit die f\u00fcr jedes Lernen relevanten sprachlichen Fertigkeiten und Strategien von allen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern erworben werden. Wichtig beim isolierten \u00dcben von Teilfertigkeiten ist, dass die ge\u00fcbten Teilfertigkeiten in Kontexte \u00fcberf\u00fchrt werden, in denen sie gebraucht werden. Das isolierte Auswendiglernen von W\u00f6rterlisten ist daher sinnlos. Sprachstrategien und -techniken m\u00fcssen zuerst im Sprachunterricht erarbeitet werden, bevor sie in einem sprachbewussten Fachunterricht in der Situation genutzt und damit auch gefestigt werden. Die so eingef\u00fchrten Strategien mit ihren Handlungsschritten und Begrifflichkeiten sollen dann im (Fach-)Unterricht durch die (Fach-)Lehrperson explizit und bewusst angeleitet werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Fachkonzept.pdf\">Fachkonzept<\/a><\/p>\n<div class=\"csl-bib-body\">\n<p><span style=\"font-size: small;\">Lindauer, Thomas; Dittmar, Miriam; Schmellentin, Claudia; Sturm, Afra; Schneider, Hansjakob und Rychener, Inge (2017): Fachkonzept Integrierte Sprachf\u00f6rderung auf der Kindergarten- und Primarstufe. Hg. von Bildungsdirektion Kanton Z\u00fcrich, Volksschulamt. Z\u00fcrich: Bildungsdirektion Kanton Z\u00fcrich, Volksschulamt.\u00a0<\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wichtigste in K\u00fcrze Sprache stellt \u2013 in gesprochener oder geschriebener Form \u2013 f\u00fcr das schulische Lernen das bedeutsamste Medium dar. 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