Wie Temporeduktionen unsere Routenwahl verändern
Tempo 30 innerorts und tiefere Höchstgeschwindigkeiten auf Autobahnen sollen den Strassenlärm reduzieren und die Lebensqualität steigern. Doch droht dadurch übermässiger Ausweichverkehr auf dem untergeordneten Netz? Die Bachelorarbeit von Leonarde Brunone untersuchte diese Fragen simulationsbasiert mit dem Nationalen Personenverkehrsmodell (NPVM). Die Ergebnisse zeigen: es braucht begleitende Massnahmen, um unerwünschten Ausweichverkehr zu verhindern.Strassenverkehrslärm Tag, Region Basel, Quelle: map.geo.admin.chLärmschutz an der Quelle: Notwendigkeit und KontroversenStrassenlärm beeinträchtigt die Gesundheit von rund 740’000 Personen in der Schweiz und verursacht jährliche externe Kosten von rund zwei Milliarden Franken. Als wirksame und kostengünstige Massnahme rückt Tempo 30 auf Hauptachsen in den Fokus, da es den Schallpegel um rund 3 dB(A) senkt – was akustisch einer Halbierung des Verkehrs entspricht. Trotz dieser Vorteile ist die politische Debatte emotional und ideologisch aufgeladen. Skeptiker befürchten, dass restriktive Limits zu unerwünschtem Ausweichverkehr durch Quartiere führen. Zudem drohen Fahrzeitverluste für den öffentlichen Verkehr sowie wirtschaftliche Einbussen für den Wirtschafts-…