{"id":5585,"date":"2019-02-01T16:45:05","date_gmt":"2019-02-01T15:45:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/?p=5585"},"modified":"2019-04-29T09:55:05","modified_gmt":"2019-04-29T07:55:05","slug":"buch-des-monats-februar-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/buch-des-monats-februar-2019\/","title":{"rendered":"Buch des Monats Februar 2019"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-5602 alignleft\" src=\"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/richter_frau_wolle-196x300.jpg\" alt=\"\" width=\"196\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/richter_frau_wolle-196x300.jpg 196w, https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/richter_frau_wolle.jpg 326w\" sizes=\"auto, (max-width: 196px) 100vw, 196px\" \/>Jutta Richter: Frau Wolle und der Duft von Schokolade<br \/>\n<\/strong>Jeden Morgen auf ihrem Schulweg m\u00fcssen Merle und Moritz an Gesine Wolkensteins schwarzem Laden vorbei, der angeblich Kinder verschluckt. Denn die beiden wohnen mit Mama am Hasenweg und auf dem Schulweg f\u00fchrt f\u00fcr die Hasenwegkinder kein Weg an diesem unheimlichen Laden vorbei. Von Papa ist den beiden nur der \u00abWeltempf\u00e4nger\u00bb geblieben. Mit ihm kann man Radio von \u00fcberall auf der Welt h\u00f6ren. Gemeinsam drehen Merle und Moritz jeden Abend so lange an den R\u00e4dchen, bis Papas Stimme erklingt. Es ist dann ein bisschen wie fr\u00fcher, als er ihnen die wildesten Geschichten erz\u00e4hlt hat. Als Mama den beiden eines Tages er\u00f6ffnet, dass sie von nun an Nachtschicht arbeiten muss und die beiden deshalb eine Nachtfrau bekommen w\u00fcrden, sind Merle und Moritz wenig begeistert. Doch als sie erfahren, um wen es sich dabei handeln soll, wird ihnen sogar richtig mulmig: Gesine Wolkenstein. Schon gleich am ersten Abend wird Merle diese Frau mit den Augen, die die Farbe wechseln k\u00f6nnen und ihren stets pl\u00fcschigen Jacken noch unheimlicher. Vor allem auch, weil sie seltsamerweise viele Dinge aus fr\u00fcheren Geschichten von Papa aufgreift. In der Nacht, als die Geschwister nach einem warmen Kakao von Frau Wolkenstein ins Bett geschickt werden, erscheint pl\u00f6tzlich eine T\u00fcr im Kinderzimmer, angeschrieben mit \u00abMurkelei\u00bb. In Erinnerung an Papas spannende Geschichten um dieses gefahrenreiche Land treten die beiden \u00fcber die T\u00fcrschwelle. Hinter der T\u00fcr wartet die Welt von Frau Wolle auf die beiden: Dort gibt es Spitzzahntrolle, die in Reimen sprechen und Berge von Schokolade, von denen die beiden reichlich essen sollen, um sich auch in Spitzzahntrolle zu verwandeln. Die beiden entkommen zwar den Schokoladenschwertern der unheimlichen Wesen, verlieren jedoch auf ihrer Flucht ins Kinderzimmer den Weltempf\u00e4nger. Um diesen und mit ihm ihre einzige Verbindung zu Papa zur\u00fcckzubekommen, riskieren die Geschwister viel. Erneut betreten sie in der n\u00e4chsten Nacht die Murkelei. Welche Rolle spielen wohl die Eisvogelfedern, die Frau Wolkenstein den beiden geschenkt hat, oder der Zettel in Merles Brotdose \u00ab5 Regeln f\u00fcr die Murkelei\u00bb?\u00a0 Werden die beiden es schaffen, den Weltempf\u00e4nger in den verwinkelten Tunneln wiederzufinden? All das lohnt es sich nachzulesen.<\/p>\n<p>Mit \u00abFrau Wolle und der Duft von Schokolade\u00bb h\u00e4lt man ein schmales Buch in H\u00e4nden, das grosse Erwartungen weckt: Es lockt mit seinem m\u00e4rchenhaften Titel, dem geheimnisvollen Cover und einer angesehenen Autorin. Alle Versprechen werden gehalten \u2013 dieses Buch ist ein phantastisch-modernes Abenteuer voller witziger Pointen. Die Geschichte greift menschliche Sehns\u00fcchte authentisch auf und nutzt neben klassischen Phantastikmotiven, wie unheimlichen Kinderm\u00e4dchen und verborgenen T\u00fcren, auch immer wieder schr\u00e4ge M\u00e4rchenmotive, die \u00fcberraschende Bilder entstehen lassen. Durch ihre klare und zugleich poetische Sprache l\u00e4sst Jutta Richter die Lesenden auch in dieser Geschichte ganz nahe an die Figuren und das traumartige Geschehen heran. Die fein gezeichneten Illustrationen von G\u00fcnter Mattei helfen beim Verstehen der Geschichte und setzen der Phantasie dennoch keine Grenzen. Mit ihrem gekonnten Wechselspiel aus gedeckten und leuchtenden Farben unterstreichen die Bilder die \u00a0geheimnisvolle Spannung, die sich durch die ganze Geschichte zieht, sodass man das Buch am liebsten gar nicht mehr zur Seite legen m\u00f6chte. Das Buch ist ein richtiges kleines Kunstwerk, das mit seinen kurzen Kapiteln einen wunderbar-unheimlichen (Vor-)Lesegenuss zum Mitfiebern und Mittr\u00e4umen f\u00fcr Kinder ab 9 Jahren bietet.<\/p>\n<p>Jutta Richter: Frau Wolle und der Duft von Schokolade. Hanser 2019. ISBN 978-3731312116<\/p>\n<p><em>Rezension: Franziska Weber<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jutta Richter: Frau Wolle und der Duft von Schokolade Jeden Morgen auf ihrem Schulweg m\u00fcssen Merle und Moritz an Gesine Wolkensteins schwarzem Laden vorbei, der angeblich Kinder verschluckt. Denn die beiden wohnen mit Mama am Hasenweg und auf dem Schulweg f\u00fchrt f\u00fcr die Hasenwegkinder kein Weg an diesem unheimlichen Laden vorbei. 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