{"id":7204,"date":"2016-05-01T15:43:42","date_gmt":"2016-05-01T13:43:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/?p=7204"},"modified":"2019-07-09T11:59:17","modified_gmt":"2019-07-09T09:59:17","slug":"rs_31_2016_vom-schreiben-fuer-jugendliche-zum-schreiben-fuer-auch-erwachsene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/rs_31_2016_vom-schreiben-fuer-jugendliche-zum-schreiben-fuer-auch-erwachsene\/","title":{"rendered":"Vom Schreiben f\u00fcr Jugendliche zum Schreiben f\u00fcr (auch) Erwachsene"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\"><b>Als Medium hat das Buch es gegen\u00fcber den visuellen und akustischen Medien auch und vor allem deshalb schwer, weil Lesen l\u00e4ngst\u00a0<\/b><b>eine Zumutung darstellt.<\/b><\/p>\n<p>Es handelt sich bei diesem Text um eine Rede von Andreas Steinh\u00f6fel, welche er im Jahr 2008 anl\u00e4sslich des Welttags des Buches im Zentrum Lesen der P\u00e4dagogischen Hochschule FHNW gehalten hat. Wir ver\u00f6ffentlichen den Text mit freundlicher Genehmigung des Autors in leicht gek\u00fcrzter Form.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"p1\"><b>1. Lesen und Lesebed\u00fcrfnis<br \/>\n<\/b><i>Unsere Jugendlichen lesen ja nicht, von sich aus lesen die ja nicht! <\/i>Als Autor auf Lesereisen h\u00f6rt man diese Klage oft. Eigentlich h\u00f6rt man sie st\u00e4ndig, meist in Lehrerzimmern, weniger h\u00e4ufig in Bibliotheken. In der Regel schlie\u00dft sich als n\u00e4chster Satz die Aufforderung an: <i>Schreiben Sie doch mal was, das unsere Jugendlichen zum Lesen bringt! <\/i>(Das klingt nicht nur dumm, das ist es auch. Als n\u00e4chstes schreiben wir ein Buch, das endlich den Weltfrieden herstellt). Schreiben wir also f\u00fcr Jugendliche, auf dass sie endlich wieder lesen. Die aus solchem Wunschdenken sprechende Gewissheit dass<\/p>\n<p class=\"p1\">A. Lesen gut ist f\u00fcr den Menschen und<br \/>\nB. der Autor sich als moralischer Kollaborateur bet\u00e4tigen muss, um all das Gute unters <span class=\"s3\">Volk <\/span>zu bringen, wird an Naivit\u00e4t nur noch durch die \u00dcberzeugung <span class=\"s3\">\u00fcber<\/span>troffen,<br \/>\nC. der Jugendliche sei <i>per se <\/i>zum Lesen bestimmt.<\/p>\n<p class=\"p1\">Glauben Sie mir, meine Damen und Herren: Kaum etwas liegt dem durchschnittlichen Jugendlichen, sofern hormonell bei ihm alles mit rechten Dingen zugeht, ferner als das. Aber es gibt, nat\u00fcrlich, Ausnahmen. Der vor Ihnen stehende Autor zum Beispiel verbrachte <i>seine <\/i>Jugend tats\u00e4chlich, zu einem guten Teil, lesend. Allerdings bestand die Lekt\u00fcre, zur Verzweiflung seiner Deutschlehrer, aus den so genannten \u201eGroschenheftchen\u201c: Jeweils 64 Seiten s\u00fc\u00dfesten Vergn\u00fcgens; speziell waren es die Heftchen aus den Sparten Horror und Science Fiction. Der <i>D\u00e4monenkiller <\/i>und <i>Perry Rhodan <\/i>erschienen ihm ungleich wichtiger, literarisch wertvoller und seinem Weltempfinden n\u00e4her, als alles, was ein Heinrich B\u00f6ll oder G\u00fcnther Grass je h\u00e4tten schreiben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"p1\">\u00dcber die Lekt\u00fcre trivialen Schunds gelang es dem Autor <i>in spe <\/i>nicht nur, seine pubert\u00e4ren Allmachtphantasien geistig auszuleben, sondern auch die von ihm empfundene Ohnmacht gegen\u00fcber einer erwachsenen Welt zu sublimieren \u2013 indem er ihr schlicht und ergreifend entfloh. (Hier ist nicht der Ort, dies im Detail auszuf\u00fchren, doch \u00fcber das Groschenheft lernte ich tats\u00e4chlich, dass das geschriebene Wort ein Leben retten kann.) Damals kannte ich sogar Leute, die \u00fcberhaupt nicht lasen. Sie tun es heute noch nicht und f\u00fchren doch, so weit ich das <span class=\"s1\">\u00fcber<\/span>schauen kann, ein erf\u00fclltes, wenn nicht gl\u00fcckliches Leben. Lernen wir also zun\u00e4chst, den Ball ein wenig flacher zu halten \u2013 ein R\u00fcckgang an jugendlicher Leserschaft (wie er Jahr f\u00fcr Jahr im Vorfeld der Buchmessen immer wieder behauptet wird, statistisch dann aber doch nicht belegt werden kann), ein R\u00fcckgang <span class=\"s3\">an Lesern<\/span> also l\u00e4utet noch lange nicht den Untergang des Abendlandes ein. Und dass wer liest automatisch der bessere Mensch ist, glaubt sowieso keiner <span class=\"s1\">mehr, <\/span>schlie\u00dflich liest auch der durchschnittlich skandalbelastete Politiker gern mal ein Buch, so mancher schreibt sogar eines; das bedeutet also gar nichts.<\/p>\n<p class=\"p1\">Dennoch k\u00f6nnte man, lauscht man dem Wehklagen, beinahe glauben, es g\u00e4be eine Art nat\u00fcrliches, dem Menschen quasi eingeborenes Lesebed\u00fcrfnis. Nur dass es diesem Lesebed\u00fcrfnis gegenw\u00e4rtig nicht mehr so recht gelingen will, dem Zeitgeist zu trotzen. Gehen wir spa\u00dfeshalber einmal davon aus, dieses nat\u00fcrliche Lesebed\u00fcrfnis unter Jugendlichen existierte tats\u00e4chlich: Wer entscheidet dann dar\u00fcber, wie dieses Bed\u00fcrfnis gestillt wird? Und zu welchem Zweck \u00fcberhaupt? Damit aus der Welt ein besserer Ort wird? Oder damit Autoren, Verleger und der ganze literarische Dienstleistungsbetrieb sich die Taschen f\u00fcllen k\u00f6nnen? Denn genau das sind die Pole, zwischen denen die Kinder- und Jugendliteratur (und nicht nur diese) sich bewegt: Kommerz und Anspruch. Wobei Kommerz b\u00f6se ist und Anspruch gut, die biestige Zielgruppe der Jugendlichen das aber genau andersherum sieht, was schon Platon in Rage brachte und mir heute zu der Ehre verhilft hier zu stehen.<\/p>\n<p class=\"p1\">Ich erinnere sehr gut den Satz eines <span class=\"s1\">Jugend<\/span>lichen, nachdem im Herbst 1999 der Deutsche Jugendliteraturpreis f\u00fcr das beste Kinderbuch an Annika Thors <i>Eine Insel im Meer <\/i>ging: <i>O Mann, schon wieder dieser Schei\u00dfholocaust!<\/i><i> <\/i><i>Tschuldigung,<\/i><i> <\/i><i>aber die pr\u00e4mieren auch immer denselben Mist!<\/i><\/p>\n<p class=\"p1\">Den ersten politisch korrekten Schrecken auf einen solchen Satz au\u00dfer Acht gelassen, dr\u00fcckt sich darin eine recht banale Wahrheit aus: Wir Erwachsenen hatten es mal wieder geschafft. Einmal mehr hatten wir das gute Buch erkannt und w\u00fcrden es jetzt, versehen mit dem goldenen G\u00fctesiegel, seiner Zielgruppe, also den Opfern unserer Wahl, aufs Auge dr\u00fccken. Denn im Gegensatz zu uns Erwachsenen wissen die Jugendlichen einfach nicht, was gut f\u00fcr sie ist. Deshalb schreiben wir ihnen ihre Literatur. Vor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><b>2. Autor und \u00f6ffentliche Wahrnehmung<br \/>\n<\/b><\/span><i>Vom Schreiben f\u00fcr Jugendliche zum Schreiben f\u00fcr (auch) Erwachsene: <\/i>Der \u00dcberschrift zu diesem Redebeitrag liegt ein Bild zugrunde: Das des Autors, der aus den literarischen Niederungen der Kinder- und Jugendliteratur mit zum Himmel gestreckten Armen nach oben aufsteigt in die weihevollen Hallen der Belletristik, <i>per aspera ad astrum. <\/i>Mag sein, dieses Bild entspringt einem pers\u00f6nlichen Minderwertigkeitskomplex \u2013 das w\u00e4re dann allerdings einer, den ich mit vielen Kolleginnen und Kollegen teile; ich werde darauf zur\u00fcckkommen. Tats\u00e4chlich ist es, h\u00f6rt man sich um, ein beinahe landl\u00e4ufiges, dieses Bild vom Autor, wie er sich von <i>unten <\/i>nach <i>oben <\/i>gearbeitet hat, vom Kinderbuch zum belletristischen Roman. \u00c4rgerlich ist es allemal. Es besteht da offensichtlich eine gewisse Schieflage in der gegenseitigen Wahrnehmung: W\u00e4hrend die Belletristik uns nicht zutraut, auch f\u00fcr Erwachsene schreiben zu k\u00f6nnen, wissen wir Kinder- und Jugendbuchautoren l\u00e4ngst, dass jeder Idiot einen durchschnittlichen belletristischen Titel hinlegen kann. Wir wissen um die kniffelige Magie verknappter S\u00e4tze, um die (oft zerst\u00f6rerische) Verwandlung von Inhaltlichem in Wesentliches, die unsere Lektoren von uns fordern. Wir kriegen es ab, in erster Reihe, wenn randalierende Achtj\u00e4hrige eine Lesung platzen lassen, weil wir sie nicht alle f\u00fcnf S\u00e4tze mit einer neuen Pointe \u00fcberraschen konnten \u2026 w\u00e4hrend dem Kollegen aus der Belletristik leise und unbemerkt die Leute wegschnarchen.<\/p>\n<p class=\"p1\">Es ist eine schlichte, vielen unter Ihnen l\u00e4ngst bekannte These: Die Werke des Kinder- und Jugendbuchautoren stehen im \u00f6ffentlichen Ansehen bestenfalls so hoch, wie das Publikum, f\u00fcr das er sie schreibt. Ich wiederhole diesen Satz, damit sich Ihnen sein ganzer Schrecken erschlie\u00dft: <i>Die Werke des Kinder- und Jugendbuchautoren stehen im \u00f6ffentlichen Ansehen genau so hoch, wie\u00a0<\/i><i>das Publikum, f\u00fcr das er sie schreibt.<\/i><\/p>\n<p class=\"p1\">So etwas kann nicht ohne Folgen bleiben.<br \/>\nNat\u00fcrlich gibt es sie auch unter den Kinder- und Jugendbuchautoren, jene Schreiber, die sich selbst f\u00fcr die Retter des Okzidents halten und ihre B\u00fccher f\u00fcr die Antwort auf alles noch offenen universellen Fragen; doch stellen sie, Gott sei Dank, nicht die Mehrzahl. Nein, eher ist es <span class=\"s1\">umgekehrt:<\/span> In der Regel ist das Selbstbild des Kinder- und Jugendbuchautoren besch\u00e4digt, mitunter nicht unbetr\u00e4chtlich. Es erh\u00e4lt seine Schrammen durch wiederholte narzisstische Kr\u00e4nkungen, und die wiederum kommen durch Unterhaltungen wie diese, meist mit Zufallsbekanntschaften, zustande:<\/p>\n<p class=\"p1\"><i>Und was machen Sie beruflich?<br \/>\n<\/i>Ich schreibe.<br \/>\n<i>B\u00fccher?<br \/>\n<\/i>Ja. F\u00fcr Kinder und Jugendliche.<br \/>\n<i>Ach! So was wie Harry Potter?<br \/>\n<\/i>Nein.<br \/>\n<i>Gedichte?<br \/>\n<\/i>Nee. Ganz stinknormale Geschichten.<br \/>\n<i>Ach ja. Hm &#8230; Ja, kann man denn davon leben?<br \/>\n<\/i>Sehe ich irgendwie tot aus?<br \/>\n<i>Ha ha &#8230; Wissen Sie, ich hab ja auch ein Kinderbuch geschrieben. F\u00fcr meine kleine Nichte.<br \/>\n<\/i>Bei wem?<br \/>\n<i>Bei mir zu Hause.<br \/>\n<\/i>Ich meine, bei wem wurde es verlegt?<br \/>\n<i>Ach, verlegt &#8230; Gar nicht, gar nicht.<br \/>\n<\/i>So.<br \/>\n<i>Ich meinte ja auch nur. Ich will damit sagen, so ein Buch zu schreiben, das ist ja nicht schwer, gell. Phantasie muss man halt haben, ja, das ist schwer, aber das Schreiben selbst, na, das muss ich Ihnen nicht erz\u00e4hlen, das wissen sie selbst. Sie schreiben ja\u00a0<\/i><i>auch.<\/i><\/p>\n<p class=\"p1\">Kinder sind, folgt man der Logik derlei sachkundiger Ausf\u00fchrungen, leicht zu unterhalten. Irgendeine dumme, kleine Geschichte vom sprechenden Kleiderschrank reicht aus, sie gl\u00fccklich zu machen oder des Abends wenigstens sanft einzuschl\u00e4fern; man muss dazu nicht mal ein Buch kaufen, sondern <i>man schreibt es selbst! <\/i>Kinder sind, dem Herrn sei\u2019s getrommelt, einfach wunderbar bl\u00f6de, und diese Haltung, meine Damen und Herren, ist die Strafe Gottes f\u00fcr VHS-Kurse in kreativem Schreiben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"p1\"><b>3. Jugendliteratur und ihre Vermittler<br \/>\n<\/b>Jugendliche sind ungleich anspruchsvoller als Kinder. Anders als das Kind, dem der sprechende Kleiderschrank ausreichen mag, sucht der Jugendliche in seiner Literatur ganz bewusst nach mal mehr, mal weniger psychologisch komplexen Identifikationsangeboten. Und was findet er? Eigens f\u00fcr ihn verfasste Lekt\u00fcre, mit den besten Absichten. B\u00fccher zu Themen wie AIDS, Alkoholismus und Inzest, zu ungewollter Schwangerschaft, zum fr\u00fchzeitigen Ableben von Eltern oder Beziehungspartnern, zu Homosexualit\u00e4t, Obdachlosigkeit, Sekten, Rechtsradikalismus, Autismus, zu etlichen k\u00f6rperlichen oder geistigen Behinderungen, zu Magersucht, Kleptomanie, Drogen und Okkultismus &#8230; kurz: zu allem, was einem Jugendlichen bei eingehender Lekt\u00fcre gr\u00fcndlich die Laune versaut, vorgeblich aber doch, glaubt man dem Buchmarkt, sein junges Leben bestimmt. Auch wenn diese Aufz\u00e4hlung sich eher liest wie der Kriterienkatalog f\u00fcr eine vom Aussterben bedrohte Spezies.<\/p>\n<p class=\"p1\">Beruhigen wir uns: Selbstverst\u00e4ndlich macht diese Art der Jugendliteratur nicht mehr das Gros der allj\u00e4hrlichen Produktion aus \u2013 wenigstens hoffe ich das. Denn was sich hier immerhin eine ganze Generation w\u00e4hrend als Jugendliteratur tarnen durfte, das war in Wirklichkeit oft kaum mehr als in Prosa gefasste Lebenshilfe. Dieses Ph\u00e4nomen hat einen historischen Hintergrund, an dem zun\u00e4chst so wenig auszusetzen ist wie an Lebenshilfe an und f\u00fcr sich. Aber es sei die Frage erlaubt, ob man diese Art von Problembew\u00e4ltigung nicht jenen \u00fcberlassen sollte, die sich seit jeher gut damit auskennen, BRAVO und Dr. Sommer zum Beispiel. Und das meine ich ganz ernst. Es ist kein weiter Schritt von der guten Absicht zur Bevormundung.<\/p>\n<p class=\"p1\">Nein, es gibt sie nat\u00fcrlich l\u00e4ngst, die neue Jugendliteratur, die diesen bem\u00fchten P\u00e4dagogenmuff abgesch\u00fcttelt hat. Sie kam aus Skandinavien und \u00fcber den gro\u00dfen Teich, wir deutschsprachigen Autoren mussten nur wieder ein wenig l\u00e4nger warten, bis die Kritiker sie uns imitieren und unsere Lektoren sie uns durchgehen lie\u00dfen. Doch selbst mit nach vorn gerichtetem Blick auf ein emanzipiertes, der Belletristik gleichberechtigtes, dem banalen wahren Leben viel n\u00e4heres Jugendbuch bleibt immer noch ein Problem:<\/p>\n<p class=\"p1\">Wie selbstverst\u00e4ndlich sprechen wir von den sogenannten <i>Vermittlern <\/i>der Kinder- und Jugendliteratur. Wenn im Vergleich des Schreibens f\u00fcr Erwachsene und dem f\u00fcr\u00a0Jugendliche etwas lohnt, dann eine Aufz\u00e4hlung all jener Zwischeninstanzen, die ein Buch auf seinem Weg aus der Feder des Autors bis hin zum Jugendlichen zur\u00fccklegt. Ich bitte Sie dabei zu bedenken, dass jede einzelne der nun folgenden Etappen f\u00fcr eine eigene Meinung, f\u00fcr einen Menschen mit ureigenen Kriterien steht bez\u00fcglich der Frage, was <i>gut <\/i>ist f\u00fcr den jugendlichen Leser. Als da w\u00e4ren:<\/p>\n<p class=\"p1\">\u2013 der Autor<br \/>\n\u2013 der Lektor<br \/>\n\u2013 der Verleger<br \/>\n\u2013 der Au\u00dfenhandelsvertreter<br \/>\n\u2013 der Buchh\u00e4ndler<br \/>\n\u2013 der Bibliothekar<br \/>\n\u2013 der Kritiker<br \/>\n\u2013 und nicht zuletzt der K\u00e4ufer des Buches; in der Regel irgendein <span class=\"s4\">Wesen <\/span>mit <span class=\"s1\">Erzie<\/span>hungsgewalt, also Eltern oder Lehrer.<\/p>\n<p class=\"p1\">Der von sich aus lesende Jugendliche, unser eigentlicher Adressat also (der in dieser Liste allerdings nicht auftaucht), zuckt anbetrachts des Aufgebots an besserwisserischem Personal blo\u00df mit den Achseln und pfeift sich wahlweise <i>Harry Potter <\/i>oder die <i>Elementarteilchen <\/i>rein; er vergn\u00fcgt sich heute mit Stephen King und morgen mit Umberto Eco. Ihm ist schnurz, ob ein Science Fiction-Autor Stanislav Lem oder Terry Pratchett hei\u00dft, weil er wei\u00df: Je gr\u00f6\u00dfer die Bandbreite der von ihm gelesenen Werke, je besser er sich auskennt zwischen Kunst und Kommerz, umso reicher und begl\u00fcckender sind seine Leseerlebnisse. Und zwar in beide Richtungen. Die Literatur f\u00fcr Jugendliche existiert l\u00e4ngst. Sie ist teils speziell f\u00fcr sie verfasst, teils f\u00fcr die Erwachsenen, zu denen sie bald geh\u00f6ren sollen, doch wen schert\u2018s \u00fcberhaupt? Wir m\u00fcssen unsere Leser nur in Ruhe lassen. Sollen sie doch lesen, was ihnen gef\u00e4llt. Wo ist das Problem?<\/p>\n<p class=\"p1\">[Kapitel 4 wurde aus Platzgr\u00fcnden weggelassen]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"p1\"><b>5. Intelligenz und Konsequenz<br \/>\n<\/b>Lesen verstr\u00f6mt, unter allem hektischen Flitter und Flimmer unseres jungen, neuen Jahrtausends noch immer seine uns so vertraute Aura von Ruhe, von innerer Einkehr und Gesammeltsein. Vielleicht ist das der Grund daf\u00fcr, dass so mancher unter uns das Buch und das Lesen immer vehementer zu verteidigen versucht. Die sch\u00f6ne neue Welt ist unser Feind, um uns herum wimmelt es von Ignoranten, die sich mit dem Blick auf glitzernde Oberfl\u00e4chen zufrieden geben, f\u00fcr die leicht zug\u00e4ngliche Inhalte gefragt sind, sie sind, am besten multimedial aufbereitet, bunt, laut, schnell geschnitten im Cliprhythmus der Musiksender. Die Verlage, wird konstatiert, machen dieses Spiel fr\u00f6hlich mit, keiner will der letzte sein, keiner den Anschluss verpassen beim Verzahnen von PC und Internet mit TV und mit Buch \u2026 und doch sto\u00dfen sie mit all ihren Bem\u00fchungen letztlich immer wieder nur auf den Leser, der ohnehin schon liest. Bedeutet all dies, dass der Rest vor allem der nicht lesenden Jugend unrettbar verloren ist? Verbl\u00f6det?<\/p>\n<p class=\"p1\">Im selben Ma\u00dfe, in dem Kinder und Jugendliche f\u00fcr geistig so beschr\u00e4nkt oder minderbemittelt gehalten werden, dass man ihnen Literatur wie Medizin verabreichen muss \u2013 das Buch als Heilmittel gegen den inzwischen schon bald mythischen Werteverlust \u2013 im selben Ma\u00dfe ist auch der Autor angesehen, der f\u00fcr diese Jugendlichen schreibt: Der Ein\u00e4ugige unter den Blinden. Um das kurz, und deutlicher als zu Beginn meines Vortrages, zu belegen: In einer Diskussion \u00fcber die postmodernen Anteile in meinem Roman <i>Die Mitte der Welt <\/i>zeigte ein Lehrer sich gleich zweifach erstaunt: Zum einen \u00fcber mein Wissen um die Techniken und Inhalte postmodernen Erz\u00e4hlens. Zum anderen mit der Feststellung, das sei doch ein bisschen Perlen vor die S\u00e4ue geworfen, die Jugendlichen w\u00fcrden das doch ohnehin nicht verstehen. Das mag zutreffen oder auch nicht. Aber soll man Fragesteller wie diesen Herrn, nur weil sie die chemische Zusammensetzung der von ihnen geatmeten Luft nicht aufsagen k\u00f6nnen, deshalb gleich erw\u00fcrgen? Oft genug in solchen F\u00e4llen ist einem ja danach \u2026<\/p>\n<p class=\"p2\">Was also will man solchen Menschen erwidern? Dass das einzige, was wir Erwachsene den Jugendlichen tats\u00e4chlich voraus haben, ein wenig mehr an Lebenserfahrung ist, ein viel mehr an Desillusionierung und der schleichende Verlust nahezu all unserer Tr\u00e4ume? Die traurige Tatsache, dass wir lediglich besser gelernt haben, unsere Unsicherheiten zu kaschieren? Worauf sind wir eigentlich so stolz?<\/p>\n<p class=\"p1\">Nat\u00fcrlich soll damit nicht gesagt sein, dass jeder Jugendliche (oder, was das angeht, jeder Jugendbuchautor) von Haus aus ein intelligenter, witziger Mensch ist. Ich habe auf meinen Reisen Kollegen getroffen, die sich besser auf das Schreiben von Kochb\u00fcchern verlegen sollten, und ich habe mit Jugendlichen zu tun gehabt \u2013 immer wieder und nicht mit wenigen \u2013 die \u00fcber nur noch rudiment\u00e4re Ans\u00e4tze eines Gehirns zu verf\u00fcgen schienen und die ich, mit Verlaub, in einem beliebigen TV-Container unter laufender Kamera\u00fcberwachung oder bei den zynischen Superstar-Castings besser aufgehoben w\u00fcsste als ausgerechnet bei einer Autorenlesung.<\/p>\n<p class=\"p2\">Und wom\u00f6glich, das sage ich ganz ohne H\u00e4me, w\u00fcrde ein solcher Ortswechsel sogar in bestem beidseitigem Einverst\u00e4ndnis erfolgen. Wer hat je verf\u00fcgt, der allseits lesende und belesene Jugendliche sei das Ziel aller erzieherischen Gewalt? Lesen oder gar einem Vorlesenden zuzuh\u00f6ren ist nun mal wei\u00df Gott nicht jedermanns Sache, und das Ph\u00e4nomen der <i>Zwangsentsendung <\/i>von Sch\u00fclern zu Lesungen, wo ihnen auch mal ein bisschen ein Buch nahe gebracht werden soll, ist einzigartig in unserer Kulturlandschaft. Effektiver kann man einem Menschen eigentlich das Buch, das Zuh\u00f6ren, das Lesen nun wirklich nicht vermiesen.<\/p>\n<p class=\"p3\">Nein, unser Problem ist weder eine fehlende Literatur f\u00fcr Jugendliche, noch sind es die Jugendlichen selbst. Das Problem ist auch nicht mangelnde Ansprache dieser Zielgruppe oder deren schlichtes Desinteresse am Buch. Unser <span class=\"s1\">wirkliches<\/span> Problem ist der kulturelle Reflex, dass wir nur ungern <span class=\"s2\">wahr<\/span>nehmen, wie unter einem gr\u00f6\u00dfer gewordenen Angebot an Zerstreuungsm\u00f6glichkeiten das Buch, dieser einst so m\u00e4chtige Wissens- und Wertetr\u00e4ger, in der Beliebtheit bei vielen Jugendlichen auf die hinteren Pl\u00e4tze rutscht. Es gibt heute ein ungleich gr\u00f6\u00dferes Aufkl\u00e4- rungs-, Informations- und Unterhaltungsangebot als noch vor zehn Jahren &#8230; wobei dem Buch, nur war das seinerzeit in aller Tragweite noch nicht absehbar, bereits mit dem ersten Daumenkino eine m\u00e4chtige Konkurrenz erwachsen <span class=\"s2\">war. <\/span>Inzwischen droht es, lauscht man Kritikern wie Neil Postman, vom digitalen Bildersturm hinweggefegt zu werden.<\/p>\n<p class=\"p1\">Als Medium hat das Buch es gegen\u00fcber den visuellen und akustischen Medien auch und vor allem deshalb schwer, weil Lesen l\u00e4ngst eine Zumutung darstellt. Es gibt zwar noch ausreichend Menschen, die tagt\u00e4glich ihren Intellekt bem\u00fchen \u2013 und ich gehe mal davon aus, dass es immer genug solcher Menschen geben wird \u2013 doch der Durchschnittsb\u00fcrger verrenkt sich das Hirn gerade mal um die halbe Drehung, die es ben\u00f6tigt, um nach Antworten auf die Fragen aus den Schwachsinnskatalogen einer beliebigen Fernseh-Quizshow zu suchen &#8230; wenn \u00fcberhaupt. Doch genau hier w\u00e4re der Ansatzpunkt zu finden f\u00fcr Kritik wie f\u00fcr Ver\u00e4nderung: <span class=\"s2\">Wir <\/span>m\u00fcssen fortkommen von einer Kultur der Beliebigkeit und der schnellen Bilder, der Oberfl\u00e4chenreize und Undurchdachtheiten. <span class=\"s2\">Wenn <\/span>Lesen tats\u00e4chlich eine Zumutung<span class=\"s3\"> dar<\/span>stellt, liegt es dann nicht nahe, dass den Menschen \u2013 nicht nur den jungen \u2013 einfach wieder mehr zugemutet werden muss?<\/p>\n<p class=\"p6\">Merkw\u00fcrdig, dass viele Autoren und viele Verlage genau dies nicht mehr zu wagen scheinen. Was vielleicht daran liegt, dass unter dem Deckmantel politischer und sozialer Korrektheit sich l\u00e4ngst eine Kultur der Tr\u00e4gheit und der Beliebigkeiten entwickelt hat, eine Kultur der Beliebigkeit auch und vor allem im Miteinander. Dieses oder jenes vereinzelte Schreckensbild vermag uns vielleicht noch kurz aus dem Fernsehsessel nach vorn zucken zu lassen, aber so richtig kriegt den Hintern dann doch niemand mehr hoch. Wie auch, wenn uns tagt\u00e4glich vorgef\u00fchrt wird, dass politisch unsinniges, moralisch verwerfliches oder kriminelles Handeln kaum noch oder keine Konsequenzen hat.<\/p>\n<p class=\"p1\">Dazu kommt, dass die Welt auf der anderen Seite der Mattscheibe sehr viel transparenter geworden ist. Dank der Aggressivit\u00e4t der Nachrichtenkan\u00e4le, dank der schrillen T\u00f6ne sich f\u00fcr Belanglosigkeiten prostituierender Moderatoren und Redakteure ist ihr Wahnsinn greifbarer, sichtbarer, <span class=\"s1\">wenn<\/span> dadurch auch nicht nachvollziehbarer geworden \u2013 er brennt nur intensiver als fr\u00fcher, so dicht liegt er inzwischen auf unserer Haut. Selten waren die Menschen der westlichen Hemisph\u00e4re so untereinander konform und uniform wie heute, unter den alles vereinigenden Bannern Banner von VIVA und MTV, von Levis und DKNY oder, was das Buch angeht, von Amazon und Harry Potter. Selten war der Jugendliche derma\u00dfen cool, selten war er dabei so offensichtlich verletzlich wie heute &#8230; blo\u00df will von seiner Verletzlichkeit in zehn Jahren niemand mehr etwas wissen.<\/p>\n<p class=\"p1\">Es braucht mehr als B\u00fccher, um solche Entwicklungen abzuwenden. Und lassen Sie uns bitte eines nicht vergessen: Wir k\u00f6nnen ein Kind einhundert p\u00e4dagogisch wertvolle B\u00fccher, wahlweise auch einhundert Groschenheftchen lesen lassen \u2013 nichts davon macht es zu einem aufrechten und aufrichtigen Menschen, wenn wir glauben, damit sei alles getan. Kein Buch kann eine tr\u00f6stende Umarmung ersetzen oder ein Gespr\u00e4ch: Liebe und Respekt lassen sich nicht erlesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"p1\"><b>Zum Abschluss einige W\u00fcnsche:<br \/>\n<\/b>Wir Autoren sollten uns, ohne jeden Hochmut, als K\u00fcnstler begreifen, uns also einer Vision mehr verpflichtet f\u00fchlen als dem Geldbeutel oder der Frage nach unmittelbarer Lesbarkeit. Dennoch sollte der <i>Geldverdiener <\/i>ebenso wenig geschm\u00e4ht werden wie der im Aufkl\u00e4rungsstil schreibende <i>P\u00e4dagoge. <\/i>Lernen wir, l\u00e4ssiger miteinander umzugehen. Das bin ich dem Kerlchen, das die Groschenhefte gelesen hat, schuldig.<br \/>\nUnsere Verleger m\u00fcssen, damit stimme ich in eine wohl bekannte alte Klage ein, mehr Wagemut zeigen, in jede Richtung: Werdet anspruchsvoller; werdet trivialer.<br \/>\nUnsere Lektoren w\u00e4ren gut beraten, wenn sie uns Autoren mal ein, zwei Nebens\u00e4tze mehr durchgehen lie\u00dfen. Syntaktische oder thematische Komplexit\u00e4t hat noch niemanden umgebracht, und f\u00fcr Wenigleser wird bereits genug geschrieben. Wir sollten anspruchsvollen Leser nicht mit Inhalten beleidigen, die sich an bei Sozialtherapeuten abgekupferten Gebrauchsanweisungen f\u00fcr Adoleszente orientieren.<br \/>\nEinige Kritiker t\u00e4ten gut daran, Rezensionen f\u00fcr das lesende Publikum zu verfassen anstatt zur Bespiegelung ihrer durch jahrelanges Literaturstudium erworbenen Wissens. Einige andere t\u00e4ten gut daran, ein paar Jahre lang Literatur zu studieren.<br \/>\nAlle \u00fcbrigen Vermittler k\u00f6nnten sich ein wenig mehr Zur\u00fcckhaltung auferlegen. Besserwisser von Berufs wegen machen sich unbeliebt.<br \/>\nQuod erat demonstrandum.<\/p>\n<p class=\"p1\">\u00a9 Andreas Steinh\u00f6fel, Berlin 2001\/2003<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7206\" src=\"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Steinho\u0308fel-260x300.jpg\" alt=\"\" width=\"260\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Steinho\u0308fel-260x300.jpg 260w, https:\/\/www.fhnw.ch\/plattformen\/zl\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Steinho\u0308fel.jpg 408w\" sizes=\"auto, (max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/p>\n<p class=\"p1\">Andreas Steinh\u00f6fel wurde 1962 in Battenberg geboren. Er studierte Anglistik, Amerikanistik und Medienwissenschaften in Marburg. Heute arbeitet er als \u00dcbersetzer, Rezensent und Drehbuchautor \u2013 vor allem aber ist er ein vielfach preisgekr\u00f6nter Kinder- und Jugendbuchautor. Zu seinen bekanntesten B\u00fcchern z\u00e4hlen z. B. \u00bbRico, Oskar und die Tieferschatten\u00ab, f\u00fcr welches er 2009 den deutschen Jungendliteraturpreis erhielt oder \u00bbDie Mitte der Welt\u00ab, welches verfilmt wurde und dieses Jahr noch in die Kinos kommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Medium hat das Buch es gegen\u00fcber den visuellen und akustischen Medien auch und vor allem deshalb schwer, weil Lesen l\u00e4ngst\u00a0eine Zumutung darstellt. Es handelt sich bei diesem Text um eine Rede von Andreas Steinh\u00f6fel, welche er im Jahr 2008 anl\u00e4sslich des Welttags des Buches im Zentrum Lesen der P\u00e4dagogischen Hochschule FHNW gehalten hat. 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