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WIng-Absolvent erzählt: Michael Uebelhart – Head of Service Central and Southern Europe & Global Product Management Services

11. Juni 2026

Interview: Nina Ryser

Michael Uebelhart hat von 2014 bis 2018 Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule für Technik FHNW studiert. Davor absolvierte er eine Ausbildung als Konstrukteur bei der Firma Bosch und schloss berufsbegleitend die Berufsmatura ab.

Welchen Beruf übst du heute aus? Bei welcher Firma?

Heute arbeite ich bei der Bystronic Group und leite das globale Produktmanagement der Division Service sowie die operative Führung der Servicegesellschaften in Zentral- und Südeuropa. Besonders reizvoll ist für mich die Kombination aus langfristig-strategischem Produktmanagement und der operativen Verantwortung im Tagesgeschäft über fünf Niederlassungen hinweg.

Wie hast du deinen ersten Job nach dem Studium gefunden?

Während der Semesterferien habe ich immer wieder als Konstrukteur in der Industrie gearbeitet – so auch bereits 2016 bei Bystronic. Gegen Ende meines Studiums suchte ich einen Industriepartner für meine Thesis. Ein Freund, der damals bereits bei Bystronic arbeitete, stellte den Kontakt her. Die Zusammenarbeit lief sehr gut, und so wurde ich direkt im Anschluss an die Thesis übernommen.

Was war die größte Überraschung, als du angefangen hast?

Dass man im Studium tatsächlich mehr mitnimmt, als man währenddessen manchmal glaubt. Spass beiseite: Durch meine vorherige Berufslehre im Maschinenbau wusste ich grundsätzlich, was auf mich zukommt. Besonders positiv überrascht hat mich jedoch, wie offen und vertrauensvoll ich aufgenommen wurde – und wie viel Raum ich für eigene Ideen erhalten habe. Das hat mir den Einstieg definitiv erleichtert.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus? Welche Aufgaben fallen bei dir an?

Einen klassischen „typischen“ Arbeitstag gibt es eigentlich nicht. Vieles besteht aus Meetings und Abstimmungen mit unterschiedlichen Stakeholdern. Daneben stehe ich im engen Austausch mit meinen Teams, um aktuelle Herausforderungen zu besprechen. Die Themen reichen dabei von strategischen, zukunftsweisenden Entscheidungen im Servicegeschäft bis hin zur Bearbeitung sehr konkreter Kundenfälle im Tagesgeschäft.

Welche Inhalte aus dem Studium helfen dir heute im Beruf? Ist es eine spezifische Methode, ein spezifisches Projekt, an welches du dich zurückerinnerst?

Sehr hilfreich sind die Vertiefungsthemen im Produktmanagement sowie die im Studium erlernten Projektmanagement-Methoden. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir auch das Modul Change-Management – der Umgang mit unterschiedlichen Persönlichkeiten ist ein zentraler Bestandteil meiner heutigen Arbeit.

Gab es Dinge, die du im Studium als wichtig empfunden hast, die im Job aber kaum eine Rolle spielten – und umgekehrt?

Das Wirtschaftsingenieurstudium ist sehr breit aufgestellt, daher ist es logisch, dass nicht alle Inhalte später gleich relevant sind. Entscheidend ist für mich, dass ich im Job mit allen Abteilungen auf Augenhöhe kommunizieren kann und ein grundlegendes Verständnis für die verschiedenen Bereiche eines Maschinenbauunternehmens mitbringe. Weniger genutzt habe ich bisher tatsächlich einige der Freifächer aus den Geisteswissenschaften – auch wenn sie rückblickend sicher zur allgemeinen Perspektive beigetragen haben.

Gibt es einen Fehler, aus dem du besonders viel gelernt hast?

Die Balance zwischen hoher Identifikation mit der Arbeit und dem eigenen Privatleben ist direkt nach dem Studium nicht immer einfach. Das muss jeder für sich lernen. Rückblickend lohnt es sich aber definitiv, früh auf diese Balance zu achten – um langfristig leistungsfähig und zufrieden zu bleiben.

Was möchtest du den WIng-Studierenden mitgeben?

Seid offen für Neues. Das WIng-Studium ist ein sehr vielseitiger Rucksack, der euch viele Wege eröffnet. Achtet darauf, was euch im Berufsalltag wirklich Freude macht und wo eure Stärken liegen – und entwickelt euch gezielt in diese Richtung weiter. Wenn die Arbeit Spass macht, kommt die Leistung meistens fast automatisch.

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