Buch des Monats Februar 2026

Martin Schäuble: Heldentage
Nilo kann sein Smartphone keine Sekunde weglegen. Er ist ein Zocker, starrt Tag und Nacht auf sein Handy und zieht sich immer mehr zurück. Natürlich ermahnt ihn seine Mutter immer wieder und droht ihm das Handy wegzusperren. Eines Abends eskaliert ein solcher Streit und Nilo bedroht in seiner grossen Wut seine Mutter mit einem Küchenmesser. Am Tag danach bringt sie ihn in eine spezielle Abteilung der Psychiatrischen Klinik. Dort lernt Nilo Faris kennen, einen Jungen mit denselben Problemen. Kurz darauf beobachten die beiden wie Mayla, ein Mädchen aus der geschlossenen Station, sich nachts davonschleicht. Nilo und Faris klettern aus dem Fenster und folgen diesem faszinierenden Mädchen mit den vielen Piercings und den blauen Haaren. Bald tun sich die drei zusammen. Mayla weiss, wie man abhaut – sie hat das schon öfters getan – und die beiden Jungs sind willkommene Begleiteter und Beschützer für sie. Was dann folgt, ist eine planlose, verrückte Reise, die alle zusammenschweisst. Sie meistern gemeinsam Strapazen, wie Hitze und Durst, sie fliehen vor Rowdies und überlisten einen Bahnschaffner. Sie geniessen ihre Freiheit und die wunderschönen Momente am selbstentfachten Feuer im Wald. Immer stärker vertrauen sie einander, immer mehr Geheimnisse geben sie sich gegenseitig preis. Am Ende der Geschichte kehren sie freiwillig zurück, sie haben nicht nur viel Spannendes erlebt, sie sind trotz ihrer Unterschiedlichkeit Freunde geworden.
Martin Schäuble schreibt die Geschichte dieser Flucht in einer einfachen Sprache, leicht lesbar und doch treffend und glaubhaft. An vielen Stellen berührend, dann wieder voller Humor und Situationskomik. Die Flucht ist für alle drei gleichzeitig auch eine Suche nach einem realen Leben und vor allem nach sich selbst. Die Botschaft ist klar, wird aber locker und ohne moralischen Zeigefinger an die Lesenden vermittelt, weil die spannende, gute Geschichte klar im Vordergrund steht. Für Jugendliche. 272 Seiten.

 Martin Schäuble: Heldentage. Fischer Sauerländer 2025. ISBN: 978-3-7373-4360-2

Rezension: Maria Riss

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