Aus- & Weiterbildung

„Meine Aufgabe gleicht derjenigen eines Dirigenten“

Sandra Morgenthaler|3. November 2014
Mike Siegenthaler absolviert gegenwärtig den CAS IT Service Management & Controlling an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Im Interview spricht er unter anderem über die Herausforderungen in seinem Berufsfeld und über Innovation generell. Mike_SiegenthalerHerr Siegenthaler, die IT ist eine Branche, die sich in hohem Tempo wandelt. Was hat sich in Ihrem Geschäftsalltag in den vergangenen Jahren am meisten verändert? Mike Siegenthaler: Unsere IT-Strategie ist heute eine andere. Einen Teil der Dienste erbringen wir selbst, einen Teil sourcen wir, das heisst wir beziehen Managed Services von externen Dienstleistern oder direkt aus der Cloud. Diese Veränderung ist für einen Teil von unseren IT-Mitarbeitenden mit einer Rollenveränderung verbunden. Diesen Change oder Veränderungsprozess gilt es zu managen. Wir müssen kommunizieren, dass Veränderungen auch Chancen mit sich bringen. Wenn Sie sich zehn oder fünfzehn Jahre zurückversetzen: Welche Veränderung hätten Sie so nicht erwartet respektive kam überraschend? MS: Wenn ich an mein direktes Arbeitsumfeld denke, so hat die Cloud viel ausgelöst. In zehn Jahren, denke ich, werden wir die Mehrheit unserer Services aus der Cloud beziehen. An meiner Rolle hat sich verändert, dass ich immer mehr als Servicebroker und Berater fungiere. Es braucht im Unternehmen jemanden, der die von verschiedenen Orten bezogenen Dienste koordiniert, die Verträge und SLA abstimmt etc. Meine Aufgabe gleicht derjenigen eines Dirigenten, der dafür sorgen muss, dass die verschiedenen „Player“ miteinander harmonieren. Was halten Sie für die grösste Innovation in den letzten zehn Jahren? MS: Wenn ich an unser Lebens- und Arbeitsumfeld generell denke, sind das die Technologien, die eine immer umfassendere Individualisierung ermöglichen. Dieses Phänomen oder Verhalten ist im Consumerbereich schon sehr weit fortgeschritten, die Unternehmen hinken da hinterher. Sie werden sich immer mehr auf diese Trends einstellen und entsprechende Angebote präsentieren müssen. Sie absolvieren derzeit den CAS IT Service Management & IT Controlling. Es ist Halbzeit. Was hat Sie dazu veranlasst, eine Weiterbildung in Angriff zu nehmen? MS: Für mich war der Controlling-Aspekt ausschlaggebend. Es wird immer wichtiger, dass die IT ausweisen kann, welche Dienstleistungen wie viel kosten und was für ein Mehrwert für das Business erbracht werden kann. Wie setzt sich der Lehrgang zusammen? MS: Die Teilnehmenden kommen aus grossen und kleinen Unternehmen, aus privaten und öffentlichen Institutionen. Zwar befassen sich alle mit demselben Thema, aber die Ausprägung ist eine andere. Es ist natürlich spannend, sich darüber auszutauschen. Wovon profitieren Sie am meisten? MS: Von den Fallbeispielen, weil sie den Transfer in die Praxis zeigen. Wem würden Sie den Kurs empfehlen? MS: Leuten, die in der IT arbeiten und wegkommen möchten von der Technikzentriertheit, die in der Vergangenheit oft gelebt wurde, hin zu einem serviceorientierten Ansatz. Leuten aus der Branche, welche die IT als Mehrwert fürs Business verstehen. Warum haben Sie sich für die FHNW entschieden? MS: Ich habe verschiedene Angebote gegoogelt und verglichen. An der FHNW habe ich eine Beratung bekommen, die über die Beschreibung auf der Webseite hinausging. Das hat mich überzeugt. Ich bin froh, dass ich mich für die FHNW entschieden habe. Vielen Dank, Herr Siegenthaler, für das Interview! Mike Siegenthaler ist Global IT Service Manager in einem internationalen Unternehmen mit Standort in Zug. Er arbeitet an der Schnittstelle zwischen Business und IT. Er lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in Zürich. Der nächste Zertifikatslehrgang CAS IT Service Management & IT Controlling startet am 7. September 2015. Weitere Informationen und Anmeldung
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